Retracement Trading mit Fibonacci – so geht’s

Fibonacci Trading: Erklärung, Strategien, Chart zeichnen

Trader sollten wissen, wie sie ein 50% Fibonacci Retracement richtig in den Chart zeichnen.

Warum?

Ganz einfach: Mit Fibonacci Trading Strategien kannst du deine Gewinne auf einfache Weise vervielfachen, da du das natürliche Laufverhalten der Börsenkurse clever ausnutzt und das Chance Risiko Verhältnis spielend leicht erhöhst.Nutze Fibonacci Retracements um deine Gewinne zu vervielfachen

Retracement Trading Strategien sind in allen Märkten und Zeitrahmen profitabel einsetzbar. Ein lohnenswertes Werkzeug für jeden ambitionierten Trader.

Jetzt erfährst du, wie du Fib Retracements zeichnen musst, in welcher Situation sich welches Retracement anbietet und wie du daraus eine profitable Strategie baust.

Außerdem verrate ich dir, wieso Fibonacci Extensions für Zielprognosen nichts taugen.

Der Vorhang fällt..

Die Fibonacci Trading Strategie (Erklärung)

In aller Regel wird mit dem Begriff Fibonacci Trading das Traden nach vorbestimmten Korrekturniveaus und Kurszielen verstanden. Diese werden allesamt mathematisch aus der Fibonacci-Zahlenreihe generiert.

Hier findest du eine ausführlichere Herleitung des Fibonacci Tradings.

Einen Fibonacci Chart zeichnen - Erklärung so geht's
Beim Fibonacci Trading steigst du prozyklisch über vordefinierte Retracements in die aktuelle Trendbewegung ein. Ein sehr wichtiges Fibo Level stellt das 50 % Retracement dar.

Während einige Trader meinen, es handelt sich bei den Fibonacci Retracements und Extensions um Trading Strategien oder ganze Systeme, denken wieder andere es ist eine Art Naturgesetz nachdem sich die Kurse an der Börse ausrichten.

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Im schlimmsten Fall glauben sie beides stimmt.

Das Missverständnis mit dem Trading System wird übrigens durch Broker und Signalanbieter geschürt, die teilweise einfache Charttools als Komplettsystem vermarkten.

Ein vollständiges Trading System versteckt sich hinter dem Begriff Fibonacci Trading jedoch definitiv nicht. Es geht erstmal nur um konkrete Ein- und Austiegszonen im Preischart. Immerhin!

Eine Frage drängt sich auf:

Wie zum Teufel kommt jemand auf die Idee zu glauben, zwischen einer mathematischen Zahlenreihe und dem Verhalten von Börsenkursen besteht ein Zusammenhang

Diese Frage führt zwangsläufig zur nächsten Frage:

Wieso überhaupt Fibonacci Trading?

Nutze 7 Meilenstiefel (die wichtigsten Fakten auf einen Blick)

Zeitdruck? Wir sehen uns nie wieder? Autsch..dann lies das! (Klick)

Auch wenn ich den oben angeführten Zusammenhang zwischen Mathematik und Börse für sehr weit hergeholt halte, gebe ich zu: Fibonacci Retracements werden auch von mir für den Einstieg in einen Trade genutzt.

Warum das?

Weil heutzutage viele andere Marktteilnehmer auf diese Zahlen achten.

Fibonacci Retracements sind sehr eindeutige Preismarken und bieten dem Trader wenig Interpretationsspielraum. Im Gegensatz zu so manch anderen Trading-Tools.

Dadurch kommt es im Bereich dieser Levels – wenigstens sehr kurzfristig – tatsächlich verstärkt zu einer Preisreaktion.

Ob sie sich zu deinen Gunsten auswächst, weißt du dennoch nicht.

In Verbindung mit dem entsprechenden Trade Management ist es jedoch möglich, mit etwas weniger Risiko in einen Trade zu kommen, als mit einem Zufallseinstieg.

Mit diesem möglicherweise kleinen Richtungsvorteil, würde ich aber nur im klaren Trendumfeld planen.

Fibonacci Traden = Kurse ins Verhältnis setzen

Und das ist nichts anderes, als Preise vergleichen.

Ich denke fast jeder Trader kennt die folgende Situation:

Schauen wir uns einen Preischart an, suchen wir erst nach den Extrempunkten und setzen dann den aktuellen Kurs dazu in Bezug.

Steht der aktuelle Kurs um die Hälfte tiefer, als das vorhergehende Kursextrem, glauben wir intuitiv: Schnäppchenalarm.

