Ein gutes Day Trading Setup. Wie erkennst du es?

Ein potentes Day Trading-Setup und seine drei Zutaten

Wenige Day Trader haben eines. Viele suchen eines. Manche, die es haben, behaupten sie haben keines. Einige die keines haben, glauben, sie hätten eines.

Es geht hier um das Trading-Setup.

Tatsache ist: Ausnahmslos alle Trader würden einiges dafür geben, ein gutes Day Trading Setup ihr Eigen nennen zu können.

Was genau ist überhaupt ein Trading Setup? Und vor allem, wie kann ich ein gutes von einem schlechten Trading Setup unterscheiden?

Genau um diese Fragen dreht sich dieser Artikel.

Achtung! Ein Trading Setup ist kein Trading System

Die meisten Day Trader kennen wohl beide Begriffe. Kannst du sie aber auch genau voneinander abgrenzen?

Wenn du jemandem erzählst, du hättest da ein tolles Day Trading Setup entdeckt, meinst du damit in der Regel ein bestimmtes Kriterium für den Einstieg in den Markt.

Wo liegt jetzt der Unterschied zu einem Trading System?

Das ist ganz einfach erklärt. Dein Trading System besteht aus mehreren Komponenten, die das Money-Management , Trade-Management und eben auch den Markt-Einstieg beinhalten.

Mit Trading Setup ist hingegen nur der Bestandteil Markteinstieg innerhalb deines kompletten Trading-Systems gemeint. Bei jedem Trading-Stil, wie beispielsweise dem Trend-Trading, können verschiedene spezifische Setups für den Einstieg in einen Trade genutzt werden.

Tradest du ein Fibonacci Retracement, ist das somit noch lange kein Trading-System. Setzt du eine Eröffnungsstrategie um, kannst du sie auch nicht als Trading-System bezeichnen. Beides sind Trading-Strategien. Eine Abgrenzung zum Trading-Setup findest du hier.

Die drei Grundtypen eines Day Trading-Setup

Um die Frage zu beantworten, wie du ein gutes von einem schlechten Setup unterscheiden kannst, hole ich etwas aus.

Frage mal einen Traderkollegen Quääärstrisch Traderkollegin, welche Arten von Trading-Setup er Quääärstrisch sie kennt 😀

Du wirst erstaunt sein über die Vielfalt von Antworten, die er oder natürlich sie dir an den Kopf schmeissen werden. Jetzt reichts mir mit Genderkorrektheit, sry!

Da ist dann meist die Rede vom Momentum Setup, Break Out Setup, Range Bound Setup, High Volume Low Price Setup, Umkehr Setup, Ross Haken Setup, 123 Setup, Morgenstern Abendstern Setup, Hammer Setup, Tasse mit oder ohne Henkel Setup, Hängender Mann Setup und natürlich dem Killer Setup und wat weiss ich noch alles.

Einverstanden – Jeder Trader gibt seinen Lieblingen gerne einen eigenen Namen. Ist ja auch in Ordnung, dadurch kannst du dich besser mit ihnen identifizieren.

Bei dieser Einteilung ist aber Vorsicht geboten!

Diese individuelle Benennung deines Trading-Setup verleitet dich zu der Annahme, da draußen im Trading Universe gäbe es tatsächlich so viele grundsätzlich verschiedene Day Trading Setup.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag, als würde dies zutreffen, musst du hier mal schleunigst einen Schritt zurücktreten und dir überlegen, wo hier der Hase begraben liegt. Oder war das der Hund? Egal.

Deine Trading Setups bestehen aus einer einfachen Grundordnung

Die Preise an der Börse bewegen sich prinzipiell immer in drei Grundmustern. Weißt du welche das sind?

Wenn nicht, solltest du dir dieses Wissen flott aneignen. Ich gebe dir mal ein paar Begriffe dazu: Bewegung, Gegenbewegung, Keine Bewegung.

Die Joe Ross Trading Methode bezieht sich ebenfalls auf ein Gesetz der Charts, welches die Kursbewegungen scheinbar immer beschreiben kann. Bitte verwechsel das nicht mit den markttechnisch hergeleiteten Grundmustern der Bewegungsdynamik von liquiden Finanzmärkten.

Drei Grundbewegungen machen den Kurschart aus

Aus diesen drei verschiedenen Arten von Bewegung entsteht bzw besteht letzten Endes der gesamte Kurschart, welchen du auf deinem Monitor zu Gesicht bekommst.

Und genau aus diesen drei Grundtypen der Kursbewegung heraus, hast du deine Trading-Setup einzuteilen.

Was glaubst du, wieso könnte das von Relevanz für deine Trading Performance sein?

Ein kleiner Tipp: Mit dem Einstieg hat es am wenigsten zu tun.

