Pyramidieren: Der Turbolader für dein Trading-Konto

Pyramidieren von Gewinntrades: Die Profitaktik um deine Rendite zu pushen

Viele Trader haben das Problem, dass ihre Gewinntrades zu klein sind. Ich bin mir sicher, du kennst das auch, oder?

Meistens hat das mehrere Gründe. Zum einen werden Gewinntrades zu früh aufgelöst, um kleine sichere Gewinne einzusacken. Fühlt sich ja toll an so ein Gewinn. Oftmals riskieren Trader auch aber zu wenig, wenn ein Trade gut startet und sich eine anstehende starke Bewegung andeutet.

In diesem Beitrag führe ich dich in die Gewinn-Pusher-Taktik schlechthin ein. Pyramidieren ist das Stichwort. Mit dem Bau von Pyramiden hat sie allerdings nicht sehr viel zu tun. Genauso wenig wie mit illegalem pyramidieren, auch als Schneeballsystem bekannt 🙂

Jetzt schnall dich aber lieber an, denn gleich wird dein Konto gesprengt.

Pyramidieren von Gewinntrades erhöht die Größe der Gewinner

Und genau darum geht es dir als guter Trader. Du möchtest vielversprechende Trades möglichst bis zum Anschlag ausnutzen, damit dein Tradingkonto nur so mit Goldtalern zugeschüttet wird. Ruf dir das Bild von Dagobert Duck ins Gedächtnis, wenn er in seinem Geldspeicher rumschwimmt. Einen besseren Vergleich gibt es nicht. Auch er ist so zu seinem Reichtum gekommen. Glaub es mir 🙂

Die Taktik des gestaffelten Markteinstiegs, wie sie auch genannt wird, ist bei Profis daher sehr beliebt. Und bei Anfängern? Eher weniger.

Warum?

Zum einen spielt die Tradingpsychologie eine Rolle.

Die Einstiegstechnik des Pyramidieren erfordert von dir die Bereitschaft in Höchstkurse zu kaufen bzw in Tiefstkurse zu verkaufen. Zusätzlich musst du bereit dazu sein, angelaufene Gewinne direkt wieder zu riskieren. Natürlich auf die Gefahr hin, aus einem sicheren Gewinn einen Verlust zu machen. Börsenneulinge mögen das alles nicht. Sie begnügen sich gerne mit dem Spatz in der Hand und einem guten Gefühl des Gewinns in der Tasche.

Bild: Klarer Vorteil des Pyramidierens: Beim klassischen Ausbau von Gewinntrades hast du immer eine maximale Positionsgröße am Start, wenn sich deine Tradingidee als gut herausstellt. Beim Zukaufen kannst du nochmals massiv pushen, indem du die letzte Position zur vorhergehenden vergrößerst. Hört sich echt pralle an und ist es auch…aber nur wenn deine Tradingidee aufgeht.

Welche Absicht verfolgst du, wenn du pyramidierst?

Ziel 1: Vermeidung von frühzeitigen Gewinnmitnahmen.

Durch den Ausbau von Gewinntrades fällt es dir automatisch leichter Gewinne weiter anwachsen zu lassen. Du musst dir nämlich erst sehr viel später als bei einer einmalig aufgebauten Position Gedanken über die Gewinnsicherung machen, da du erst mal mit dem Positionsausbau beschäftigt bist.

Ziel 2: Dein Kapital in sich gut entwickelnde Trades stecken.

In Verbindung mit klar Risiko begrenzenden Maßnahmen im Verlustfall, ist diese Taktik die Vollendung der völlig abgedroschenen aber absolut wahren und essentiellen Börsenweisheit: ‚Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen’.

Deren richtige Umsetzung aber vielen Tradern sooo schwer fällt. Tja, wieder die Sache mit der Tradingpsychologie.

Wenn du pyramidierst, verfolgst du eine Anti Martingale Taktik

Und das ist gut so!

