Markttechnik – wie gut ist sie wirklich?

Das Erfolgsrezept vieler profitabler Trader – die Markttechnik

Mittlerweile ist der Begriff Markttechnik weit verbreitet.  Hier und da kommt es noch zu unterschiedlichen Begriffsdefinitionen. Dieser Blogpost dreht sich nicht um technische Indikatoren, sondern um das grundlegende Lesen des Preischarts. Du erfährst, wie du die Markttechnik effektiv einsetzen kannst und wo es Stolpersteine gibt. Wie meistens in meinem Blog, erhältst du kein ausführliches Anfänger Einmaleins zu den Basics, sondern Erfahrungswerte aus meinem Tradingalltag. Und jetzt..los geht’s, hop hop!

Was ist Markttechnik?

Beim Markttechnik-Prinzip handelt es sich um das Traden anhand des reinen Preischarts und seinen elementaren Bewegungen. Jedem Trader, der schon einmal den Preischart herausgezoomt hat, wird aufgefallen sein, dass sämtliche Kursbewegungen aller gehandelten Wertpapiere ein immer wiederkehrendes Grundmuster aufweisen – und das in allen Zeitrahmen.

Die Basis-Bewegungmuster im Chart nach Markttechnik
Auf diesem schematischen Bild erkennst du die zwei, bzw drei Grundtypen von Marktphasen. Blau sind trendkonforme Impulsbewegungen (Primärtrend), die erste rote Phase ist eine klassische Korrektur im Trend (Sekundärtrend), die zweite rote Phase kann als Range interpretiert werden.

Genau diese Preismuster bilden die Basis der Markttechnik.

Falls du Tradingbackground hast, ist dir klar, diese Muster wurden schon vor langer Zeit erkannt und klassifiziert. Zwar ist das Konzept der Markttechnik eine Ausweitung des ursprünglichen Grundkonzepts, doch ist und bleibt die Markttechnik nur eine Art Weiterentwicklung und keine Neuerfindung.

Markttechnik – Ein Derivat?

Genau! Dieser Tradingansatz leitet sich von einer der ältesten Theorien über die Kursentwicklung an den Finanzmärkten ab, der Dow-Theorie.

Charles Dow studierte schon vor über hundert Jahren die Märkte ganz genau. Seine Erkenntnisse wurden die Grundlage vieler Veröffentlichungen über die Börse. Der Begriff Dow-Theorie wurde jedoch erst nach seinem Tod geprägt. Viele neue und gerade sehr junge Tradinginteressierte kennen sie gar nicht und denken, heute beliebte Trading-Methoden wären etwas völlig Neues oder Einmaliges.

Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte: Einige populäre Tradingansätze, wie die Joe Ross Trading Methode u.a. beruhen im Kern auf der Dowtheorie und wurden nur ausgeschmückt und verfeinert.

Zum einen deshalb, weil sich Trader dadurch einen zusätzlichen Vorsprung verschaffen wollten. Zum anderen allerdings sicherlich auch, um einfach etwas Neues zu kreieren, was ein Alleinstellungsmerkmal hat und sich gut vermarkten lässt.

Wie auch immer: Die Markttechnik kann aus meiner Erfahrung heraus auf jeden Fall punkten.

Die Diskussion, warum sich alle Kurscharts auf diese Art bewegen, möchte ich jetzt nicht anzetteln. Es ist zu spekulativ, zu grundsätzlich und sprengt den Rahmen des Artikels.

Der größte Pluspunkt der Markttechnik

..ist in meinen Augen ganz simpel: Mit diesem Tradingansatz kommt jeder Trader recht schnell klar. Er ist einfach und in jedem liquiden Markt und allen Zeitrahmen gleichermaßen umzusetzen. Ein Universaltalent sozusagen.