Die populären Fibonacci Retracements (33 bis 62%) decken sich mit unserem natürlichen, optischen Empfinden zu Korrekturverhältnissen im Preischart.

Deshalb nutzen viele Trader gerne bewusst oder sogar unbewusst die Fibonacci Levels für den Einstieg.

Eine sich selbtserfüllende Prophezeiung wird damit genährt und die menschliche Veranlagung, Dinge ins Verhältnis zu setzen, trägt so zu der Attraktivität von Fibonacci Retracements bei.

In meinen Augen ist diese Tatsache viel offensichtlicher für den Nutzen von Retracements verantwortlich, als die Verknüpfung von Mathematik und Börse.

Doch ich habe noch einen viel wichtigeren Grund, weshalb ich Retracement Trading nutze!

Retracement Trading und das CRV

Du kannst Retracement Trading benutzen, um in einem Trend zu günstigeren Kursen in die Hauptbewegung einzusteigen.

Wieso gehen wohl viele Markttechnik Trader gerne über Retracements in den Markt?

Klare Sache:

Markttechnik Trader wissen nämlich: Die Kurse bewegen sich immer in Trend- und Gegentrend-Bewegungen. Aus diesem simplen Zusammenhang muss es also immer wieder zu Korrekturen kommen.

Diese Korrekturphasen im Chartverlauf werden dann genutzt, um das Chance Risiko Verhältnis (CRV) für einen Trendtrade zu verbessern.

Wieso verbessert sich dabei das CRV?

  • Zum einen liegt das an dem geringeren Abstand vom Einstiegpreis zum charttechnisch sinnvollen Stop Loss Punkt – jenseits des letzten Korrekturextrems.
  • Zum anderen ist auch von einem größeren Bewegungspotential in die anvisierte Traderichtung auszugehen.

Warum?

Weil die Position vor alten Hoch- oder Tiefpunkten einer übergeordneten Trend-Bewegung eröffnet werden kann. Eigentlich würde der Trend erst an diesem Punkt neu bestätigt werden.

Mit einem Retracement Trading Setup antizipierst du also die erneute Trendfortsetzung frühzeitig.

Das gerade erwähnte vor- kann allerdings auch in ein nach gedeutet werden. Welche Probleme daraus entstehen, erkläre ich dir gleich.

Fib Retracements und die Trefferquote

Sinkt beim Retracement Trading nicht die Trefferquote? Immerhin steigst du als Trader ja gegen die kurzfristige Preisbewegung ein!

Bevor dich jetzt das große Zittern befällt, mach dir Folgendes klar:

Solange du mit einem intakten Haupttrend tradest, kannst du davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit für neue Kurshochs sich nicht verschlechtert.

Außerdem neigen die Kurse dazu, das letzte Preisextrem in einem Trend oder nach einem starken Kursimpuls nochmal mehr oder weniger anzutesten.

Davon kannst du profitieren, wenn du beim Retracement Trading ein passendes Trade Management anwendest. 

So, und jetzt beruhig dich bitte wieder und sei dir einfach über folgende Tatsache bewusst:

Du spielst in beiden Fällen (Breakout am lokalen Kursextrem und beim Retracement Einstieg) dieselbe übergeordnete Kursbewegung mit annähernd gleicher Gewinnwahrscheinlichkeit, nur mit unterschiedlich guten CRV’s.

Verständlicherweise ist es mental nicht so einfach, gegen die aktuelle Kursbewegung einzusteigen. Da gebe ich dir vollkommen Recht.

Dieser Umstand macht es denn auch nötig,  das Wesen des Retracement Traden genau zu durchleuchten und sich damit selbst zu erschließen, weshalb sich ein kurzfristig antizyklisches Vorgehen lohnen kann.

Ohne diese Überzeugung in einen Nutzen von Kursrückläufen im Trend, wird es dir sehr schwer fallen diese Entrytaktik konsequent umzusetzen.

Retracements: Der (kaum beachtete) Hinterhalt

Nun komme ich nochmal auf die ‘vor und nach Deutung’ des Retracement Tradings von eben zurück.

Du erinnerst dich?

Was ich mit ‘vor’ meine, dürfte dir mittlerweile klar sein (Antizipation des Breakouts).

Das Retracement Trading  jedoch auch als ein verspäteter Einstieg gedeutet werden kann, wird nur deutlich, wenn du einen Trend als Ganzes betrachtest.

Startet ein Trend, erfolgt das durch den Ausbruch aus einem alten Hoch oder Tiefpunkt. Erst nach diesem Ereignis kommt es zur ersten Korrektur der Kurse.