Ein Trading-Setup folgt immer einem von drei Grundmustern der Markttechnik
Der Grundaufbau der Kursberwegung – hieraus kannst du praktisch alle Trading-Setup herleiten

Bild: Diese schematische Zeichnung zeigt dir zwei grundlegende Kursbewegungen an den Finanzmärkten. Schwarz = Bewegung, blau = Gegenbewegung. Für beide Arten von Kursbewegung gibt es bestimmte Charaterristika, die sie ausmachen. Grundlegend ist zu sagen: Die Bewegung stellt den Trend dar und in diese Richtung laufen die Kurse in der Tendenz schneller und gleichmässiger, als in einer Gegenbewegung zum Trend.

Trading-Setup Grundaufbau
Rot bedeutet richtungsloser Markt
Bild: In diesem Bild zeige ich dir die dritte Art von grundlegender Kursbewegung. Schaffen die Kurse nach einem Test bzw einem Ansatz zur Wiederaufnahme des ursprünglichen Trend keine klaren neuen Hochs (im Aufwärtstrend), sondern fallen wieder darunter zurück aber entwickeln auch keine starke Dynamik in die Gegenrichtung, hast du es mit einem richtungslosen Markt (in diesem Zeitrahmen) zu tun (rote Linie). Vorsicht! Diese Darstellung ist absolut vereinfachend und nur für das Grundverständnis der Schematik zu gebrauchen. Durch diese Sichtweise nimmst du aber eine Art Vogelperspektive über dem Marktverlauf ein und erkennst sofort, in welchem Umfeld sich der Markt gerade befindet. Dadurch erhälst du einen Überblick und weisst, wo der Hase gerade wirklich läuft. Dieser Überblick über das Marktgeschehen hilft dir bei der Steuerung deines Risikos für deine nächste Tradingidee.
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Wie du dein Risiko für ein Trading-Setup richtig vorgibst

Wenn du ein Trading Setup des Grundtyps ‚Bewegung’ hast, riskierst du am meisten.

Beim Typ ‚Gegenbewegung’ (Korrektur) und ‚Keine Bewegung’ (enstpricht einem per Saldo Seitwärtsmarkt) gehst du mit dem Risiko in der Tendenz nach unten.

Was hat es damit auf sich?

Stellt dein Trading Setup Grundtyp ‚Bewegung’ dar, heisst das nichts anderes, als das du mit dem Trend in den Markt einsteigst.

Du kennst hoffentlich die Börsenweisheit ‚The Trend is your Friend’, oder?

Und so ist es tatsächlich im Trading. Ein Trading Setup mit dem Trend hat höhere Chancen auf Auszahlung – nicht verwechseln mit der Trefferquote -sowie auf im Durchschnitt höhere Auszahlungen an sich. Heisst: Größere Gewinne.

Diese erhöhte Wahrscheinlichkeit musst du ausnutzen. Und zwar indem du deine Positionsgröße erhöhst und beim Exit aus der Position mehr riskierst, um deine Gewinne zu pushen.

Bei Trading Setup des Grundtyp ‚Gegenbewegung’ und ‚keine Bewegung’ musst du im Vergleich zu ‚Bewegungssetups’ logischerweise in der Summe dein Risiko für einen Trade reduzieren.

Die Wirkmechanismen deiner Risikostellschrauben

Ich glaube, wie du vor dem Eröffnen eines Trades über die Positionsgröße dein Risiko erhöhst, muss ich nicht näher erläutern, oder? An dieser Stellschraube haben wir wohl alle schon mal – meist im Frust – verzweifelt dran herumgedreht und sie dann nicht selten überdreht 🙂

Beim Exit gibt es mehrere Möglichkeiten auf dein Risiko in einem Trade einzuwirken.

Über den Exit mehr zu riskieren bedeutet allgemein, dem Trade mehr Raum zur Entwicklung zu lassen.

Konkret steuerst du dein Risiko über die zeitliche Komponenete (Zeitstop), durch die Stopgröße, oder auch mit Hilfe von beiden Einflussgrößen. Genauso durch Teilexits im Gewinn wie Verlust. Dabei wirkt der Exit auf die aktuelle Positionsgröße eines Trades ein und steuert so dein Risiko, welches du dem Trade gewähren willst.

Und jetzt komme ich wieder zu meiner kurzen Zwischenfrage von weiter oben 😉

Die Positionsgröße – deine ultimative Risikostellschraube

Die Abgrenzung zwischen der Riskosteuerung mittels Exit und Positionsgröße wird damit schwammig. Du kannst sogar soweit gehen und behaupten, die technische Risikosteuerung beim Trading wird in letzter Instanz tatsächlich immer durch eine Veränderung der Positionsgröße realisiert.

Dennoch ist es schon aus praktischer Sicht sinnvoll, den Exit als eigenständige Komponente zum Einstellen deines Risikos zu betrachten.

Die Auswahl der Hauptzielzone für deinen Trade ist ein weiterer Faktor, der sich auf dein Risiko auswirkt. Je weiter du sie ansetzt desto mehr Risiko gehst du beim Exit ein, weil du angelaufene Gewinne aufs Spiel setzen musst, um noch mehr zu gewinnen.

Und welche Möglichkeiten hast du mit dem Einstieg auf dein Risiko für einen Trade einzuwirken?