Schenkt man überzeugten Markttechnikern Glauben, erlaubt es dieser Tradingansatz jedem Marktteilnehmer, die Aktionen der wirklich großen Trader im Kursverlauf zu erkennen. Dies kann genutzt werden, um nicht gegen sie zu handeln und sein Risiko zu reduzieren und im Idealfall – auf der anderen Seite der Rechnung – die Gewinne zu erhöhen.

Eine aus meiner Erfahrung wirklich gute Eigenschaft der Marttechnik ist es, dass sie den Trader zwingt das Big Picture eines Marktes immer im Blick zu haben.

Diese Fähigkeit zu haben verschiebt den Vorteil auf deine Seite. Zumindest, wenn du weißt, wie du es zu interpretieren hast.

Viele Trading-Strategien oder Systeme unterscheiden sich zwar in der genauen Umsetzung. Jedoch haben sie alle eines gemeinsam: Sie funktionieren nicht in jedem Marktumfeld. Und dieses Umfeld ist genau das, was die Markttechnik sehr schön definiert.

Trend, Range, Korrektur sind die elementaren Begriffe in diesem Zusammenhang.

Du musst nicht nach den konkreten Regeln der Markttechniker traden, aber was ich dir rate ist: Nutze die Markttechnik, um das Big Picture zu bestimmen und passe dein Tradingstil respektive Ansatz entsprechend an.

>> Du brauchst eine einfache und schnell erlernbare Tradingstrategie, nach den Grundsätzen der Markttechnik? Dann lade dir jetzt mein Factsheet ‘Das 2:1 Pro Setup’ runter – kostenlos <<

Gebe dafür einfach Deine E-Mail ein und klicke auf den gelben Button!

privacy Ich halte mich an den Datenschutz. Austragung jederzeit möglich!

Mein Kritikpunkt an der Markttechnik

Was mir nicht gefällt, ist eine gewisse Schwammigkeit bei der Interpretation von Korrekturen und des Trendfortschritts, genauso wie bei der Definition eines Breakouts.

Wie kleinlich sollte man Korrekturen definieren, ist eine Frage, die sich sicherlich schon viele Trader gestellt haben, welche nach Markttechnik handeln.

Eine sehr lockere Definition ist beispielsweise „Die Korrektur muss dem vorhergehenden Impuls angemessen groß sein“. Na super! Wie soll ich das abschätzen? Denn, was ist groß?

Relative Größe von Korrekturphasen im Chart
Dieses Bild soll verdeutlichen, das Größe bei der Beurteilung von Korrekturen im Chartverlauf eine ziemlich relative Geschichte ist. Die rote Korrekturphase ist absolut immer gleich groß. Aber sie wirkt nach einer kleinen Impulsbewegung wie eine große Korrektur, während sie nach einer starken trendkonformen Bewegung als klein einzuschätzen ist. Das Problem entsteht, sobald die Kurse neue Hochs machen. Im  mittleren Beispiel ist es fraglos eine ausreichend große Korrektur gewesen. War es das aber auch im linken Fall? Die interpretierbare Größe/Ausdehnung/Existenz von eindeutigen Korrekturen in der Markttechnik, kann sich mitunter gewaltig auf die Trendbestimmung auswirken. Im Zweifel halte dich an Dows Regel: Bei ihm sollten Korrekturen (Sekundärtrends) den Primärtrend um mindestens 33% korrigieren, um als solche gelten zu können.

 

Auch bei Breakouts aus alten Kursextrema gibt es Interpretationsspielraum.

False Breakouts im Crude
Die gelben Pfeile markieren falsche Ausbrüche. Breakouts werden von vielen Tradern leicht unterschiedlich definiert. Entsprechend hat der Markt für den einen Trader schon ein neues Extrem gemacht und für einen anderen Trader nicht. Auch dadurch kann es bei der Trendinterpretation nach Markttechnik zu starken Abweichungen kommen (zum Vergrößern Chart anklicken).

Einige sehen den Breakout als echt an, andere nicht. Ein kurzer Spike über das letzte Bewegungshoch/tief hinaus, stufen viele Trader nicht als neues Extrem ein, wenn der Kurs daraufhin sofort wieder unter das alte Bewegungshoch/Korrekturhoch zurückfällt (Stops ziehen).

