Fibonacci-Trading: Wenn sich Ursache und Wirkung umdrehen

Fibonacci ist kein Trading – System

Retracements musst du aber nutzen

Wer meinen Blog kennt, weiss, ich lege Wert auf den praktischen Nutzen einer Sache und nicht auf theoretisches Tam Tam. Wenn du dich jetzt fragst, was ein Fibonacci Retracement ist und wie du ein Fibonacci Retracement richtig setzen musst, folge dem Link am Ende dieses Beitrags. In diesem zweiteiligen Beitrag bringe ich dir dagegen Fibonacci-Trading von der praktischen Seite her näher, und wie du es für dein Trading sinnvoll verwenden kannst. Und jetzt ran an die Bulletten…

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Was Fibonacci-Trading generell bedeutet

Ganz ohne Theorie geht’s nun auch nicht 🙂

In aller Regel wird mit diesem Begriff das Traden nach vorbestimmten Korrekturniveaus und Kurszielen verstanden, welche sich allesamt mathematisch aus der Fibonacci Zahlenreihe herleiten. Während einige Trader glauben, es handelt sich um ein Trading-System, denken wieder andere, es ist eine Art Naturgesetz, nachdem sich die Kurse an der Börse ausrichten. Im schlimmsten Fall glauben sie, beides stimmt. Das Mißverständnis mit dem Trading-System, wird durch Broker und Signalanbieter geschürt, die teilweise einfache Charttools zur technischen Analyse als System vermarkten.

Ein Trading-System versteckt sich hinter dem Wortlaut Fibonacci-Trading definitiv nicht, denn es geht nur um konkrete Ein- und Austiegszonen im Preischart. Immerhin…

Die Frage, die sich aufdrängt: Wie zum Teufel kommt jemand darauf, zu glauben, zwischen einer mathematischen Zahlenreihe und dem Verhalten von Börsenkursen besteht ein Zusammenhang? Eine, rein auf einem mathematischen Gesetz basierende Regel, dafür zu benutzen um Kursvorhersagen zu treffen? Prognosen von Kursbewegungen, die der Mensch mit seinen mentalen Zwängen und Emotionen auslöst?

 

Das Ding mit den sich selbst erfüllenden Prophezeihungen

Wie auch immer man dazu steht: Der Praktiker stellt sich nur eine Frage: Bringt mir Fibonacci-Trading einen Vorteil, oder nicht?

Und jetzt wird es interessant.

Auch wenn ich den oben angeführten Zusammenhang zwischen Mathematik und Börse für sehr weit hergeholt halte, gebe ich zu, mich bei einigen Setups selbst an Fibonacci-Zahlen zu orientieren.

Warum das?

Weil heutzutage viele andere Marktteilnehmer auf diese Zahlen achten. That’s it.

Ich bin überzeugt davon: Verbreitest du erfolgreich das Gerücht, dass die Kurse an der Börse – bei Westwind in New York – meistens stärker fallen als steigen, wird daraus irgendwann ein Schuh.

Aus einem völlig belanglosen Zuammenhang von Ursache und Wirkung, kommt so plötzlich doch etwas Brauchbares dabei heraus.

Fibonacci Level und ihr Nutzen beim Trading

Du kannst die Fibonacci-Levels benutzen, um in einem klaren Trend zu günstigeren Kursen in die Hauptbewegung einzusteigen. Ein Markttechniker nennt das einfach den Handel aus der Korrektur heraus. Er weiss, die Kurse bewegen sich immer in Trend- und Gegentrend-Bewegungen, deshalb muss es zu Korrekturen kommen. Diese Phasen nutzt du dann, um dein Chance Risiko Verhältnis (CRV) für einen Trendtrade zu verbessern.

Wieso sich das CRV verbessert?

Dies liegt zum einen an dem geringeren Abstand vom Einstiegpreis zum charttechnisch sinnvollen Stop Loss Punkt hinter dem letzten Korrekturextrem. Zum anderen aber auch am größeren Bewegungspotential in deine anvisierte Traderichtung.

Du tradest ja mit dem Haupttrend und kannst somit davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit für neue Kurshochs (Aufwärtrend als Beispiel) recht gut ist. Steigst du über ein Fibonacci Retracement ein, kommst du frühzeitig in diese antizipierte Trendbewegung.