Selbst der Markteinstieg kann zum Risikomanagement gezählt werden

Der Entry hat nicht ganz die Wichtigkeit für deine Risikosteuerung, wie die Positionsgröße und der Exit aus einem Trade. Dennoch kannst du mit dem Einstieg auf dein Risiko in einem Trade Einfluss nehmen.

Und zwar unter der Bedingung, dass du immer einen charttechnisch sinnvollen Initial Stop verwendest. Orientierst du dich an diesen wichtigen Marken für deine Stopsetzung, kannst du über deinen Einstiegskurs dein Risiko beeinflussen.

Praktisch sieht das so aus: Je frühzeitiger du einsteigst desto größer muss dein Initial Stop sein.

Wartest du eine Reaktion der Kurse ab – Handel eines Fibonacci Retracement – kannst du günstiger deinen Trade eröffnen und dein Risiko verringert sich und gleichzeitig geht deine Kurschance nach oben. Sprich dein CRV verbessert sich.

Natürlich kannst du den kleiner werdenden Initial Stop durch das Abwarten günstigerer Kurse auch wieder dafür nutzen, die Positionsgröße zu erhöhen. Dann wird das Risiko selbstverständlich nicht niedriger. Aber prinzipiell nimmst du mit der Aggressivität beim Markteinstieg Einfluss auf dein Risiko.

Wann hast du ein gutes Trading Setup vor dir?

Ha, jetzt wird es spannend.

Diese Frage stellt den Kern dieses ganzen Artikels dar und nun ist es Zeit für eine gute Antwort, oder?

Auch wenn du deine Day Trading Setups in Trendkonforme und nicht Trendkonforme einteilen kannst, solltest du daran nicht die wahre Qualität eines Trading Setup festmachen.

Durch ein cleveres Risiko-Management stellst du sicher, dass du auch von nicht ganz so potenten aber dennoch handelbaren Trading Setups profitieren kannst. Handelbar heisst in diesem Zusammenhang: Ein Trading Setup liefert dir einen positiven Erwartungswert. Mehr braucht es nicht und dann muss es gespielt, sprich, ausgenutzt werden.

Denn merke: Opportunität pusht Profitabilität!

Meine drei Zutaten eines potenten Trading Setup sind:

  1. Kleiner sinnvoller Initial Stop kann gesetzt werden,

2. Frühzeitiger Einstieg in eine sich aufbauende neue Bewegung ist möglich,

3. Der Einstieg erfolgt idealerweise mit einem klar ausgeprägten Trend

Diese Beschreibung eines ‚guten’ Trading Setup kennen die Stammleser meines Blogs als ‚Low Risk Day Trading Setup’ oder Trading-System.

Wenn du diese Betrachtungsweise verinnerlichst und sie deine Tradingpsychologie formt, wirst du in Zukunft alle wirklich schlechten Setups ohne Probleme erkennen können.

Wichtig bei der ganzen Geschichte des ‚Low Risk Day Trading Setup’ ist vor allem eine Sache: Du musst als Day Trader in der Lage sein, eine Kursbewegung in ihrem Fortschritt gut einzuschätzen- und einen charttechnisch sinnvollen Initial Stop aus dem Preischart herauslesen zu können.

Erstaunlicherweise haben auch nicht wenige Trader Probleme damit, einen Trend bzw das gesamte Trendumfeld zu erkennen. Dadurch wissen viele gar nicht um die Potenz ihrer Handelsidee. Doch das ist eminent wichtig zu wissen, denn je frühzeitiger du in einen Trend einsteigst desto potenter ist deine Tradingchance.

Behalte den wichtigen Trend im Blick

Hierzu gebe ich dir den simplen Tipp: Vergrößer einfach mal das Zeitfenster deiner Chartsoftware und lass dir nicht immer nur die letzte Viertelstunde der Kursbewegung im Großformat auf deinem Monitor anzeigen 😉

Die Ausdehnung oder den Fortschritt einer Kursbewegung einzuschätzen, ist technisch die schwierigste Aufgabe für dich als Trader und sie erfordert Markterfahrung.

Einen charttechnisch guten Stop Loss zu erkennen, ist dagegen kein Hexenwerk.

Relative Hochs/Tiefs oder wichtige Tageskurse wie Tages(Vortages)hoch/tief, Eröffnung, Schlusskurs sind hierbei die entscheidenden Punkte für dich als Trader. Teilweise können auch mehrtägige stark umkämpfte Kurszonen als Linien im Sand dienen. Auch Begrenzungen von eindeutigen Trendkanälen sind hier noch zu nennen.

Schlussglocke

Mach dir klar, dass es Unterschiede im Gewinnpotential eines Trading Setup gibt. Um potente von weniger potenten Setup zu unterscheiden, musst du die drei Grundtypen von Day Trading Setup kennen.

Die Einteilung in Bewegung-Setup, Gegenbewegung-Setup und Keine-Bewegung-Setup ist hierfür dein Maßstab.

Dein cleveres Risiko-Management sorgt dann für die angemessene Dosierung der Aggressivität bei Einstieg, Exit und Positionsgrößensteuerung, in Abhängigkeit des vorliegenden Trading-Setup Grundtyps.

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