Mechanisches Trading System oder Vollblut-Trader. Du triffst die Wahl!

Wie du dein passendes Trading System auswählst

Wenn du an der Börse völlig ohne ein systematisches Vorgehen agierst, wird es für dich ganz schwierig werden, als Gewinner aus dem Börsenhandel hervorzugehen.

Mechanisches Trading System und diskretionäres Trading sind dir sicher geläufige Begriffe.

Der erste Begriff impliziert schon das Vorhandensein von Systematik beim Trading. Aber auch ein erfolgreicher diskretionärer Trader ist gezwungen, seinen manuell ausgeführten Trading-Ansatz nach mehr oder weniger strengen Regeln zu entwerfen.

Beide Trading-Ansätze haben ihre Vor-und Nachteile für dich als Trader.

Welche das sind und worauf du bei der Auswahl deines persönlichen Trading System achten musst, zeige ich in diesem Artikel.

Erstmal komme ich jetzt zum Grundaufbau eines jeden Trading Systems, damit du weißt, wann du überhaupt ein echtes Trading System vor dir hast. Hierbei spielt es keine Rolle ob mechanisch oder diskretionär gehandelt wird.

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Ein Trading System und seine drei Grundpfeiler

Dieser Punkt muss dringend geklärt werden, denn es gibt sehr viele Anfänger in der Tradingbranche, die ein Trading Setup mit einem Trading System verwechseln.

So glauben einige eine Eröffnungsstrategie ist ein Trading-System. Ist sie aber nicht, denn dazu gehört mehr, als nur der Einstieg und der Anfangsstop. Für ein Fibonacci Retracement gilt das Gleiche.

Ein Trading-Setup gibt dir nur die Regeln für deinen Markteinstieg vor.

Wohingegen das Trading-System aus drei Basis-Komponenten besteht und dir als Trader damit einen kompletten Tradingansatz liefert, der auf alle tradingtechnischen Fragen eine Antwort liefert.

Diese drei Komponenten sind:

I. Positionsgrößen-Algorithmus

II. Trade-Management

III. Einstiegs-Kriterien

Grundpfeiler eins: Was zum Teufel ist ein Positionsgrößen-Algorithmus?

Ich gebe zu, dieser Begriff wirkt abschreckend, grade auf Zahlenlegasteniker, die bei dem Wort Algorithmus seit der Schulzeit Gänsehaut bekommen.

Aber du kannst dich entspannen, es wird nichts so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

Beim Trading spielen Zahlen zwar eine wichtige Rolle aber letztlich musst du als Trader nur die Grundzusammenhänge kapiert haben, damit du erfolgreich handeln kannst. Ausnahmen gibt es natürlich auch beim Trading: Und zwar, wenn du einen sehr mathematischen Trading-Ansatz handeln möchtest, zum Beispiel eine Optionsstrategie oder auch eine Strategie für Sportwetten.

Um diese Art des Trading geht es aber in meinem Blog nicht, denn ich bin kein echter Experte dafür, sondern nur für das sogenannte Richtungs-Trading.

Also: Ein Positionsgrößen-Algorithmus gibt dir vor, wie hoch deine Positionsgröße zum Start der Positionseröffnung sein muss.

Hauptkriterium für die richtige Auswahl deiner Positionsgröße sind deine finanziellen Ziele und deine persönliche Risikoneigung.

Je weniger Draufgänger du bist, desto kleiner sollte deine optimale Positionsgröße ausfallen.

Auf der anderen Seite muss der Positionsgrößen-Algorithmus einen Kompromiss finden, zwischen dem Erreichen deiner finanzielen Ziele und einem möglichen Konto-Crash.

Über den Daumen kann gesagt werden, dass du nicht mehr als 2% deines Risikokapitals für einen Trade riskieren solltest. Wohlgemerkt, wenn dir das Überleben deines Trading-Kontos wichtig ist. Es geht auch mehr, aber dann steigen die Warscheinlichkeiten eines Kontoruins deutlich. Allerdings hast du dann auch die Möglichkeit, deutlich höhere Renditen zu erzielen.

Hier kommt die persönliche Risikoneigung deines Charaktertyps ins Spiel. Sprich, deine Tradingpsychologie.

