Trading-Grundlagen: Die Chance Risiko Falle

Hohe R-Vielfache beim Trading sind nicht der heilige Gral

Mein langjähriger Trading Buddy Rene Berteit outete sich in einem Beitrag für Godmode Trader, dass er kein Freund der Jagd auf hohe R-Vielfache beim Trading sei.

Ich selbst preise im Gegensatz dazu das CRV (Chance Risiko Verhältnis) oder Risk to Reward, als ein wichtiges Kriterium für die Auswahl eines Trading-Setup. Sollte ich ihm deshalb nun böse sein? Nicht unbedingt.

Du als Trader musst aber wissen, welche Probleme die sogenannte CRV Betrachtung mit sich bringen kann.

 

Für die Frage, ob ein Trade durchgeführt werden darf, ist oft zu lesen, dass nur Chance-Risiko-Verhältnisse (kurz: CRV) von 2 oder besser 3 interessant sind. Ein Trader, der dieser Regel folgt, braucht nun nur noch Trefferquoten von 33,3% (ohne Kosten) bzw. 25%, um profitabel zu handeln, so die Kernargumentation

Hüten Sie sich davor, einen Automatismus zu sehen, wo keiner ist. Untersuchen Sie Ihre Signale in der Vergangenheit genau, ob diese wirklich in der Lage sind, eine solche Leistung zu erbringen…

…Dabei darf an dieser Stelle auch nicht vergessen werden, dass unsere Kursziele sehr subjektiv sind. In Kombination mit Emotionen ist die Gefahr folglich groß, die Chancen schlichtweg zu überschätzen oder sich bei einem ungünstigen CRV einfach ein größeres Ziel zu suchen.

 

GodmodeTrader.de

Diese Aussage bringt das Kernproblem des CRV Prinzips ans Tageslicht. Es lautet:

Die richtige Einschätzung eines realistisch möglichen CRV ist für einen Trader sehr schwierig. Und hohe R-Vielfache sind kein Garant für erfolgreiches Trading.

Schauen wir uns also den Knackpunkt bei der CRV Betrachtung genauer an.

Du kannst als Trader das CRV willkürlich anpassen

Der Anfangsstopp eines Trades kann klar definiert werden, wohingegen eine Zielzone nur grob abzuschätzen ist. Ja, du kannst sie als Trader sogar willkürlich in den Chart einzeichnen.

Diese Tatsache ist gefährlich und für Anfänger am gefährlichsten, denn CRV’s können so, um einen Trade zu rechtfertigen, schöngerechnet werden. Dies hat auch Rene bereits in seinem Beitrag – etwas anders formuliert – beschrieben.

Hohe CRV’s zu traden ist mit sinnvoll platzierten Stops schwierig

Aus eigener Erfahrung ist mir klar geworden: Wenn ich auf große CRV’s aus bin, wird mein Trading-System unheimlich viele Breakeven Trades oder Verluste produzieren. Wird der Stop Loss zu schnell in den Gewinn nachgezogen, ist es vielfach nicht möglich sehr hohe CRV’s zu erreichen, da die Position frühzeitig ausgestoppt wird.

Wirklich hohe CRV’s von 4+x auf das eingegangene Risisko einzusacken (wie es Trading-Guru Van Tharp in seinem Buch Beruf:Trader u.a. emphiehlt), ist mit einem markttechnisch sinnvoll platzierten Stop in der Praxis nur schwer zu realisieren.

Wieso das?

Weil die durchsschnittlichen Kursbewegungen im Verhältnis zur Größe des ISL (Initial-Stop-Loss) einfach zu klein sind. Im Besonderen gilt diese Behauptung für den reinen Intradayhandel, da der Trade hier nur eine zeitlich begrenzte Spanne für seine Entfaltung zur Verfügung hat. Als Day Trader willst du schließlich am Ende des Tages flat sein, sonst bist du kein Day Trader und musst Overnight Risiken in Kauf nehmen.

Einen ‘Monster CRV Ansatz’ zu handeln ist fragwürdig

Wenn du also solche extremen CRV’s erreichen willst, bist du dazu gezwungen, den ISL zu verkleinern. Dieses Vorgehen ist aber fragwürdig, da du nun das Marktrauschen in deinem Zeitrahmen ignorierst.

Die Trefferquote wird so zwangsläufig noch niedriger werden. Jetzt kannst du als Trader nicht mal mehr mit Hit Rates von 30% rechnen.

Die tatsächliche Auszahlungsquote eines so initiierten ‘Monster CRV Trades’ wird mit Glück bei zwei Trades in 15 Versuchen liegen. Diese beiden Trades müssen dann zwingend im Schnitt rund acht Risikovielfache zurückholen, damit dieser Ansatz überhaupt profitabel ist.

