Ahoi! Aktien – Crash voraus

Zugegeben, zum jetzigen Zeitpunkt sieht es an den internationalen Aktienmärkten alles andere als bedrohlich aus. Wieviel höher steht der DAX am Jahresende, wenn ich jetzt noch einsteige? Genau zu solchen Fragen verleiten die Preiskurven von Dow, Dax und Co einen Finanzmarktlaien dieser Tage. Und nicht wenige Anleger werden sie sich tatsächlich stellen. Für den Profi ist es dagegen Zeit, skeptisch zu werden.

Erste Vorboten einer Trendwende bei Aktien sind bisher vor allem abseits der Kurstafeln zu erkennen. Hier will ich die sehr niedrige Volatilität einhergehend mit wenig Umsätzen im aktuellen Aktienhandel nennen. Niedrige Volatilität zeugt von relativer Sorglosigkeit und Zuversicht unter den Anlegern. Aber auch sich häufende Gewinnwarnungen und Ankündigungen von Sparprogrammen, an sich erfolgreich agierender Unternehmen, könnten Vorboten von Ungemach sein. Vor allem der exzessiven Rally amerikanischer Aktien, die erheblich durch Aktienrückkauf-Programme der Unternehmen getragen wird, droht Gefahr, sollten deren Gewinne abflauen. Die Kaufenseite in den Orderbüchern würde dadurch erheblich geschwächt.

Parallel dazu notieren viele Stimmungsumfragen auf Höchstständen und die M&A/IPO Aktivität ist ähnlich stark ausgeprägt wie 2006/07, während einige harte Konjunkturzahlen aus Europa in den letzten Wochen anfingen zu entäuschen. Auch China, mit seinem heissgelaufenen Häusermarkt den teilweise hochverschuldeten Provinzen und seinem nunmehr gedämpften Wirtschaftswachstum, hat das Potential die Investoren zu verschrecken. Über die Substanz und Widerstandsfähigkeit des amerikanischen Aufschwungs herrscht zumindest Uneinigkeit. Sicher ist allemal: Gegen negative Tendenzen aus den anderen riesen Wirtschaftsräumen Europa und China, wird sich auch das heutige Amerika nicht mehr abschotten können. Alles in allem eine durchaus fragile Basis für weitere Kursschübe bei Aktien.

 

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Echte Profis werden nicht auf dem falschen Fuß erwischt. Sie antizipieren ein Drehen der Wahrscheinlichkeiten vor der Masse, indem sie sämtliche Puzzleteile auch außerhalb der technischen Marktanalyse rund um die Finanzmärkte aufschnappen und in das Gesamtbild einfügen. Dadurch wissen diese echt cleveren Typen zwar auch nicht genau, wann und wie weit die Bullen aus der Arena gejagt werden (das ist unmöglich). Aber sie sind eben darauf vorbereitet, falls es dazu kommt. Und das alleine ist schon viel Geld wert.

Einige für mich legitimierte Marktprofis sind sich mittlerweile sehr sicher, innerhalb der nächsten 12 Monate ist der Bullentanz an den Aktienmärkten mit guter Wahrscheinlichkeit zu Ende. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die amerikanische Notenbank ihren geldpolitischen Stimulus wohl noch in diesem Jahr komplett zurückfahren wird. Die Geschichte zeigt: Den Aktienmärkten geht es vor allem dann besonders gut, wenn die Leitzinsen niedrig sind. Die FED ist auch weiterhin der Taktgeber für die Finanzwirtschaft und die Notenbank lässt nun lansgam eine Zinswende für das Jahr 2015 durchblicken. Die erste Zinsanhebung ist dabei in der Regel die heikelste, denn sie reisst die Kapitalmärkte aus ihrer rundumsorglos Komfortzone. Anleger und Spekulanten agieren aufgrund zukünftig zu erwartender Entwicklungen und nehmen Ereignisse vorweg. Also Vorsicht! Der sprichwörtliche Stecker wird dann gezogen, sollte sich der jüngste Wirtschaftsaufschwung doch mehr auf ein niedriges Zinsumfeld stützen als es die Modellberechnungen der Notenbanker vorgeben. Was als nicht zu abwägig eingeschätzt werden sollte.

