Das Fibonacci-Retracement im praktischen Einsatz

Wie du ein Retracement clever nutzt

Im heutigen Beitrag dieser Kurzserie zum Thema Fibonacci-Trading, geht es um das Traden mit dem Fibonacci-Retracement. Das Fibonacci-Retracement ist eine Trading Strategie, oder besser Einstiegstaktik, mit einem dicken Vorteil für Trendtrader.

Fibonacci-Retracements eignen sich grundsätzlich für alle Märkte, von der Kryptowährung über Aktien bis hin zu Futures. Es ist eine Universal-Einstiegstaktik für Trader.

Hier kannst du nachlesen, warum ich dagegen die Extensions für Zielprognosen nicht benutze. 3,2,1 gehen wir’s an…

In meinem Trading-Newsletter verrate ich dir, wie du dein Trading Buizz clever startest.

Kein Problem im kleinen Zeitrahmen

Tradest du in einem kleinen Zeitrahmen, oder die letzte Bewegung in Trendrichtung viel nicht sehr groß aus, ist das Traden von Fibonacci-Retracements absolut easy. Alle Fibonacci Level liegen in dieser Ausgangssituation sehr eng zusammen.

Es ist dir möglich, an jedem Retracement – Level long (ich bleibe beim Aufwärtstrend Szenario) einzusteigen, da du den Initial Stop – selbst im ‚teuersten’ Fall (Einstieg bei 38,2% bzw. 23%) – ohne Probleme unter das letzte Reaktionstief aus dem Aufwärtstrend legen kannst. Du musst nur für dich entscheiden, wie sicher du bei einer weiteren Trendbewegung dabei sein möchtest. Je mehr Korrektur du abwartest desto größer die Gefahr eine gute Folgebewegung zu verpassen.

Egal wo du in der Korrektur einsteigst: Letztendlich liegt dieser Punkt – bei diesem Beispiel – immer mehr oder weniger auf irgendeinem Fibonacci-Retracement.

Das Fibonacci-Retracement bei engen Abständen der einzelnen Retracement Level
Keine Probleme mit dem Fibonacci-Retracement, wenn die Level eng zusammen liegen

Bild: Liegen die Fibonacci-Level – absolut in Ticks – nicht sehr weit auseinander, kann jedes Level direkt getradet werden. Selbst wenn du sehr aggressiv bei 23% einsteigst, wird der charttechnisch sinvolle ISL (rote Linie) nicht zu groß. Für einen Trader die einfachste Situation, denn es macht kaum einen Unterschied aus, wo der Einstieg erfolgt. Das CRV bleibt ähnlich und du kannst praktisch immer kaufen, sobald die Kurse etwas zurückgesetzt haben.

Retracement Level mit größeren Abständen sind problematisch

Richtig knifflig wird es, wenn die Fibonacci Retracements weiter auseinanderliegen. Dies ist vor allem bei größeren Zeitrahmen und starken Kursbewegungen der Fall.

Ich habe schon den Ratschlag gehört, einfach alle Retracements für einen Einstieg zu benutzen und den ISL jeweils am nächsten wichtigen Fibonacci Korrekturlevel zu platzieren.

Die Nachteile dieser Taktik sind offensichtlich:

  • Dein Initial Stop Loss wird dann charttechnisch deplatziert im Markt liegen.
  • Die direkten Tradingkosten steigen durch mehr Transaktionen.
  • Dein Trading wird unruhiger werden, da du mehr Aufwand beim Trademanagement betreiben musst und..
  • ..die mentale Belastung nimmt zu, weil du mehr Entscheidungen zu treffen hast und in einigen Fällen direkt nach einem Verlust erneut eine Position eröffnen müsstest.

Abgesehen davon ist es fragwürdig einen Exit und Entry hintereinander -auf fast exakten Kursniveaus -durchzuführen.

Einen Vorteil hat diese Taktik allerdings: Du bist mit einer recht großen Wahrscheinlichkeit in einer neuen Trendbewegung dabei.