Ein False Breakout beim traden nach Markttechnik
Diese einfache Schemazeichnung soll klar machen, welche massiven Folgen ein unterschiedlich kleinlich definierter Ausbruch auf das Big Picture in einem Markt haben kann. Wer das angedeutete Hoch (brauner Kreis) als echtes neues Hoch ansieht, der hat es in diesem Beispiel mit einem Trendbruch (orangener Strich) zu tun. Wer dieses unscheinbare Hoch als falschen Ausbruch interpretiert, für den Trader befindet sich der Markt weiterhin im intakten Uptrend (gelber Strich), da die Kurse immer noch in der Korrektur/Range laufen.

Fühlst du dich unsicher, musst du warten, bis du eine glasklare Situation vor dir hast. Auf Tagesbasis kann das aber ärgerlich werden, weil es hier nicht so viele Tradingchancen gibt.

Hilfreich kann auch sein, ob die Kurse während der vermeintlichen Korrektur stark beschleunigen und ziemlich glatt in die Gegenrichtung zum Breakout laufen. So eine Bewegung kann auf einen neuen Primärtrend oder Impuls hindeuten.

Auch bei der Definition einer Tradingrange ist Spielraum gegeben.

Der Übergang von einer normalen trendkonformen Korrektur, hin zu einer Range, ist Ermessenssache. Manche unterscheiden auch gar nicht zwischen Range und Korrektur, für sie ist alles Korrektur.

Eine weitere nicht ganz klare Geschichte ist das Interpretieren des Trendfortschritts.

Wann ist ein Trend weit fortgeschritten? Auch diese Frage wird dir jeder Markttechnik-Trader etwas anders beantworten.

Einige machen es an der Anzahl der Korrekturen fest, andere an der Kursspanne oder an beidem. Dow hat es auch an der Zeit fest gemacht. Diese spielt für mich im Trading allerdings keine Rolle.

Erdal Cene bringt diesbezüglich in seinem Buch ‚Professioneller Börsenhandel’ eine stark ausgeprägte Bewegungswelle ins Spiel. Hierbei handelt es sich um einen Bewegungsimpuls innerhalb eines Trends, der deutlich weiter geht als die vorhergehenden Impulse.

Überdehnte Impulsbewegung nach Erdal Cene Markttechnik
Der braune Impuls ist das wichtige Element auf das du achten solltest. Er ist um ein Vielfaches in seiner Ausdehnung erhöht – im Vergleich zu den bisherigen Impulsbewegungen. Auch diese Betrachtung ist aber nicht wasserdicht: Es könnte ja theoretisch im Anschluss zu einem noch viel weiteren Impuls kommen! Um den Trendfortschritt einigermaßen gut einschätzen zu können, ist es vor allen Dingen wichtig, die durchschnittlichen Bewegungsmuster in deinem Markt und speziell in deinem Hauptzeitrahmen zu kennen.

Solange dieser ausgedehnte Impuls nicht ersichtlich ist, kann der Trend nach dieser Regel noch nicht als sehr weit fortgeschritten gelten.

Aus meinem Trading weiss ich: So ein starker Impuls findet während eines Trends tatsächlich recht häufig statt. Nur auf ein Merkmal verlassen tue ich mich aber dennoch nicht.

Wie ich die Markttechnik verwende

In meinem eigenen Trading benutze ich die Markttechnik in aller erster Linie für das bestimmen des Big Pictures.

Die allerwichtigsten Fragen für mich sind diese:

  1. Befindet sich mein gehandelter Markt im übergeordneten Zeitrahmen im Trend?
  2. Wenn ja, wie weit ist dieser Trend fortgeschritten und welche Richtung hat er?

Sollte kein Trend vorliegen, schaue ich mir an ob der Markt in einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung verharrt, oder bis jetzt nur in einer einfachen Korrektur steckt.