Fibonacci Retracements traden - die Gefahr
Beim Fibonacci Trading spekulierst du – in Bezug auf die letzte (oder erste) Trendbestätigung (gelber Kreis) – auf einen besseren Einstiegspreis (blaue bepfeilte Linie). Die Gefahr dabei: Im schlimmsten Fall verpaßt du einen kompletten Trend.

Daraus erwächst ein ernst zunehmendes Dilemma! Das verbesserte CRV beim Fibonacci Trading hat sozusagen seinen Preis.

Hier kommt’s:

Der Einstieg über Fibonacci Retracements stellt eine Spekulation auf bessere Preise für ein Trend Trading Setup dar. Die Gefahr dabei ist, dass du nicht in einem Trade dabei bist, obwohl du eigentlich im Markt sein müsstest, da der Trend (erneut) etabliert werden konnte.

Wie ist das jetzt gemeint?

Was glaubst du wie dämlich du aus der Röhre guckst, wenn du bei einem 62% Retracement auf der Lauer liegst, doch die Kurse drehen leider schon bei 23% erneut in Haupttrendrichtung ein und starten dann durch?

Siehst du – frag mich jetzt aber bitte nicht, wie oft ich das selbst schon erleben musste!

Ich gebe nur den gut gemeinten Rat: Unterschätze diesen Nachteil auf keinen Fall. Es können dir schlimmstenfalls dicke Gewinne entgehen.

Als erfahrener Trader musst du deshalb gelegentlich auch direkte Ausbrüche Traden. Da führt kein Weg dran vorbei.

Extensions: Ein fragwürdiges Prognosewerkzeug

Aufgepaßt!

Gerade die gängige Praktik, einem Fibonacci Retracement eine bestimmte Extension zuzuordnen, erachte ich als völlig überzogen.

Du weißt gerade nicht was ich damit meine?

Kein Ding! Ich erklär dir’s kurz..

..wenn ein Retracement – bei zum Beispiel  38,2% – zu ihrem Ende kam, werden die Kurse wahrscheinlich das 138,2% Extension-Level anlaufen, so die These vieler Fibotrader.

Den 50% und 61,8% Retracements wird hingegen die Fibonacci Extension von 161,8% zugeordnet.

Was bedeutet diese Zuordnung tatsächlich?

Für mich ganz eindeutig nutzlose Quacksalberei.

Und zwar, weil hierbei Folgendes unterstellt wird:

Je weniger die Kurse korrigieren, desto weniger Kurspotential haben sie in der nächsten Trendbewegung.

Für einen Anfänger mag sich das logisch anhören, einverstanden. Doch, wenn du mal ein paarJährchen die Börsenkurse genau beobachtet hast, nicht mehr.

Aus meiner Tradingerfahrung weiß ich: Sehr oft tritt sogar das Gegenteil ein!

Durch sehr starke Kaufdynamik korrigiert der Markt nur wenig, um dann umso heftiger in die ursprüngliche Trendrichtung weiterzulaufen.

Und gerade weil viele nicht damit gerechnet haben, und auf eine stärkere Korrektur für ihren eigenen Markteinstieg hofften, laufen diesen Tradern dann die Kurse weg.

Nicht wenige Trader müssen – andere meinen es nur zu müssen – jetzt auf den rollenden Zug springen. Dieses Verhalten treibt die Kurse, ohne nennenswerte Rücksetzer, weit über/unter das alte Hoch oder Tief des aktuellen Trends hinaus.

Die angeblichen Vorteile von Fibonacci Extensions sind für mich einfach nicht gut hergeleitet und ich lasse die Finger davon.

Jetzt geht’s in die harte Fibo-Praxis.

Fibonacci traden: Der konkrete Entry

Retracements müssen nicht exakt getroffen werden, um sie profitabel traden zu können.

Machen wir uns nichts vor: Es ist einfach schwierig, die exakte Ausdehnung einer Korrektur zu antizipieren.

Aus diesem Grund warte ich nicht ab, bis die Kurse ein Fibonacci Retracement-Level exakt anlaufen. Früher habe ich das getan. Nicht selten verfehlte ich den Entry nur um wenige Ticks.

Die Konsequenz: Viele gute Bewegungen fanden ohne mich statt.

So eine Situation ist verflucht ärgerlich und fordert all deine Disziplin heraus.

Und wie mache ich es dann?

Gut zu wissen

In einem Aufwärtstrend kaufe ich direkt in die Retracement Bewegung rein, sobald die für mich wichtigen Fibonacci Retracements in etwa (Intraday Preispuffer von 2 bis 5 Ticks auf das exakte Level) erreicht werden konnten.

Zusätzliche Trigger für den Entry (danke, nein!)