Je nachdem wieviele b/e und Verlustrades du kassierst, kann diese Zahl schwanken. Bei dieser Betrachtung ist ein ‘entweder oder’ Ansatz die Grundlage. Die Trefferquote wird nur mit diesem Ansatz sinnvoll gemessen.

Allein der psychologische Druck einen solchen Monster CRV Ansatz fehlerfrei durchzuhandeln, ist immens, da es ständig zu ausgedehnten Verluststrecken kommen wird und viele deutliche Gewinntrades komplett hergegeben werden müssen. Deine Tradingpsychologie muss wirklich robust sein.

Mach dir das klar, bevor du so etwas in Betracht ziehst! Ich hatte es vor Jahren auch mal vor, bis ich skeptisch wurde

Bild: Der grüne Punkt signalisiert den Einstieg. Die rote Linie ist der ISL. Die verschiedenfarbigen Rechtecke kennzeichnen mögliche Gewinnziele. Tradest du mit einem klaren Trend, ist es noch am einfachsten ein realistisches Gewinnpotential deines Trades abzuschätzen. In einem fortgeschrittenen Trend und bei nicht trendkonformen Setups, wird die ganze Sache noch erheblich unsicherer!

Bleib realistisch und mach es dir so einfach wie möglich

Der wesentlich einfachere und langfristig sicherere Weg ist es, mit angemessen großem Stop, eine wirklich – aus Erfahrung – realistisch mögliche Kursbewegung einzufangen.

Realistisch heisst hier maximal ein CRV von 2 (Kurschance in Abhängigkeit vom Anfangsrisiko): 1 (Anfangsrisikoeinheit) anzuvisieren. Alles darüber kommt durchaus vor aber ist relativ selten.

Der Trackrecord meiner eigenen Trading Strategie, zeigt mir ein tatsächlich erreichtes Verhältnis bei der Höhe von Gewinnen zum Anfangsstop eines Trades von in etwa 1,2 bis 1,4.

Meine Gewinntrades erreichen langfristig also im Schnitt max die 1,4 fache Höhe des Startrisikos einer Position. Das ist nicht allzu hoch. Aber es ist jeden einzelnen Handelstag mehrfach zu realisieren und es reicht damit aus, um gute Renditen zu erzielen.

Das soll aber nicht heissen, dass es hin und wieder Marktsituationen gibt, bei denen du als erfahrener Trader ziemlich sicher weisst: Jetzt stehen die Chancen auf ein hohes R-Vielfaches gut, wenn sich denn der Trade den Erwartungen entsprechend entwickelt.

Oftmals tauchen diese hochpotenten Situationen auf, wenn ein markttechnisch sinnvoller ISL sehr klein ausfallen kann und eine Preisbewegung gerade erst anläuft.

Gefährlich kann es für dein Konto werden, sobald du es nicht schaffst auf Dauer zumindest annähernd das Anfangsrisiko deiner Trades wieder reinzuholen.

Sinkt dein Gewinn/Verlust Verhältnis unter 1:1, bist du auf richtig gute Auszahlungsquoten angewiesen. Schon bei einem Verhältnis von 0,7:1 bedarf es einer Auszahlungsquote von 65%, wenn ein ‘entweder oder’ Trademanagement Anwendung findet, damit du profitabel bist. Hälst du diese Auszahlungsquote langfristig nicht, wirst du Geld verlieren.

Schlussglocke

Die CRV Betrachtung ist nicht unwichtig für dich als Trader. Du brauchst sie, um einen stabilen Low Risk Setup Handelsansatz entwickeln zu können. Jedoch darfst du das Chance Risiko Verhältnis nicht als heiligen Gral des Tradings ansehen (im Sinne je höher desto besser), denn sonst kannst du böse überrascht werden.

Hohe R-Vielfache müssen durch eine niedrige Auszahlungsquote und einen sehr engen Initial Stop Loss erkauft werden.

Zudem ist es extrem schwierig einzuschätzen, wie hoch die tatsächliche Auszahlungsquote (durch mein Pareto-Modell ermittelbar) bei einem ‘Monster CRV Ansatz’ wirklich liegt. Und ob diese dann ausreicht, die vielen Rohrkrepierer auszugleichen.

Dies rührt daher, weil die Wahrscheinlichkeiten für eine Trendfortsetzung mit zunehmender Ausdehnung der Bewegung sinken und du als Trader bei der Einschätzung der Größe dieser Veränderung ziemlich im Dunkeln tappst.

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