Für mich korrigiert der Markt, sobald ein Vorbarextrem per Schlusskurs des aktuellen Bars/Kerze unter oder überhandelt werden konnte.

Nach meiner Definition liegt eine Range vor, wenn es im Zuge einer Korrektur zu mehreren Schwüngen kam. Innerhalb dieser Kursschwünge muss das alte Kursextrem der Trendbewegung mindestens einmal mehr oder weniger getestet worden sein. Natürlich dürfen die Kurse dabei kein klares neues Kursextrem ausbilden.

Indem ich mir diese Fragen beantworte, bereite ich den Grund für die Erwartungshaltung eines Handelstages.

Diese entscheidet darüber, auf welcher Seite einer Wette ich mich an diesem Tag bevorzugt befinden möchte. Trades gegen diese Richtung sind zwar auch möglich, doch arbeite ich dann mit weniger Risiko bei der Lotgröße, dem Exit und Entry.

Zusätzlich suche ich nach wichtigen Stoplevels im Markt.

Auch hier hilft die Interpretation des Charts nach Markttechnik. Sollte es in bestimmten Kurszonen zu einer Häufung wichtiger Stoppunkte kommen, habe ich das selbstverständlich auf dem Radar.

Wirklich gute Situationen für einen direkten Trade an diesen Stoppunkten tauchen relativ selten auf. Wenn es absolut eindeutig ist und Stops aus mehreren Zeiteben innerhalb einer kleinen Kursspanne zu erwarten sind, riskiere ich auch hin und wieder einen Breakout direkt zu traden.

In fast allen anderen Situationen steige ich deutlich vor sichtbaren Ausbruchsmarken ein.

Sprich: Ich eröffne Positionen gegen die kurzfristige Bewegung, um den größeren Trend respektive den letzten Impuls zu spielen. Der Hauptvorteil liegt hierbei für mich im besseren CRV (kleinere aber dennoch sinnvolle Stops und größere Kurschance).

Das Problem bei der Einschätzung der Trendausdehnung löse ich im Intradayhandel ganz simpel: einmal spiele ich nur sehr selten einen ganzen Trend. Ich bin meistens nur auf eine Impulsbewegung aus.

Oft ziele ich sogar nur auf das letzte Impulsextrem als Zielzone ab. Mitentscheidend dafür ist für mich die Ausdehnung der Korrektur. Bei stark korrigierten Impulsen spekuliere ich selten auf einen klaren Breakout am alten Hoch- oder Tiefpunkt.

Zudem handel ich oft aus der Eröffnung heraus. Da weiss ich jeden Tag auf’s Neue: Die Hauptbewegung steht noch bevor und mein Kurspotential ist ausreichend.

Bei Trades, die länger als einen Impuls gehalten werden sollen, achte ich darauf, möglichst nur Trends zu traden, die offensichtlich noch nicht zu viele Korrekturen ausgebildet haben. Am liebsten steige ich in die erste oder zweite Korrektur eines sich aufbauenden Trends ein.

Das Zusammenspiel der Zeiteinheiten

Das Big Picture bezieht sich immer auf meine eigene Hauptzeitenheit. Für mich ist das in meinen Märkten – Bund- und Eurostoxx50 Future – der M15. Hier setze ich die Großzahl meiner Tradingideen um.

Da ich Trades nicht so selten über mehrere Stunden halte, leite ich mir das Big Picture immer vom Tageschart her. Diese Zeiteinheit ist sowieso mit die wichtigste an der Börse und verdient von jedem Trader Beachtung.

Den Stundenchart beachte ich auch, wobei ich dem Tageschart mehr Bedeutung einräume. Der Stundenchart dient mir meist als zusätzliche Hilfe bei der Kurszielbestimmung und als Richtschnur für die Eröffnung einer Position.