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Die zweite Basis-Komponente deines Trading System: Das Trade-Management

Wenn die Rede vom Trade-Management die Runde macht, ist damit der Exit aus einem Trade gemeint.

Ein gutes Trading-System muss erprobte und clevere Regeln für den Ausstieg beinhalten, denn der Exit ist dein Hauptsteuerrad für dein Trading. Mit dem Exit steht und fällt die Gewinnerwartung deines Trading-System.

Gute Einstiege in eine Position können durch einen schlechten Exit regelrecht zerstört werden. Aber auch in die andere Richtung entfalltet der Exit seine Wirkung und du kannst als Trader aus einem unvorteilhaften Markteinstieg noch ein akzeptables Ergebnis herausholen, wenn du weißt, was du beim Exit zu tun hast.

Genau genommen zählt zum Exit auch der Initial-Stop-Loss, auch wenn dieser vielfach nur mit dem Risikomanagment in Verbindung gebracht wird. Er schützt dein Konto vor zu hohen Verlusten, letzten Endes stellt der ISL (Initial Stop Loss) aber auch nur einen Exit aus deiner Position dar.

Wie ein guter Exit beim Richtungstrading prinizipiell aufgebaut sein muss, erfährst du in meinem neuen eBook. Als Newsletter Abonnent für dich kostenlos!

Die dritte Säule eines Trading System

Die dritte Komponente eines Trading System wird durch die Festlegung der Kriterien für deinen Markteinstieg gebildet. In Traderkreisen spricht man vom Trading oder Einstiegs-Setup.

Diese Komponente deines Trading System ist in der Summe die unwichtigste. Dennoch darf sie nicht außer Acht gelassen werden. Denn wenn du als Trader immer total dämlich einsteigst – ja das ist möglich, grade als Day Trader – machst du dir dein Traderleben extra schwer.

Nachdem du jetzt die drei Grundpfeiler eines jeden Trading-System kennst, komme ich nun zum nächsten wichtigen Punkt über den du Bescheid wissen musst wenn es um die Auswahl deines Trading System geht.

Es handelt sich um die zwei Hauptkennzahlen, mit deren Hilfe du die Qualität eines Trading System beurteilen kannst, ohne dafür die konkreten Handelsregeln des jeweiligen Tradingansatzes kennen zu müssen.

Denn es ist so: Regeln können noch so toll klingen und ausgefeilt sein. An der Börse und beim Trading geht es am Ende des Tages nur um die nackten Zahlen. Macht dein Trading System Gewinne oder nicht? Und wenn es Gewinne macht, tut es das, ohne dafür zuviel riskieren zu müssen?

Was ist die Trefferquote? Eine wertlose Zahlenhülse

Um die Wichtigkeit der beiden Zahlen darzustellen, muss ich erst die vermeintliche Wichtigkeit einer anderen, sehr populären Kennzahl eines Trading System, degradieren.

Die meisten Anfänger lassen sich dabei von dieser vermeintlichen Superzahl beeindrucken.

Die Rede ist hier von der Trefferquote. Vor allem System-Verkäufer und Signaldienste stellen diese Kennziffer in den Vordergrund, wenn es darum geht, ihre Trading-Produkte an den Trader zu bringen.

Diese Taktik ist nachvollziehbar, denn für einen Tradinganfänger sind möglichst viele Gewinne beim Trading genau das was er möchte. Konsequenz? Die Verkäufer der Trading-Systeme bedienen diesen Wunsch ihrer potentiellen Kunden und werben meist nach der Devise, je höher die Trefferquote, desto besser.

Entweder drehen sie dafür beim Backtest solange an einem Rädchen herum, bis der gewünschte Wert herausspringt, bei einigen schwarzen Schaafen unter den Signalanbietern wird sogar einfach nur eine Zahl für die Trefferquote in den Raum gestellt. Hauptsache sie ist hoch genug.

Der eigentliche Haken bei der Trefferquote

Bei der ganzen Geschichte gibt es aber noch einen Haken: Die Trefferquote in ihrer allgemeingültigen Definition kann dir als Trader gar keine seriöse Auskunft darüber geben, ob ein bestimmter Markteinstieg überhaupt einen echten Richtungsvorteil besitzt.