Rufen sie sich aber auch in Erinnerung, wie die Aktienmärkte in den letzten paar Jahren auf das Auslaufen des jeweiligen Anleihekaufprogrammes der Fed reagiert haben. Die Reaktionen waren jeweils nämlich derart unschön, dass die US Notenbank sich schon nach kurzer Zeit genötigt sah, erneut ein Ankaufprogramm aufzulegen. Auch dieses Mal muss mit einem neuen Stimulus der Fed gerechnet werden, sollten die Finanzmärkte nur laut genug aufheulen. Ein massiver Kurssturz könnte dann ein weiteres Mal in die Zukunft verschoben werden. Manche nennen das Marktmanipulation durch die Notenbanken. Ich nicht, weil es nach dem Gesetz legal und für jedermann antizipierbar ist. Ich sehe die Aktionen der Notenbanken eher als bewußte Marktverzerrung, denn als echte Manipulation. Im Ergebnis dann aber wohl kein so großer Unterschied.

Auch lustig: Irgendwann gibt es kaum noch ausstehende Staatspapiere, welche die Fed kaufen kann. Und was sind das dann für Bondmärkte? Schon mal drüber nachgedacht? Funktionierende Märkte wären das jedenfalls keine mehr. Sie würden eher trockengelegten Sümpfen gleichen, wo sich kein normaler Anleger mehr rein wagt. Unser Finanzsystem und gerade das der USA sind eindeutig auf einem üblen Crystal Meth Trip und sie werden wohl nicht mehr davon loskommen.

 

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Zurück zur aktuellen Situation. Noch sind alle Aktienmärkte mittelfristig charttechnisch unauffällig. Allerdings prallten sowohl der S&P 500 (2000 Pkt.), als auch der Dax (10.000 Pkt.) an psychologisch wichtigen runden Preislevels ab. Der kurzfristige steile Aufwärtstrend im relativ stärksten Markt ,dem S&P500 – wurde mit dem gestrigen Tag – durch neue, dynamische Tiefs aussser Kraft gesetzt. Dax, Dow und Euro Stoxx 50 zeigen hingegen relative Schwäche und bilden im Tageschart schon seit einigen Wochen neue Tiefs aus. Damit ist eine – wenigstens kurzfristige – Korrektur am laufen.

Negative News nahmen die Märkte bisher mit dem sprichwörtlichen Schulterzucken hin und schüttelten alles ab. Ein Zeichen sehr guter Stimmung unter den Investoren. Deshalb muss es nicht überraschen, wenn die Panik vorerst ausbleibt und die aktuelle Schwächephase – wie schon Anfang April diesen Jahres – ein weiteres Mal angekauft wird. Alle aktuellen Krisenherde bieten kaum negatives Überraschungspotential mehr.

Der Stein des Anstoßes kann aus einer ganz anderen Richtung kommen. Oft aus einer, wo gerade keiner hinguckt. So kann ein für die Mehrheit nicht antizipierter Aufruhr in einem anderen Finanzmarkt für einen Stimmungsumschwung auch bei Aktieninvestoren sorgen. Als aussichtsreicher Kandidat sind hier die Märkte für Unternehmensanleihen mit schlechter Bonitätsnote zu nennen. Aber auch eine Kombination verunsichernder Neuigkeiten aus diversen Richtungen, kann die Stimmung plötzlich kippen lassen.

Die Devise ist jetzt, höchste Aufmerksamkeit walten zu lassen. Denn jede harmlose Korrektur hat in diesem Marktzyklus das Zeug dazu, sich in einen echten Crash respektive Bärenmarkt (min. 20% Kursverlust) auszuwachsen. Achten sie auf neue Tiefs und ob die Märkte an diesen Punkten nach unten beschleunigen können. Außerdem schauen sie genau hin: Sollten die Preise die alten Jahreshochs versuchen anzutesten und ihnen geht dabei die Luft aus, sind das immer erste preistechnische Alarmsignale. Für den Dax und den europäischen Blue Chip Index Stoxx50 schrillen damit die Glöckchen. Ob es ein Fehlalarm ist, oder wir die Jahreshochs in diesen Märkten schon gesehen haben, werden wir bald wissen.

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