Dem Wochen und Monatschart schenke ich die wenigste Aufmerksamkeit beim Daytraden. Diese Zeitebenen kommen nur in ganz wenigen Fällen ins Spiel. Vornehmlich dann, wenn sich die Kurse wichtigen Preismarken aus diesen Timeframes nähern.

Ich möchte mich nicht intraday gegen einen gerade getriggerten Breakout stellen, der vom Monatschart herrührt. Auch für Gewinnmitnahmen habe ich solche sehr langfristigen Charts im Blick. Vielfach prallen die Kurse im ersten Test an übergeordneten Marken ab, und ich müsste für meine Verhältnisse zu viel Gewinn riskieren, um realistisch eine Chance zu haben noch mehr Gewinn zu bekommen.

In sehr schnellen Märkten (nach News) trade ich auch mal den M1. In diesem Fall liefert mir der M15 das Big Picture und der Rest interessiert mich nicht.

Doch die wichtigen übergeordneten Chartpunkte habe ich immer im Hinterkopf.

Bei einigen sehr günstigen Konstellationen macht es nämlich Sinn, im M1 einzusteigen, um sich mit kleinem Stoploss vor einem möglichen Breakout in höheren Zeitrahmen zu platzieren.

Wenn solche Tradingideen aufgehen, entstehen dann nicht selten Gewinner mit sehr hohen Vielfachen des eingegangen Risikos.

Der Entry und die Markttechnik

Im Grunde bin ich bereit und dazu fähig, sämtliche Art von Einstieg zu handeln.

Meine konkreten Entries laufen fast immer über einen direkten Breakout (Punkt 2), oder deutlich häufiger über einen Kursrücksetzer in einem Trend oder starken Kursimpuls.

Triggerkonstellationen (zB Kerzenformationen) verwende ich intraday nur in wenigen Fällen beim Einstieg in der Korrektur. Meist nur bei starkem Momentum gegen meine Tradingidee, welches nicht erwartbar gewesen ist und wenn die Korrektur sehr weit reicht (über 2/3).

Die Bestimmung des Marktumfelds und des Trendfortschritts nach Markttechnik dient mir dazu, auf welche Art von Kursbewegungen ich mich mental vorbereite und was für ein Trademanagement ich bevorzuge.

Ich kann dir eine Sache aus jahrelanger Erfahrung definitiv weitergeben: Befindet sich dein gehandelter Markt übergeordnet in einer Korrektur oder Range, wirst du das als erfahrener Trader an seinem Laufverhalten intraday merken.

Die Kurse verhalten sich in sehr vielen Fällen recht störrisch, zappeln viel hin und her. Gerade in Korrekturen eines weiter fortgeschrittenen Trends. Sie bewegen sich also selten sehr weit und kontinuierlich in einem Intradaytrend in eine einzige Richtung. Stattdessen alternieren die Kurse mehr oder wenig volatil um den Eröffnungskurs des jeweiligen Handelstages.

Genau das sind die Marktphasen mit denen viele Trader nicht klarkommen. Nachvollziehbar: jeder Trader liebt glatte, schnelle und weite Moves, oder du etwa nicht?

Leider befinden sich die meisten Märkte ihre längste Zeit in diesem Zustand. Du musst sowohl mental als auch technisch auf so ein Marktverhalten vorbereitet sein, sonst gehst du ein.

Selbst mit meiner Markterfahrung schraube ich mein Risiko und die Tradingfrequenz runter, sobald ich merke, der Markt scheint in so eine Phase einzutreten oder dort nicht rauszukommen.

Ich wechsel dann meinen Ansatz ein wenig und trade verstärkt Eröffnungsstrategien. Gerade, wenn sich übergeordnet eine breitere Range auszubilden scheint. Dann können nämlich durchaus auch glatte starke Kursimpulse stattfinden, wobei der Markt unter dem Strich aber nicht vom Fleck kommt.

Für mein Trading habe ich das Ziel, sehr effizient zu arbeiten. Und das ist – gerade in so einem Marktumfeld – mit Eröffnungstrategien am besten realisierbar. Denn einen Marktschwung gibt es immer. Wenn er nicht Vormittags kommt, dann verpass ich ihn halt.