Wieso das, fragst du dich jetzt? Verständlich.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass jeder Trade als Treffer gewertet wird, sobald er einen Tick Gewinn einfährt. Und es spielt auch keinerlei Rolle, ob die Kurse im Vorfeld schon einmal im Gewinn waren, geschweige denn wie weit im Gewinn waren.

Das führt zu Verzerrungen bei der Berechnung der Trefferquote, denn du kannst einfach den Stop Loss auf plus einen Tick nachziehen, sobald dein Trade zum Beispiel gerade mal vier Ticks im Gewinn war. Und das Ganze vor dem Hintergrund, dass du bei diesem Trade eigentlich eine Zielzone von mindestens 20 Ticks geplant hattest.

Durch ein unpassendes CRV kannst du deine Trefferquote ebenfalls zum Guten manipulieren. Letzten Endes läuft das wieder über den Exit. Du riskierst dann einfach vom Start weg sehr viel Geld für sehr wenig Gewinn. Sprich: Du kassierst schnell kleine Gewinne ein, wenn dein Trade etwas ins Plus läuft, und gibst ihm viel Spielraum wenn er ‚unter Wasser’ gerät.

Auch in diesem Szenario hast du eine wertlos hohe Trefferquote erzeugt. Verlierst du nämlich sind deine Verluste im Verhältnis zu den Gewinnen extrem hoch. Du lässt somit Verluste laufen und verdrehst die goldene Tradingregel ‚Gewinne laufen lassen’ ins Gegenteil. Meistens geht so ein Trading System auf lange Sicht plus minus Null aus. Vor Kosten allerdings.

Wie du die Qualität deines Trading System anhand von zwei Kennzahlen beurteilen kannst

Konzentriere dich bei der Beurteilung der Qualität deines Trading System daher auf die sogenannte Win to Loss Ratio und mit Abstrichen auf den Profit Factor und tausche die Begrifflichkeit Trefferquote gegen Auszahlungsquote aus.

Die erste Kennzahl stellt das Verhältnis von tatsächlich getradeten Gewinnen und Verlusten dar. Und zwar im Durchschnitt. Diese Kennzahl weist bei einem gesunden Trading System einen Wert von größer eins auf. Dadurch weißt du, dein Trading System schafft es, die goldene Trading Regel ‚Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen’ erfolgreich anzuwenden.

Und darum geht es an der Börse!

Die zweite wichtige Kennzahl eines Trading System ist der Profit Factor

In die Berechnung dieser Zahl fließt zusätzlich zu den durchschnittlichen Gewinnen und Verlusten auch noch die Trefferquote mit ein. Wie du jetzt weißt, ist die Trefferquote nicht optimal in ihrer Aussagekraft. Diese Diskrepanz überträgt sich logischerweise dann auch auf den Profit Factor. Es ist also durchaus auch beim Profit Factor leichte Skepsis angebracht. Außerdem erhält diese Zahl erst mit zunehmender Anzahl getätigter Trades seine Bedeutung.

Dennoch kannst du dich an ihr soweit orientieren, dass du erkennst, ob dein Trading System unter den aktuellen Bedingungen langfristig gewinnen wird.

Jeder Wert größer als eins sagt dir, dein Trading System ist profitabel.

Der Profit Factor gibt dir Auskunft darüber, wieviel Geld du mit deinem Trading System für einen investierten bzw verlorenen Dollar zurückgewinnst.

Die Trefferquote kannst du allerdings nicht ganz vernachlässigen. Denn wenn du einen soliden Exit (inklusive ISL) in dein Trading System implementiert hast und die Trefferquote sehr niedrig sein sollte, ist eine Überprüfung deiner Einstiegskriterien durchaus sinnvoll.

Was eine sehr niedrige Trefferquote ist? Gute Frage.

Sie hängt durchaus von deinem Tradingansatz ab. Wenn du aber in etwa auf Gewinne zwischen 1,2 und 2 R aus bist, wäre eine Trefferquote von 30% schon richtig schwach.

Hier die Formeln zu Berechnung von Win to Loss Ratio und Profit Factor:

Win to Loss Ratio =[ Summe aller Gewinne/ Anzahl Gewinne] / [Summe aller Verluste/Anzahl Verluste]

Profit Factor = Durchschnittlicher Gewinn x Prozentanteil Gewinner / Durchschnittlichen Verlust x Prozentanteil Verlierer

Da du jetzt die Hauptkennzahlen und deren Qualität für die Bewertung deines Trading-System kennst und deinen Tradingansatz nun objektiv beurteilen kannst, gilt es im nächsten Schritt zu klären, ob du ein mechanisches Trading System handeln willst oder ein diskretionäres.