Wartest du bis das alte Kurshoch gebrochen wird, ist hingegen der Stop Loss größer geworden und dein Preis für dieses Trendsetup hat sich verteuert. Du spielst in beiden Fällen die gleiche Kursbewegung, nur mit unterschiedlich guten CRV’s.

Meine Markterfahrung sagt mir ganz klar: Die Wahrscheinlichkeiten für einen erfolgreichen Trade, sind in beiden Szenarien mindestens gleich groß. Also wieso ein schlechteres CRV traden?

Achte auf dein eigenes Empfinden: Eine 50% Korrektur schaut optisch gut aus, oder? Die Preise sind  – im Verhältnis zum letzten Hoch – offensichtlich wieder recht günstig, sollte der Trend später fortgesetzet werden.

Gerade als Anfänger mit wenig Markterfahrung, machst du technisch nichts falsch, wenn du wartest, um auf diesem Niveau einzusteigen.

Dennoch steige ich nicht ausschließlich über Fibonacci Retracement in Trends ein. Der Grund ist in erster Linie die Opportunität.

Eine clevere Eröffnungsstrategie ist eine weitere Möglichkeit, Trades mit sehr guten CRV’s duchzuführen.

Fibonacci Extensions: Eine fragwürdige Art der Kurszielprognose

Nun werden Fibonacci Zahlen – von nicht wenigen Tradern – auch als Kurszielprognose verwendet. Ganz ehrlich: Diese Strategie halte ich für wenig vorteilhaft. Gerade den Ansatz einem Fibonacci – Retracement eine bestimmte Extension zuzuordnen, erachte ich als völlig überzogen.

Was ich meine? Wenn die Korrektur bei – zum Beispiel – 38,2% zu ihrem Ende kam, werden die Kurse wahrscheinlich das 138,2% Extension-Level anlaufen, so die These. Den 50% und 61,8% Retracements, wird hingegen die Fibonacci Extension von 161,8% zugeordnet.

Was bedeutet diese Zuordnung tatsächlich?

Es wird hierbei unterstellt: Je weniger die Kurse korrigieren desto weniger Kurspotential haben sie in der nächsten Trendbewegung. Nenne mir bitte einen guten Grund, der diese Annahme nachvollziehbar stützen könnte?!

Aus meiner Tradingerfahrung heraus weiss ich, sehr oft tritt sogar das Gegenteil ein.

Durch sehr starke Kaufdynamik korrigiert der Markt nur wenig, um dann umso heftiger in die ursprüngliche Trendrichtung weiterzulaufen. Und gerade weil viele nicht damit gerechnet haben, und auf eine stärkere Korrektur für ihren eigenen Markteinstieg hofften, laufen ihnen dann die Kurse weg. Nicht wenige Trader müssen -andere meinen es nur zu müssen – jetzt auf den rollenden Zug springen. Dieses Verhalten treibt die Kurse – nicht selten – ohne nennenswerte Rücksetzer weit über das alte Hoch hinaus.

Da mir die Überzeugung in den Nutzen der Extensions fehlt, ziehe ich im zweiten Teil des Artikels meine – und hoffentlich auch deine – Aufmerksamkeit auf das effektive Arbeiten mit den Fibonacci – Retracement im Tradingalltag.

Schlussglocke

Auch wenn es ein eigenes Fibonacci-Trading System nicht gibt, kannst du als Trader die mathematisch abgeleiteten Retracements für günstige Einstiege in die Haupttrendrichtung nutzen. Da viele Marktteilnehmer darauf achten, drehen die Kurse in diesem Bereich oftmals ein und setzen den übergeordneten Trend fort, beziehungsweise setzen wenigstens dazu an. Mit dem Zahlenverhältnis selbst hat das jedoch wenig zu tun – es ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, ausgelöst durch die Trader selbst. Eine Kurszielprognose mit Hilfe der Fibonacci-Extensions halte ich für wertlos. Der Auslegungsspielraum für den einzelnen Trader ist hier größer, als bei den Retracements, und durch die Verwendung von Gewinnsicherungsstops treten Gewinnmitnahmen – in vielen Fällen – schon vor oder erst nach dem Erreichen der ursprünglich anvisierten Take Profit Zone auf.

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