Die Erwartungshaltung macht’s

Als Trader habe ich mittlerweile gelernt, keinem Ansatz blind zu vertrauen. Viele Trader hegen eine fragwürdige Erwartungshaltung gegenüber Tradingansätzen und Strategien. Sie verlangen eine 1:1 Schablone zu erhalten, die sie nur noch umsetzen müssen. Auch wenn das in einigen Bereich durchaus funktioniert und dir Zeit sparen kann: Trading ist anders!

Es gibt beim Trading zwar Dinge, die kannst du immer gleich umsetzen und solltest du teilweise auch. Diese Dinge nenne ich Tradingwerkzeuge. Dazu können Einstiegstrigger zählen, oder auch deine grundlegende Trademanagement-Strategie.

Was viele Trader aber nicht verstehen, ist die Tatsache, dass ein guter manuell handelnder Trader auf jede Situation am Markt eine etwas andere Antwort gibt. Zum einen, indem er das Werkzeug für einen Trade wechselt. Oder indem er Nuancen in der exakten Ausführung einer Tradingidee anpasst.

Was kurzfristig unscheinbar aussieht, bewirkt im Trading langfristig mitunter einen gewaltigen Unterschied in der Performance.

Die gezielte Veränderung solcher Feinheiten kannst du dir als Trader in keinem Buch, Video oder Seminar aneignen. Du musst dir diese Fähigkeit durch eigene, intensive Erfahrungen mit deinen Märkten erarbeiten.

Genau an diesem Punkt unterscheiden sich die Könner vom Mittelmaß. Mittelmaß bedeutet im Trading, dauerhaft um Breakeven traden zu können oder ein leicht positives P/L zu handeln.

Doch auch als Könner wirst du niemals immer perfekte Antworten auf das Marktverhalten geben können. Damit meine ich: Du triffst es zwar oftmals durchaus gut, aber sehr selten absolut perfekt. Zum Glück musst du das auch nicht.

Auch die Markttechnik ist kein Allheilmittel

Als Anfänger macht es Sinn, sich erstmal haarklein an Vorgaben aus Büchern zu halten. Dieses Korsett an Regeln verhindert deinen vorzeitigen finanziellen Ruin. Es gibt dir erstmal die Sicherheit, die es für erfolgreiches Trading braucht. Es hält dich im Spiel, wenn du den Schablonen folgst.

Doch das ist nur für den Einstieg und du kannst bei dieser Vorgehensweise nicht erwarten, den Markt dauerhaft und deutlich zu schlagen. Auch nicht mit den Ansätzen der Markttechnik!

Stell dir selber die Frage: Wie realistisch kann es sein, nur durch die Vorgaben Dritter oder eines Buches bzw. anderweitiger Lektüre zum Gewinner zu werden – in einem äußerst wettbewerbsorientierten Umfeld!?

Wenn jeder einfach dreimal ein Buch studiert und danach sofort Geld an der Börse scheffeln könnte, wer würde da noch einer normalen Arbeit nachgehen und woher kämen dann die Gewinne für all diese Trader?

Glaubst du ernsthaft ein guter Chirurg oder ein Sebastian Vettel, könnte diese Top-Leistungen ohne immense eigene Erfahrungen, zigfach durchlaufene produktive Lernschleifen und mit gezieltem praktischen Training im Gepäck, abrufen?

Und wieso sollte das gerade im Trading anders sein? Es ist ebenso ein reine Performancedisziplin wie Rennauto fahren oder schwierige OP’s durchzuführen.

Sehr viele Trader erwarten gleich abzugehen wie eine Rakete, sind nach den ersten Fehlschlägen bitter entäuscht und kommen zu dem Schluß: Die Markttechnik oder irgendein anderer Ansatz funktioniert nicht.