Mechanisches Trading System versus diskretionäres Trading

Was bedeuten überhaupt die beiden Begriffe?

Unter einem mechanischen Trading System versteht man einen Tradingansatz, dessen Regeln gänzlich oder zu einem großen Teil in Programmcode gepackt werden können. Dadurch kann ein Computer dein Trading-System mechanisch, also immer gleich und automatisiert, umsetzen.

Der Begriff diskretionäres Trading steht für das Gegenteil. Als diskretionärer Trader führst du alle Handgriffe selber aus und bist alleine dafür verantwortlich die Tradingregeln deines Trading System einzuhalten.

Bevor du dich für eine Variante entscheidest, solltest du dir die wichtigsten Vor-und Nachteile beider Arten von Trading System vor Augen führen.

Hier die wichtigsten Vorteile eines diskretionären Tradingansatzes:

  • Maximale Flexibilität beim Trading
  • Höherer Erwartungswert

Nachteile:

  • Mehr Zeitaufwand
  • Bessere mentale Fähigkeiten seitens des Traders erforderlich

Und jetzt die Vorteile eines mechanischen Trading System:

  • Zeitaufwand geringer, wenn das System einmal programmiert wurde.
  • Die psychologische Komponente beim Handel tritt in den Hintergrund (aber verschwindet nicht!)

Nachteile:

  • Wenig Flexibilität beim Trading
  • Niedriger Erwartungswert

Für die Auswahl deines Trading System sind deine Ziele und Fähigkeiten entscheidend

Du musst dich als erstes fragen: Was stellt Trading für dich dar?

Will ich den Markt spüren und Vollblutrader sein? Dann kann für dich nur diskretionäres Trading die Antwort sein. Denn du bist den ganzen Tag direkt am Markt und aktiv bei der Umsetzung deiner Handelstrategie beteiligt. Du musst dich jeden Tag neu in den Markt reinlesen und kannst aus einem schier endlosen Reportoir von Möglichkeiten schöpfen.

Legst du darauf keinen Wert, ist ein mechanisches Trading System eine echte Alternative für dich. Egal, ob du programmieren kannst oder nicht.

Unter Experten ist es Konsens, dass ein mechanisches Trading-System niemals den Erwartungswert eines guten diskretionären Traders erreichen kann.

Die Frage lautet: Ist das so schlimm?

Ein guter diskretionärer Trader zu werden und auch zu bleiben, ist nicht einfach.

Unterschätze das nicht! Du bist beim diskretionären Trading dem unsicheren Börsenumfeld täglich ausgesetzt. Du brauchst schon einen echten mentalen Vorteil gegenüber anderen Tradern, um hierbei langfristig zu bestehen und so deinen theoretisch besseren Erwartungswert auch tatsächlich praktisch auszureizen.

Traust du dir das nicht zu, ist es für dich besser das Trading mechanisch anzugehen.

Unter dem Strich ist dann die Chance für dich dennoch größer am Jahresende mit einer besseren Rendite dazustehen, als wenn du diskretionär traden würdest. Da du dein mechanisches Trading System in diesem Fall konsequent anwenden wirst.

Ein Trading System erzeugt ein teil-passives Einkommen

Der niedrigere Erwartungswert bei automatischen Tradingansätzen muss sich nicht als zu großer Nachteil erweisen, wenn du absolut nicht der Typ für diskretionäres Trading bist und du in der Person als Trader ein Hochrisiko für dein Konto darstellst.

Das Programmieren und die weitere Pflege deines mechanischen Trading System kannst du unter Umständen sogar outsourcen. Ein diskretionärer Trader musst du selber sein. Bist du gesundheitlich nicht auf der Höhe oder hast emotionale Probleme zu bewältigen, kannst du als diskretionärer Trader somit auch kein Geld machen.

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl deines Tradingansatzes sind deine übergeordneten Ziele.

Bedeutet Trading für dich nur ein Standbein von mehreren, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen, drängt sich ein mechanischer Ansatz auf. Du wirst im Alltag wesentlich mehr Freiraum für andere Tätigkeiten haben, wenn du mechanisch handelst.