Ein Fibonacci-Retracement muss nicht exakt getroffen werden

Wiederum zeigen eigene Erfahrungswerte, wie schwer es in der Praxis wirklich ist, die exakte Ausdehnung einer Korrektur richtig zu antizipieren. Aus diesem Grund warte ich auch nicht ab, bis die Kurse ein Retracement-Level exakt treffen. Früher habe ich das getan. Mit der Konsequenz, dass ich sehr viele gute Bewegungen verpasst habe. Nicht selten nur um ein bis drei Ticks.

Aus dem gleichen Grund arbeite ich übrigens in kürzeren Zeiteirahmen – bis auf wenige Ausnahmen – auch ohne zusätzlichen Trigger für den Einstieg. Ich kaufe in einem Aufwärtsrend demnach direkt in die Retracement Bewegung rein, sobald die für mich wichtigen Level erreicht werden.

Ich konnte für mich keinen dauerhaft vorteilhaften Einstiegstrigger finden, der einen direkten aggressiven Einstieg outperformt. Denn aufgepaßt: Wartest du ab, bis sich die Kurse in irgendeiner Form zu drehen beginnen, tradest du in den allermeisten Fällen ein schlechteres Chance Risiko Verhältnis und dummerweise verbessern sich die Gewinnchancen nicht ausreichend, um diesen Nachteil mehr als weg zu machen.

Nur die Anzahl der 1R Verluste konnte ich mit einem Trigger etwas verringern. Manchmal bekommst du aber auch deinen Trigger nicht und schaust einer toll antizipierten Trendbewegung hinterher. Diese Situationen sind nicht selten die teuersten beim Trading.

In großen Zeiteinheiten bist du dagegen fast gezwungen mit einem Trigger im kleineren Zeitrahmen einzusteigen, weil du dir sonst den ISL gar nicht leisten kannst.

Mit dem 50% Fibonacci-Retracement machst du nichts falsch

Liegen die für mich wichtigen Retracement Zonen relativ eng zusammen, visiere ich meistens einen Einstieg im Bereich von 50% an.

Hat der Markt viel Dampf unter der Haube und vorher wichtige Preislevel durchbrochen, ziele ich – bei weiter auseinanderliegenden Fibolevels – eher auf ein Retracement zwischen 23 und 38,2% ab. In diesem Szenario setze ich den ISL dann meistens hinter das 62,8% Fibolevel. Hin und wieder musst du als Trader Kompromisse eingehen und den Stop Loss absichtlich kleiner machen, als es chartechnisch sinnvoll wäre. Generell versuche ich das jedoch zu vermeiden.

Es gibt für diese Situation noch eine ganz einfache Alternative: Kannst du dir denken welche?

Verzichte auf den Trade.

Du kannst stattdessen aber auch einen volatilitätsbasierten ISL einsetzen. Hierfür bietet sich die Average True Range an. Bei der genauen Größe eines solchen Stops scheiden sich die Geister. Ich würde einen Wert zwischen dem zwei und Dreifachen der Standard ATR wählen.

Mit steigender Markterfahrung bekommst du ein besseres Gefühl für die Ausdehnung einer Trendbewegung im Gesamtszenario, dann kannst du bei der Stopsetzung etwas mehr experimentieren und nach Bedarf weniger oder mehr Raum zur Entwicklung des Trades lassen.

Deine Entscheidung wird vereinfacht, wenn du einfach immer jene Stoptaktik anwendest, die für einen bestimmten Trade am wenigsten Geld kostet.

Schwieriger Abstand der Fibonacci-Retracement
Die ungünstigste Situation beim Traden von Fibonacci-Retracements

Bild: Bei mittelgroßen Abständen wird die Handhabung der Fibonacci Level schwieriger. Nicht selten kann nur das 62,8% Niveau direkt gehandelt werden. Als Trader musst du jetzt entscheiden, welches Level du traden möchtest. Mit einem großen Konto (oder niedrigem Hebel) hast du klare Vorteile. In diesem Fall passt du einfach deine Lotgröße an und stopst chartechnisch sauber (rote Linie). Mit kleinerem Konto musst du Kompromisse machen und möglicherweise eine andere Stoplogik verwenden. Ist ein Nachkaufen im Verlust nichts für dich, bleibt jedoch die Problematik der Level-Auswahl für den Einstieg – auch mit ausreichend großem Konto – vorhanden.