Denn nur diese Vorgehensweise befähigt dich als Trader dazu, langfristig erfolgreich zu sein. Es ist das Gegenteil des allseits bekannten Martingale Prinzips. Hah! Wer hätte das jetzt gedacht. Bei der Martingale Taktik erhöhst du dein Einsatz, wenn eine Wette oder Trade schlecht läuft. Langfristig endet das meistens im finanziellen Fiasko. Dieses Setzprinzip wurde für den Roulletetisch entwickelt. Wieviele Roullete Millionäre kennst du?

Wenn du dagegen eine Anti Martingale Taktik annwendest, steht der Schutz deines Tradingkapitals an erster Stelle. Nicht das Bedürfnis gutes Geld einer schlechten Wette hinterherzuwerfen. Das überlassen wir guten Trader lieber den Politikern und ihren Versuchen, Griechenland zu retten.

Die langfristig besten Börsenspekulanten sind keine Draufgänger, sondern tatsächlich Risikominimierer!

Der gestaffelte Markteinstieg muss gut überlegt zum Einsatz kommen

Nur Vorteile gibt es allerdings nirgendwo. Was ist beim Pyramidieren also zu beachten?

Diese Einstiegsaktik stellt sich deinem menschlichen Instinkt entgegen.

Normalerweise neigst du dazu billig zu kaufen und teuer zu verkaufen. So macht es jeder Zwischenhändler. Beim Pyramidieren kommt es dir aber zumindest so vor, als ob du teuer kaufst (auf der Longseite). Psychologisch ist das heikel. Du musst dich nämlich überwinden, im Verhältnis zu deinem ersten Kauf, teuer einzusteigen bzw nachzukaufen. Desweiteren brauchst du einiges an Markterfahrung und Grundverständis, um – für diese Taktik – wirklich sinnvolle Markt-Konstellationen – also Trading-Setup – identifizieren zu können.

Bild: Zur besseren Veranschaulichung wurde eine Zielzone für den Trade am alten Swinghoch angenommen. Diese Grafik macht die Gefahr des gestaffelten Markteinstiegs deutlich: Mit jeder zugekauften Position sinkt das Chance Risiko Verhältnis, denn der Stop Loss bleibt für die Gesamtposition gleich. Dies gilt auch, wenn der Stop schon nachgezogen wurde. Es geht mit jeden Zukauf Kurschance verloren. Es ist deshalb sehr wichtig, dein Vorgehen bei dieser aggressiven Pushing Taktik sehr genau zu überlegen.

Pyramidieren beim Trading und seine Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • Zu frühe Gewinnmitnahmen werden erschwert.
  • Die durschnittlichen Gewinntrades in absoluter Höhe werden vergrößert.
  • Auch mit kleineren Tradingkonten können relativ schnell größere Positionen in vielversprechenden Gewinnszenarien gefahren werden, ohne dabei das Risiko auf die „Bottom Line“ (Anfangskapital) des Kontos überstrapazieren zu müssen.

Die Grundzüge der Taktik ensprechen einem „kontosichernden“ Anti Martingale Prinzip. Denn läuft deine Tradingidee gut, bist du mit der vollen oder sogar einer überproportionalen  Positionsgröße im Markt. Kommt es dagegen zu einem ‚Rohrkrepierer‘ ist dieser Trade unterfinanziert und belastet dein Handelskonto weniger, als wenn du eine erhöhte Startposition einmalig aufgebaut hättest. Käme es mit dieser dann zum Auslösen deines Anfangsstops, würde dich das möglicherweise auch noch mental destabilisieren, weil du so große Verluste auf einmal nicht gewohnt bist.

Nachteile:

  • Pyramidieren setzt ein hohes Maß an spezifischer Markterfahrung und gutes Verständnis für Marktbewegungen voraus, um die Taktik gezielt punktuiert und somit effektiv zum Einsatz bringen zu können.