Natürlich kannst du auch diskretionär traden, wenn du zeitgleich mehrere Projekte beackerst. Aber Vorsicht ist geboten!

Dein Trading wird dann immer mehr zum Glücksspiel, weil es zunehmend schwieriger für dich ist, gerade dann Zeit für den Markt freizuschaufeln, wenn du eine gute Tradingchance vor dir hast.

Oftmals kann es auch eine Herausforderung sein, wenn du dich zwischen anderen Aufgaben schnell genug in den Markt reindenken musst. Als diskretionärer Trader stehst du immer wieder aufs Neue vor dieser Herausforderung.

Idealerweise bist du in der Lage einen ganzen Tag oder Vormittag komplett dem Trading zu widmen. Dann kannst du auch diskretionäres Trading als eines von mehreren Standbeinen betreiben.

Ein mechanisches Trading System zu traden, erfordert eine besondere Herangehensweise

Als diskretionärer Trader kannst du dich auf wenige oder sogar nur einen Markt spezialisieren und dadurch deinen Erwartungswert weiter erhöhen, denn du wirst mit der Zeit ein echter Experte für deine Märkte und hast einen beachtlichen Erfahrungsvorteil gegenüber deiner Konkurrenz.

Die Rendite kommt hier also durch Spezialisierung zustande.

Wenn du mit einem mechanischen Trading System nennenswerte Gewinne machen möchtest, kannst du nicht so vorgehen.

Ein programmierter Computer ist nicht dazu fähig sich ständig zu verbessern und den Markt vollumfänglich wahrzunehmen, denn es ist einfach zu kompliziert komplexe Strategien in Programmcode zu fassen.

Dem muss bei der Planung einer mechanisch umgesetzten Tradindstrategie Rechnung getragen werden.

Die Devise lautet: Diversifikation und Masse

Dein verhältnismässig simpler mechanischer Tradingansatz wird eine relativ bescheidene Rendite erwirtschaften. Und um das halbwegs auszugleichen, ist es notwendig, ihn in möglichst vielen möglichst unkorrelierten Märkten zur Anwendung zu bringen.

Beim mechanischen Trading kommt die Rendite somit mehr durch Quantität als Qualität zustande.

Da mehr Transaktionen auch höhere Kosten bedeuten, wirkt das wiederum bremsend auf dein Jahresergebnis ein. Grade als Retailkunde musst du diesen Kostenfaktor genau im Auge behalten, ansonsten frisst er deine Rendite auf.

Genau dieser Kostenfaktor, aber auch der erhöhte Kapitalbedarf, welchen du benötigst um viele Märkte gleichzeitig zu traden, erschweren mechanisches Trading für dich als Retailkunde.

Ein mechanisches Trading System ist keine Gelddruck-Maschine

Verabschiede dich im Hinblick auf ein mechanisches Trading System von dem Gedanken an eine Gelddruckmaschine, die du einmal programmierst und dann in deinen Keller stellst und vergisst.

Ein mechnisches System bedarf ebenfalls ständiger Überwachung und kleinerer Anpassungen, damit es weiterhin profitabel ist. Wenn du dich nur auf einen einmal fixierten mechanischen Ansatz, womöglich noch in nur einem Markt verlässt, wirst du Schiffbruch erleiden.

Wäre es so einfach, gäbe es keine Holzfäller und Maurer mehr. Dafür nur noch Börsenmillionäre. Der Markt wäre dann irgendwann leergesaugt und würde zusammenbrechen.

Als diskretionärer Trader kannst du auch einen unerwarteten Pluspunkt verbuchen.

Dein Trading System oder Ansatz fliegt nicht so leicht auf und die Tarnung ist besser. Wenn du sehr flexibel agierst und nicht immer alle Trades automatisch mit Limit-Order absicherst, ist es sehr schwer, selbst für deinen Broker, hinter deine Strategie zu kommen.

Vergess aber nicht dein Risiko dennoch zu begrenzen. Ein Worst Case Stop Loss muss trotzdem unbedingt immer irgendwo im Markt liegen.

Ein mechanisches Trading-System muss backtestbar sein

Ein mechanisches Trading-System kann und sollte natürlich backgestet werden. Denn wenn du dein mechanischen Ansatz nicht backtesten kannst, ist er auch nicht programmierbar.