Dann wird geschimpft: auf den Ansatz, die Leute die ihn gut finden, den Broker und so weiter. Am Ende verfluchen sie Trading und erzählen anderen, an der Börse ist nichts zu holen oder wechseln den Ansatz.

In meinen Augen gibt es keinen einzigen Trading-Ansatz, der immer exakt gleich und standarmässig nach Lehrbuch durchgehandelt werden kann und zu dauerhaften Gewinnen führt.

Tradingerfolg ist zwar für jeden möglich, aber es wird niemals jeder schaffen. Du musst absolut bereit sein deinen Teil zum Erfolg beizusteuern. Dafür wirst du am Ende bezahlt.

Mit Hilfe der Markttechnik zu traden, kann dich sehr erfolgreich machen.

Muss es das auch? Nein!

In meinem Umkreis kenne ich keinen einzigen erfolgreichen Trader, dessen Tradingansatz ausschließlich aus dem Wissen und den Techniken einer einzigen Marktphilosophie besteht. Jeder beständig erfolgreiche Trader den ich kenne, hat sich einen eigenen Blickwinkel und damit eine einmalige Herangehensweise für das Trading – mit viel Einsatz und Stück für Stück – erarbeitet.

Schlussglocke

Nutze am besten von vielen verschiedenen Ansätzen die Dinge, welche für dich einleuchtend sind und an die du glauben kannst. Hinterfrage alles genau, bevor du es mit echtem Geld verwenden willst. Recherchiere Erfahrungen von anderen Tradern und höre dir deren Meinung zu bestimmten Strategien und Stilen an. Teste die Sachen an oder sogar zurück soweit das möglich ist, und schaue, wie sie für dich funktionieren. Was kein Mehrwert bringt hake schnell ab. Konzentriere dich auf die Ansätze und Strategien, die dir sofort zusagen und bei denen du merkst, sie pushen unmittelbar dein Trading vorwärts. Der persönliche Tradingansatz wird sich nach und nach herauskristallisieren und nicht ‚zack’ einfach so da sein. Und: Dein Trading wird sich immer wieder weiterentwickeln. Nur der Kern deines Ansatzes verfestigt sich beständig. Ja, dieser Weg wird kein leichter sein. Doch es ist deine einzige Chance. In diesem Sinne: Hau rein!

Falls du Fragen oder Anregungen hast, unter dem Post gibt’s ne Kommentarfunktion 😉

P.S. Du willst sofort nach Markttechnik traden?

Dann lade dir jetzt mein Factsheet ‘Das 2:1 Pro Setup’ runter – kostenlos. Gebe dafür einfach Deine E-Mail ein und klicke auf den gelben Button!

privacy Ich halte mich an den Datenschutz. Austragung jederzeit möglich!

4 thoughts

  1. Hallo Ingmar,
    danke für den interessanten Bericht über Markttechnik.
    Ich wollte den Factsheet downloaden, aber meine E-Mail -Adressen
    haben das “falsche Format”.?

    Freundliche Grüße,
    Helga Hill

    1. Hallo Helga,
      hatte leider eben erst Zeit deinen Kommentar freizuschalten.

      Freut mich, wenn dir der Artikel gefällt. Hoffentlich kannst du was für dich mitnehmen!

      Gab es eine Fehlermeldung bei der E-Mail Eintragung, oder wie?

      P.S. Kann ich dich auf deiner hinterlegten Mailadresse anschreiben?

      Gebe mir dazu doch mal kurz Bescheid, vielen Dank und

      beste Grüße
      Ingmar

  2. Hallo Ingmar,

    auch ich konnte den Factsheet nicht runterladen, Du kannst ihn mir gerne an die E-Mail Adresse schicken. Ich erhalte immer diese Fehlermeldung:

    Es ist ein Fehler aufgetreten!
    Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse hat das falsche Format.

    Viele Grüße
    Mirko

    1. Hallo Mirko & Helga,

      jetzt geht wieder alles und ihr könnt euch das Factsheet holen, war mein Fehler! Sry…

      Beste Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.