Fibonacci-Retracements mit großen Abständen als eigenständige Setup handeln

Auf hohen Zeitrahmen befinden sich die Fibonacci Retracements – in Ticks – zwangsläufig sehr weit auseinander.

Dieser Umstand ist besser, als die Situation im gerade genannten Szenario.

Wieso das?

Jetzt kannst du als Trader jedes Retracement Level als ein eigenständiges Trading Setup behandeln. Dir wird so die knifflige Entscheidung automatisch abgenommen, auf welches Fibolevel du dich konzenrieren möchtest.

In hohen Zeiteben ist es noch wichtiger, nicht auf genaue Preise für den Einstieg aus zu sein. Lege dir eine Preiszone um das tatsächliche Fibonacci-Retracement fest, in der du nach einem Einstieg in Trendrichtung suchst.

Der genaue Einstiegstrigger obliegt deiner persönlichen Preferenz und sollte auch an deiner Kontogröße – im Verhältnis zum gehandelten Instrument – ausgerichtet sein.

Das Fibonacci-Retrament auf dem Daily Chart

In den meisten Fällen wirst du als privater Futures Trader nicht das Konto dafür haben, einen charttechnisch sinnvollen Stop Loss in einer sehr großen Zeitebene – wie dem Daily Chart – zu setzen. Daher bietet es sich an, einen untergeordneten Zeitrahmen als Trigger für den Entry aber auch für das Trademanagement zu nutzen.

Da sich auch ein großer Trend immer erst im Kleinen aufbauen muss, kannst du warten, bis der Trend auf einem niedrigen Zeitrahmen gebrochen wird und sobald ein neuer Trend in die übergeordnete Richtung zu starten versucht, platzierst du dich im Markt. Gehst du sehr aggressiv vor, lauerst du schon einem Trendbruch im 1 Minuten-Chart auf. Du musst dann selbstverständlich mit Reentries planen, solange das übergeordnete Setup des Fibonacci-Retracements intakt bleibt. Nicht jeder Trend dreht sich schlagartig um.

Dein Trading wird dann aber unruhiger, fehleranfälliger und ineffektiver. Dafür hast du mehr Action…die Entscheidung musst du für dich treffen. Je kleiner dein Konto ist, oder je höher deine Transaktionskosten sind, desto mehr sollte die Kosteneffizienz dabei eine Rolle spielen.

Viele Varianten der Eröffnungsstrategie sind zum Beispiel echte Effizienzmonster. Nicht selten kannst du sie mit einem Fibonacci-Retracement kombinieren.

Das Fibonacci-Retracement auf dem Tageschart
Trading des Fibonacci-Retracement auf dem Daily Chart mit Trigger aus dem untergeordneten Zeitrahmen

Bild: Weite Abstände zwischen den Fibonacci Retracements findest du meistens in großeren Zeitrahmen vor. Du brauchst dir keine Gedanken über die Levelauswahl und Stoplogik zu machen. Warum? Du handelst jedes Level als eigenes Setup. Dein Einstiegstrigger kann ein Trendbruch im untergeordneten Zeitrahmen sein, indem du auch deinen ISL setzt (rechter Chartverlauf). Nur eine Sache musst du genau für dich abstecken: Ab wann das übergeordnete Hauptsetup (also das Fibo-Retracement) negiert wird!?

Schlussglocke

Fibonacci-Retraments eignen sich gut, um in Trends günstig einzusteigen. In allen Fällen erhöhst du dein CRV, gegenüber einem Breakout Einstieg am letzten Kursextrem, deutlich. Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung tauchen auf, wenn die Fibolevel weiter auseinander liegen. Die sinnvollste Möglichkeit ist es dann, sich auf ein Level zu konzentrieren oder aber clever gestaffelt einzusteigen – sprich im Verlust nachzukaufen. Letzteres kann ich aber nur empfehlen, wenn dein Tradingkonto fü;r den gehandelten Markt ausreichend groß ist, damit das Gesamtrisiko für einen derart aufgebauten Trade im Rahmen bleibt. Handelst du ein relativ kleines Konto, ist es in großen Zeitrahmen angebracht, jedes wichtige Fibonacci-Retracement als eigenständiges Setup zu traden. Du bewerkstelligst das am besten, indem du deinen Einstieg und das Trade-Management über einen untergeordneten Zeitrahmen herleitest.

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