Trefferquote – da faults von innen

Warum die Trefferquote unbrauchbar ist

Wow, deine Trefferquote liegt bei sagenhaften 72,69 Prozent? Entschuldigung, aber das beeindruckt mich überhaupt nicht!

Um es kurz zu machen: Für mich ist sie eine nutzlose Zahlenspielerei für Blender und Verkäufer.

Jetzt zur Sache:

In diesem Artikel kläre ich dich über das wahre Wesen der Trefferquote beim Trading auf.

Um genau zu sein, demontiere ich nun für dich jene Zahl, welche alle Beginner vergöttern und biete dir eine echte Alternative zur Beurteilung der Qualität deiner Trading Setups an.

3,2,1 und ab geht die Luzi…

Die Trefferquote & Anfänger: eine heikle Beziehung

Vorsicht!

Die Trefferquote ist ein echter Blender.

Weshalb ich diese kühne Behauptung von mir gebe, werde ich dir in den nächsten Zeilen genau erklären.

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Die Statistik deiner Tradingsoftware: total daneben

Wieso reicht eigentlich nicht einfach ein kurzer Blick in das Statistikprogramm deiner Trading – Software, um die Trefferquote des verwendeten Trading-Setups beurteilen zu können? Macht doch schließlich jeder so.

Stimmt nicht ganz. Ich nicht!

Hier kommt der Haken:

Die übliche Trading-Software definiert die Trefferquote auf eine fragwürdige Art und Weise.

Der Grund: Jeder noch so kleine Gewinn wird als Treffer gewertet. Und noch wichtiger: Es ist für die Software egal, wie dieser zustande kam.

So ist jede moderne Tradingsoftware programmiert.

Praktisch heisst das:

Ein Trade wird als erfolgreich eingestuft, sobald auch nur ein Tick Gewinn enstanden ist. Die vorhergehende Preisentwicklung bleibt unberücksichtig.

Diese allgemeingültige Definition der Tefferquote hat zur Folge, dass sich die verwendetete Exitvariante manipulierend auf die Trefferquote auswirkt.

Sollte die Trefferquote aber nicht gerade Auskunft über die reine Qualität des Markteinstiegs geben?

Genau das ist der Knackpunkt, weshalb es bei vielen Anfägertradern zu einem folgenreichen Missverständnis, im Hinblick auf die Trefferquote, kommt.

Verzerrung in Aktion

Ein Beispiel aus der Tradingpraxis:

Du planst einen Trade mit einem 20 Punkte ISL und einem Takeprofit von ebenfalls 20 Punkten. Dabei gehst du davon aus, die Trefferquote dafür liegt über dem Zufallswert von 50 Prozent. Aus diesem Grund steigst du ein.

Der Markteinstieg erfolgt, nachdem dein Trading-Setup vorliegt.

Im Anschluss bewegen sich die Kurse um 8 Ticks zu deinen Gunsten. In diesem Augenblick denkst du dir: Sehr gut, ich habe schon Gewinn gemacht und legst dein Stop Loss nun auf plus einen Tick.

Warum auch nicht? Schließlich willst du aus einem Gewinner keinen Verlierer mehr werden lassen. Wer will das schon?

Laufen die Kurse nun weiter in deine Takeprofit Zone und lösen die automatische Gewinnmitnahme aus, ist alles gut. Du hast damit einen klaren Gewinntrade gemacht, der so auch in die Statistik für deine Trefferquote aufgenommen werden darf.

Wann die Verzerrung einsetzt

Problematisch wird es, wenn die Kurse nicht mehr weiter zu deinen Gunsten laufen können und dein Takeprofit deutlich verfehlen.

Stattdessen lösen sie die nachgezogene Stop Loss Order bei plus einem Tick Gewinn aus und drehen dann sogar bis zu dem Preis ins Minus, an dem deine vorherige ISL Order im Markt gelegen hat.

Es wird von deiner Tradingsoftware in diesem Fall ebenfalls ein Gewinner in der Statistik vermerkt.

Aber Achtung! Was passiert hier gerade?

Du bekommst jetzt einen Gewinntrade in die Statistik, der eigentlich kein echter gewesen ist.

Du fragst dich wieso nicht?