…denn ein Einstiegstrigger führt zu folgendem Problem:

Wartest du bis sich die Kurse in irgendeiner Form zu drehen beginnen, tradest du in den allermeisten Fällen ein klar schlechteres Chance Risiko Verhältnis.

Gleichzeitig verbessern sich  dummerweise die Gewinnchancen für den Trade nicht ausreichend, um diesen Nachteil auszugleichen.

Solltest du für dich einen Trigger gefunden haben, der deine Gewinnwahrscheinlichkeit stark erhöht, wäre es natürlich töricht ihn nicht zu nutzen. Aber diesen zu finden, wird ganz schwierig werden.

Mit einem Trigger konnte ich nur die Anzahl der Totalverluste (1R) leicht verringern. Doch auf das Endergebnis hatte das zu wenig positiven Einfluss.

Da gibt es aber noch etwas:

Manchmal bekommst du einfach deinen Trigger nicht!

Im schlechtesten Fall schaust du dann wieder einer toll antizipierten Trendbewegung hinterher.

Das 50 % Fibonacci Retracement (Die Richtschnur)

Liegen die Retracement-Level relativ eng zusammen und verlief der Trend bisher einigermaßen durchschnittlich (keine Kursausreißer bei Impulsen und Retracements)visiere ich meistens einen Einstieg im Bereich von 50% an.

Hat der Markt viel Dampf und vorher wichtige Preislevel durchbrochen, spekuliere ich eher auf ein Retracement zwischen 23 und 38,2%.

Vor allem dann, wenn das vorhergehende Retracement in diesem Trend eher weit gelaufen war.

TIPP

Als Anfänger mit wenig Markterfahrung, machst du nichts falsch, wenn du immer auf einen Einstieg im Bereich von 50% abzielst.

Große Abstände = Eigenständige Setups

Auf hohen Zeitrahmen (ab Daily) befinden sich die Fibonacci Retracements – in Ticks – zwangsläufig sehr weit auseinander.

TIPP

Als Anfänger mit wenig Markterfahrung, machst du nichts falsch, wenn du immer auf einen Einstieg im Bereich von 50% abzielst.

Dir wird damit die knifflige Entscheidung abgenommen, auf welches Retracement du dich für die Positionseröffnung konzentrieren möchtest.

Wichtig:

In hohen Zeitebenen ist es noch entscheidender, nicht auf genaue Preise für den Einstieg aus zu sein.

Lege dir einen Preiskorridor um das tatsächliche Retracement fest. In diesem suchst du dann nach einem Einstieg in die übergeordnete Trendrichtung.

Sonderfall Impulsbewegungen

Fibonacci Retracements verwende ich auch um von starken Impulsbewegungen zu profitieren. Diese treten oftmals nach News auf.

In diesem Umfeld ist es mir meistens völlig egal wo der aktuelle Trend verläuft.

Gut zu wissen

Ich warte einfach die erste Gegenreaktion der Kurse ab und lege mich mit einer Limit Order in den Markt.

Dem Charakter eines starken Impulses folgend, bietet sich hierbei ein eher aggressiver Einstieg an (23% bis 32% Rücksetzer).

Solche Trades sollten sehr schnell ins Plus laufen. Daher verwende ich bei diesen Setups einen engeren Stop Loss als üblich und reduziere schnell mein Risiko.

Stoplogiken drauf: Fibonacci Trading Strategie fertig

Du kannst einen volatilitätsbasierten Stop Loss einsetzen, wenn du aggressiv einsteigst (23 oder 38%) und das trendkonforme Stoplevel (realtives Hoch/Tief) zu weit weg liegt.

Hierfür bietet sich die Average True Range an.

Bei der genauen Größe eines solchen Stops scheiden sich die Geister. Ich würde einen Wert zwischen dem Zwei- bis Vierfachen der Standard ATR wählen.

In einigen Situationen kann es sinnvoll sein, den Stop Loss enger an den aktuellen Kurs zu legen. Dafür sind Kerzenextrema eine gute Option.

Du solltest das in Erwägung ziehen, wenn der Trend weit fortgeschritten ist.

Steigst du frühzeitig ein, gebe deinem Trade tendenziell mehr Luft zum Atmen.

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Schlussglocke

Fibonacci Retraments eignen sich sehr gut um in Trends günstig einzusteigen. In allen Fällen erhöhst du dein CRV – gegenüber einem Breakout Einstieg am letzten Kursextrem – deutlich. Retracement Trading ist absolut universal anwendbar, schlüssig hergeleitet und somit eine lohnenswerte Einstiegsstrategie.

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