-> Wendest du sie blind an, kannst du mit einem gestaffelten Markteinstieg auf deinem Handelskonto sogar Schaden anrichten. Der Ausbau einer Gewinnposition muss wohl durchdacht vorgenommen werden, ansonsten ist der Erwartungswert dieser Strategie möglicherweise schlechter, als wenn du nur eine Standardposition gehandelt hättest.

  • Du musst als Trader bereit sein – wenn es für deine Position gut läuft – sicher angelaufene Gewinne gänzlich zu riskieren um am Ende einen unsicheren noch viel größeren Gewinn einfahren zu können. Je nach Aggressivität des Positionsausbaus kommt es sogar erneut zu einem Verlust obwohl die Startposition schon deutlich im Gewinn war.

-> Gerade mit dem letzten Punkt haben sehr viele – auch erfahrene Trader – echte Probleme, denn du machst im ungünstigsten Fall aus einem Gewinner- mutwillig einen Verlierertrade.

Der Aufwand bei der Umsetzung am Markt ist gegenüber einem einmaligen Einstieg höher, denn du musst sehr konzentriert arbeiten und die Kursentwicklung genau verfolgen.

Bild: Dir als Trader stehen drei Techniken zum Aufbau von Pyramiden zur Verfügung. Je besser du die Tradinggelegenheit einstuft, desto aggressiver gehst du vor. Bei der defensiven Pyramide ist die Anfangsposition am größten. Wohingegen bei der aggressiven Pyramide der letzte Zukauf die größte Position darstellt. Die initiale Positionseröffnung findet immer mit deinem Standardrisiko pro Trade statt. Der grüne Pfeil am rechten Rand soll schematisch den Kursverlauf darstellen.

Pyramidieren ist keine Taktik für Anfänger

Als Anfänger solltest du lieber erst Sicherheit im Umgang mit dem einfachen „voll rein voll raus“ System erlangen, bevor du dir Gedanken über einen – wie auch immer gearteten – gestaffelten Markteinstieg machst.

Bist du ein ambitionierter erfahrenerer Trader bietet sich das Pyramidieren von Gewinnpositionen an. Wenn du es clever anstellst und durchziehst, schraubst du dir mit dieser Einstiegstaktik einen Turbolader ins Tradingkonto.

Allerdings nicht ohne Tücken.

Grundlegend muss dir nämlich klar sein: Ein gestaffelter Ausbau von Gewinnpositionen macht mathematisch nur dann Sinn, wenn sich die Wahrscheinlichkeit für ein Aufgehen der Tradingidee – zum Zeitpunkt des Ausbaus deiner Position – eher verbessert und nicht verschlechtert hat.

Denn Achtung! Dein Chance Risiko Verhältnis ist demgegenüber ganz sicher dann am besten, wenn (gleicher Stop für die Gesamtposition vorausgesetzt) du die erste Standardposition eröffnest.

Diese Tatsache bedingt auch die Notwendigkeit einen Trade möglichst schnell und aggressiv zu pyramidieren, da du ansonsten den Nachteil des schlechteren CRV’s nicht ausgleichen kannst und der Erwartungswert der Trading-Strategie schlechter ausfallen könnte, als beim einmaligen Aufbau deiner Standardposition.

Schlussglocke

Letztlich musst du einen gestaffelten Einstieg für dich umsetzbar gestalten. Daher musst du frühzeitig wissen, welche Vorgehensweise du in der Praxis tatsächlich anwenden möchtest.

Das gilt für die technische Umsetzung (Schnelligkeit, Konzentratiosnfähigkeit) aber auch für die Aggressivität des Positionsausbaus an sich. Wenn du mental absolut nicht damit klarkommst sehr aggressiv zu pyramidieren, bringt es nichts, wenn du theoretisch weisst wie es geht. Du würdest bei der Umsetzung nie das Optimum erreichen können und möglicherweise sogar fehleranfällig werden.

Trotzdem kannst du dich auch als defensiv veranlagter Trader für einen etwas zurückhaltenderen Positionsausbau im Gewinnfall, Schritt für Schritt fit machen.

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