Ganz einfach:

Deine ursprüngliche Wette ist nicht aufgegangen.

Du hast darauf gesetzt, dass die Kurse mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent deine 20 Punkte Zielzone erreichen können, ohne das sie zuvor den ISL von 20 Punkten auslösen.

Nicht mehr, nicht weniger.

Dieser Fall ist nicht eingetreten und dein Trading-Setup hat versagt!

Ein weiteres Trugschluß-Szenario

Gleiche Ausgangssituation wie eben, nur jetzt bewegen sich die Kurse direkt nach dem Einstieg gegen deine antizipierte Richtung und der Trade verharrt lange im roten P/L Bereich.

Der ISL von 20 Punkten wir dabei jedoch knapp nicht ausgelöst und du wartest zu.

Glücklicherweiser fallen News zu deinen Gunsten aus und die Position dreht bis auf 4 Ticks ins Plus. Dort verharren die Kurse erneut eine Weile, ehe du beschließt den Stop Loss wieder auf plus einen Tick zu legen.

Du denkst, nach den News sollte die Reise jetzt zügig weiter in deine Richtung gehen, ansonsten stimmt etwas nicht.

Doch was macht der Markt, der elendige Hund?

Natürlich, er reißt dein nachgezogenen Stop Loss und läuft danach sogar ungebremst durch deine ursprüngliche ISL Marke von 20 Punkten.

Es lief alles richtig, du hast keinen wirklichen Fehler gemacht.

Und jetzt?

Jetzt hast du wieder einen Gewinntrade in der Statistik, der deine Trefferquote pusht.

Nur in diesem Szenario ist die Diskrepanz zwischen der Statistik deiner Tradingsoftware und dem tatsächlichen Ereignis am Markt noch wesentlich stärker ausgeprägt, als im ersten Beispiel.

Der ganze Trade zeigt nämlich den Charakter eines Verlierertrades und trotzdem wird er als Winner gezählt.

Sowas ist totaler Blödsinn.

Anfängerverhalten verstärkt das Zerrbild

Und jetzt stell dir vor, wieviele Anfänger ihre Trades frühzeitig oder nicht gerechtfertigt mit einem Minigewinn absichern, nur um das gute Gefühl eines Gewinns erleben zu dürfen.

Diese Trader glauben dann, sie haben einen echten Marktvorteil, nur weil sie 7 von 10 Trades mit Gewinn abgeschlossen haben.

Dieses Missverständnis verstärkt sich noch, da viele unerfahrene Trader versuchen, mit einem verhältnismäßig großen ISL einen relativ kleinen Gewinn einzufangen.

Auch hierbei entsteht eine künstlich gepimpte Trefferquote in der Statistik deiner Tradingsoftware.

Warum?

Platt ausgedrückt: Weil es von Grund auf eher vorkommt, dass sich dein Trade in so einem Fall zumindest einmal kurz ins Plus bewegt, bevor der ISL getriggert werden kann.

Und zwar unabhängig von den tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten die deinem Trading-Setup zugrunde liegen. Diese Tendenz ist immer gegeben.

Du gestehst dem Trade mehr Bewegungsspielraum im Minus zu und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Kurse zufällig ins Plus bewegen werden.

Muss ich dir das jetzt noch mathematisch herleiten? Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und könnte sehr aufwendig werden. Tut mir leid.

Mal abgesegen davon: Diese Arbeit müsste ich outsourcen 🙂

Revidierte Kursprognosen verbessern die Trefferquote

Natürlich kannst du argumentieren: Sobald du Gewinne verbuchst, ist es ein Treffer. Fertig aus!

Bedenke aber:

Du ziehst deinen Stop Loss nur dann nach, sobald du zusätzliche Informationen vom Preis bzw Markt erhalten hast.

Du verbesserst praktisch deine ursprüngliche Kursprognose.

Deine Entscheidung für das Nachziehen der Stop Order basiert also nicht auf den zum Start deiner Position vorhandenen Informationen. Du weißt zu diesem späteren Zeitpunkt deines Trades mehr als vorher.

Dadurch kannst du deine Trefferquote verbessern. In der Tat. Diese so erzeugte Trefferquote spiegelt aber nicht mehr die Ursprungsbedingungen deines Einstiegssetups wider.