Ein großes Thema hierzu ist die Gefahr der Überoptimierung. Mit Überoptimierung ist eine übertriebene Anpassung des Trading-System an Daten (Kursverläufe) der Vergangenheit gemeint.

Du erzeugst damit zwar ein tolles Ergebnis deines mechanischen Trading-System, allerdings sinkt gleichzeitig die sogenannte Robustheit deines Ansatzes im zukünftigen Livehandel an der Börse.

Sprich: Schon kleine Unterschiede im zukünftigen Kursverlauf bzw Marktverhalten, gegenüber des vergangenen Testzeitraums, können dein mechanisches Trading-System unprofitabel werden lassen.

Zu genau werde ich in diesem Artikel nicht darauf eingehen. Mein Tipp für dich: Wenn du keine außerordentlichen Kenntnisse beim Programmieren von Trading-Systemen hast, übergebe die Arbeit der Programmierung und des Backtesting an einen Experten.

Du gewinnst dadurch Zeit und kannst dich um produktivere Sachen kümmern. Außerdem erhöhst du so die Chance vom Start weg Gewinne zu einzufahren.

Zum Thema Backtesting musst du auch noch wissen: Ein diskretionärer variabler Tradingansatz kann niemals backgetestet werden!

Du musst als diskretionärer Trader darauf setzen, dass dein Tradingansatz von Natur aus gesund ist und zumindest kein Geld verlieren wird. Dann kannst du ihn nach und nach weiter verbessern, wenn deine Erfahrungswerte steigen.

Diese Tatsache stellt viele Trader vor eine große Herausforderung. Denn die meisten versuchen, sich durch Backtesting von ihrem Trading-System eine Sicherheit zu verschaffen und damit die Gewissheit zu erlangen, dass dieses auch tatsächlich funktioniert.

Deshalb kann die nicht Backtestbarkeit als ein zusätzlicher Nachteil eines diskretionären Tradingansatzes angesehen werden.

Aus diesem Grund ist es für einen diskretionären Trader enorm wichtig, nicht zu früh mit echtem Geld zu traden. Wenn du über eine Simulationsplattform tradest und nach Hundert Trades unter dem Strich kein Gewinn einfahren konntest, brauchst du erst gar nicht mit Echtgeld an den Start gehen.

Schlussglocke

Du kannst als Trader grundsätzlich unter zwei Herangehensweisen an die Märkte auswählen: Mechanisch oder diskretionär.

Du musst aber wissen: Auch als diskretionärer Trader braucht dein Tradingansatz klare Regeln.

Diskretionär bedeutet für mich nicht, ohne jegliche Regeln zu agieren. Wenn du das tust riskierst du dich völlig zu verzetteln, weil du eigentlich tun und lassen kannst was du willst.

Deine Tradingergebnisse werden so schwer reproduzierbar sein.

Beide Arten von Trading-System haben vor und Nachteile.

Ein echter Vollbluttrader muss immer wieder selber am Markt aktiv sein, sonst ist es für ihn kein echtes Trading. Bist du hingegen technisch versiert, hantierst gerne mit Zahlen und programmierst gerne, ist ein mechanisches Trading-System wahrscheinlich dein Favorit.

Es ist mit Sicherheit mit beiden Ansätzen ähnlich schwierig, langfristig erfolgreich zu traden. Aus diesem Grund kannst du dich bei deiner Entscheidung für ein Trading-System auch maßgeblich an rein praktischen Gesichtspunkten orientieren.

Wieviel Zeit willst und kannst du für das Trading investieren? Siehst du Trading aus dem Blickwinkel eines Unternehmers oder als Passion? Welche Ressourcen stehen dir zur Verfügung und was für einer Art Tradingstrategie vertraust du am meisten? Ist sie überhaupt programmierbar?

Diese Fragen musst du dir stellen, um letztlich deine Entscheidung treffen zu können.

Wie du dich auch entscheidest, eine Sache muss bei jedem Trading System stimmen, und das ist die Profitabilität. Sonst machen alle anderen Überlegungen keinen Sinn. Und damit du das sicherstellen kannst, empfehle ich dir, weiter meinen Blog zu lesen 😉

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