Kurz und gut:

Tragen nach dem Einstieg erhaltene Zusatzinformationen dazu bei, eine bessere Exit-Entscheidung herbeiführen zu können als urpsrünglich geplant war, ist damit die Aussagekraft der Trefferquote über die Qualität des reinen Markteinstiegs ausgehebelt.

Als Trader sitzt du dann einem Irrtum über die tatsächliche Erfolgswahrscheinlichkeit deines Einstiegs in eine Position auf.

Achtung! Diese Aussage betrifft nicht die langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit deines kompletten Trading-Systems. Diese spiegelt die herkömmliche Trefferquote durchaus richtig wider.

Zwischenfazit zur Trefferquote

Verlässt du dich auf die Trefferquote in ihrer allgemeingültigen Definition, bekommst du ein verzerrtes Abbild der tatsächlichen Qualität deines Markteinstiegs geliefert.

Die Trefferquote kann dir keine wirkliche Auskunft über einen womöglich existenten Richtungsvorteil deines Trading-Setups geben. Geschweigedenn darüber, ob dein Trading-System als Ganzes profitabel ist oder nicht.

Jetzt möchte ich dir zeigen, wie du die tatsächliche Qualität deines Markteinstiegs testen kannst.

Das ‘Entweder oder Experiment’

Merke dir im Hinblick auf die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Trading-Setups diesen Grundsatz:

Ein echter Richtungsvorteil muss unter den Umständen/Informationen, welche bis zum getätigten Markteinstieg vorhanden waren, gemessen werden können!

Dies ist vergleichbar mit einer Dax-Kursprognose zu Jahresbeginn, die im Nachhinein nicht mehr geändert werden darf. Alles andere ist keine wirkliche Prognose.

Und zurück in die Praxis

Wenn du also wissen willst, ob du bei deinem Einstieg in den Markt mit einem handfesten Richtungsvorteil ausgestattet bist, musst du Folgendes testen:

Nach dem Entry platzierst du einen vordefinierten Anfangsstop. Dann legst du ein Profit Target zum Auflösen der Position im gleichen Abstand zum Einstiegspunkt in den Markt (Limit Order).

Ist das passiert, gehst du Kaffee trinken, Einkaufen oder was ähnlich Produktives machen und überlässt dem Markt alles Weitere.

Lass dich dann über dein Mobiltelefon informieren, welche der beiden Orders als erste ausgelöst wurde.

Machst du das oft genug, kannst du ab einer gewissen Anzahl an Beispieltrades erkennen, wie es um deinen wahren Vorteil beim Einstieg bestellt ist.

Alle Hit Rates über 50% bestätigen dann tatsächlich einen statistischen Vorteil bei deiner Einschätzung des künftigen Kursverlaufes zum Einstiegszeitpunkt in einen Trade.

Die bedingte Auszahlungsquote als Alternative zur Trefferquote
Dieses Bild zeigt dir, wie du die Trefferquote so ermittelst, dass sie tatsächlich eine Aussagekraft über die Qualität deines Einstiegs erhält.

Bild:

Die Trefferquote im Härtetest

Da ein ungleiches Chance zu Risiko Verhältnis die Trefferquote genauso manipuliert, wie der Exit aus einem Trade dies tut, bedarf es eines besonderen Tests, um die wahre Qualität des Markteinstiegs zu ermitteln. Ich nenne ihn den ‘Entweder oder Test’. Eine Erweiterung dieser Bedingungen führt zu einer Zahl, die ich bedingte Auszahlungsquote getauft habe. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, das eigene Trading-System gezielt verbessern zu können.

Ich bin davon überzeugt: Nur sehr sehr wenige Trader werden am Ende dieses strengen Tests ihres Markteintiegs eine Trefferquote über der Zufallsmarke in der Statistik stehen haben.

Damit meine ich nicht Kursbewegungen sind komplett zufällig. Preistrends entstehen nicht rein zufällig!

Wer die wichtigen Trends auf seiner Seite hat, kann auch unter diesen verschärften Testbedingungen eine – zumindest leicht – erhöhte Trefferquote generieren. Dafür muss allerdings auch die zur Anwendung gebrachte Stoplogik passen.

Die bedingte Auszahlungsquote – eine nützliche Alternative

Nun lernst du meine persönliche Trefferquote kennen.

Bei mir heisst diese Zahl Auszahlunsgquote. Dieser Ausdruck trifft es in meinen Augen besser.

Diese Kennziffer definiere ich wie folgt:

  • Ein echter Gewinntrade ist ein Gewinn, der mindestens die Höhe meines Anfangsrisikos für einen Trade einspielt (egal, was danach kommt), oder
  • ein Gewinntrade, der mindestens meine erste Zielzone erreichen konnte.

Heisst: Bin ich in einem Trade 1R vorne gewesen und die Kurse kommen zurück, wobei sie den Trade am Einstiegskurs ausstoppen (Miniverlust), zählt das trotzdem als Treffer.

Umgekehrte Situation

Werde ich bei plus einem Tick mit Minigewinn ausgestoppt, aber keine der beiden oben genannten Bedingungen konnten vorher erfüllt werden, ist dieser Trade für mich ein Verlierer, wenn die Kurse danach auch durch das Level des ISL laufen.

Machen sie das nicht und laufen doch wieder nach vorne und triggern dabei eine der zwei Bedingungen, habe ich wiederum einen Gewinntrade vor mir, obwohl in der Statistik ein Miniverlust vermerkt wird.

Da ich – aus guten Gründen – nur Trades mit einem CRV von mindestens 1:1 umsetze, kann ich sicher sein: Auch aus dieser Richtung kommt es zu keinen Verzerrungen.

Ich riskiere niemals viel für wenig.

Mit dieser Betrachtungsweise ist es mir möglich, die Qualität eines Einstiegs wesentlich aussagekräftiger zu beurteilen. Dadurch wird besser klar, wo Handlungsbedarf bei meinem Trading-System besteht.

Nur die dicken Knaller bringen die Rendite

Trefferquote hin und her. Du kannst es dir auch leicht machen und die Trefferquote komplett links liegen lassen.

Mir ist eine Sache aufgefallen: Fast alle gesunden Tradingansätze produzieren eine in der Tendenz ähnliche Verteilung von Gewinnern und Verlierern.

Übrigens ist diese Verteilung auch bei anderen Dingen zu beobachten.

Die 3,3,2,2 Verteilung

Diese Verteilung sieht wie folgt aus:

Von 10 Trades enden ungefähr sechs mit kleinem Verlust und Gewinn. Zwei weitere verursachen einen großen (ISL) Verlust und wieder zwei weitere produzieren dicke Gewinne.

Unter dem Strich gleichen sich die kleinen Verluste und Gewinne in etwa aus.

Die restlichen vier Trades sind dann für deine Performance entscheidend. Schaffst du es die zwei dicken Gewinntrades deutlich größer zu machen, als die zwei ISL Verlusttrades, handelst du profitabel (alle Größen sind hierbei relativ zu sehen).

So funktioniert efolgreiches Traden. Wenigstens in den meisten Fällen.

Für dieses auffällige Verteilungsmuster spielt es wahrscheinlich eine Rolle, dass sich Trefferquote und die Gewinn- respektive Verlusthöhe der Trades direkt gegenseitig beeinflussen.

Unter dem Strich geht es darum, einen positiven Erwartungswert herzustellen.

Die Trefferquote, genauso wie die durchschnittlichen Gewinner und Verlierer, sind Teil der selben Gleichung des Erwartungswertes. Du kannst nicht an einer Schraube dieser Gleichung drehen, ohne die anderen Werte zu beeinflussen.

Schlussglocke

Sei Vorsichtig mit der Beurteilung der Trefferquote! Anstatt der allseits bekannten Trefferquote, nutze lieber die eben ins Spiel gebrachte Auszahlungsquote für die Beurteilung der Qualität deines Markteinstiegs. Diese abgewandelte Art der Trefferquote hat einen echten Nutzen. Sie zeigt dir schonungslos, ob du dich ständig gegen Trends stellst oder mit dem Weg des geringsten Widerstandes tradest. Liegt diese bedingte Trefferquote extrem niedrig, musst du dein Setup überdenken und deine Exitstrategie genau unter die Lupe nehmen.

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