Aktienhandel lernen: Leitfaden für Anfänger & Profis

Aktienhandel lernen lohnt sich! Hohe Gewinne mit Aktien sind kein Hirngespinst. Über 7,2% Rendite konnten Anleger mit Dax Aktien in den letzten 30 Jahren erzielen.

Wenn auch du erfolgreich Aktien kaufen möchtest, solltest du die wichtigsten Grundregeln über Aktien handeln lernen.

In diesem Leitfaden für Anfänger bekommst du die besten Tipps für den Kauf von Aktien, so wird dein Depot endlich wieder Renditen erwirtschaften, die es verdient hat.

Und los geht's ...

Wenn du in fünf Minuten mehr über Aktien wissen möchtest, als 80% der Anleger, klicke dich vor dem Lesen des Artikels durch die wichtigsten Basics zum Aktien kaufen:

Was sind Aktien?

Aktien sind Unternehmensanteile.

Kaufst du eine Aktie, besitzt du einen Anteil an einer Firma, weleche an der Börse notiert ist.

Was ist das Ziel beim Aktien kaufen?

Du steckst mit dem Aktienkauf also Geld in ein Unternehmen und erwartest dafür eine Belohnung: Die Rendite.

Sie setzt sich aus Kursgewinnen der Aktie und Gewinnausschüttungen (Dividende) zusammen. Logischerweise möchtest du eine möglichst hohe Rendite für dein Investment, da dieses auch mit Risiken verbunden ist.

Kann man an der Börse noch reich werden?

Die Aktienmärkte und unser Wirtschaftszyklus befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Das Chance Risiko Profil für mittelfristige Investitionen ist kaum kalkulierbar und nicht optimal.

Du solltest wissen: An der Börse werden in der Regel nur reiche Leute noch reicher.

Möchtest du mit wenig Geld durch den Kauf von Aktien reich werden, musst du überproportional hohe Risiken eingehen und den Verlust deines Kapitals einkalkulieren.

Es ist aber mit geschickten Anlagestrategien weiterhin möglich, Renditen jenseits der heutigen Festgeldzinsen aus den Aktienmärkten zu ziehen.

Wo handel ich Aktien?

Aktien werden an offiziellen Börsen gehandelt.

Bekannte Börsen für Aktien sind die Deutsche Börse in Frankfurt mit ihrem elektronischen Handelsplatz XETRA. Andere wichtige Aktienbörsen sind die amerikanische NASDAQ oder die New York Stock Exchange. 

Den Zugang zu diesen Aktien-Handelsplätzen erlangst du durch einen Broker. Aktienbroker wickeln für dich die Kauf und Verkaufsaufträge ab und suchen für deine Aktienkäufe einen Verkäufer deiner Aktien und vice versa.

Ist es egal wo man Aktien kauft?

Ja, denn Aktien sind ein „homogenes Gut“. Dies bedeutet, dass sie, anders als etwa Autos, an jedem Ort der Erde zum fast identischen Preis angeboten werden.

Wie handel ich Aktien?

Aktien werden mit Hilfe einer Software - auch Handelsplattform genannt - gekauft und verkauft. Diese stellt dir der Broker zur Verfügung.

Wie investiere ich in Aktien?

  • Direkt einzelne Aktien kaufen
  • Investmentfonds kaufen
  • ETF (Exchange traded Funds) kaufen
  • Derivate kaufen, die ihrerseits die Wertentwicklung einer bestimmten Aktie oder eines Index nachbilden.

In Deutschland ist der Investmentfonds das beliebteste Anlageinstrument.

Kann eine Aktie negativ sein?

Der Preis einer Aktie kann nicht unter Null fallen. Im schlimmsten verlierst du deine Investition, jedoch nicht mehr (im Gegensatz zu einigen Derivaten).

Wo sind Aktien gelistet?

Aktien werden an Börsen gelistet. Einige Börsen entwickeln eigene Indizes für ausgewählte Aktien. Der bekannteste Index in Deutschland ist der DAX30. In diesen Aktienindex werden nur Aktien mit bestimmten Kriterien aufgenommen. Erfüllt  eine Aktie die Kriterien für den Index nicht mehr, wird sie durch eine andere ersetzt.

Welche Risiken könnte es bei einer Aktienanlage geben?

Es gibt das systemische (externe) Risiko. Dieses setzt sich aus  Risiken wie Zins- und Konjunkturveränderungen bzw. politischen Ereignissen zusammen und betrifft alle Aktien. Das zweite Risiko bei einer Aktienanlage ist das interne Risiko. Es besteht aus firmeninternen Komponenten. Dazu zählen beispielsweise die Gewinn- oder Umsatzentwicklung eines Unternehmens.

Wieviele Aktien sollte ich im Depot haben?

Dies hängt zum einen von der Größe des eigenen Depots ab. Je größer das Depot, desto mehr Aktien kannst du kaufen. Zum anderen spielt die Aktienstrategie eine Rolle. Value-Investoren kaufen eher weniger, gut ausgesuchte Aktien. Viele halten maximal zehn verschiedene Aktien im Bestand. Wer als Anleger den breiten Markt abbilden möchte, der muss sämtliche Aktien aus dem Index kaufen. Beim DAX30 wären das demnach 30 Aktien.

Was ist die optimale Aktienstrategie für Privatanleger?

Eine der erfolgreichsten Aktienstrategien ist das Value-Investing.

Investorenlegenden wie Warren Buffett erzielen damit seit Jahrzehnten zweistellige Nettorenditen.

Auch der Kauf von marktbreiten ETFs, nach einem starken Kurseinbruch, ist vielversprechend.

Wieviel kostet es Aktien zu kaufen?

Beim Aktienhandel entstehen dir als Anleger Transaktionskosten für jeden Aktienkauf oder Verkauf. Auch stornierte Aktienaufträge beim Broker oder der Depotbank können dich Geld kosten.

In einigen Fällen musst du auch für das Führen deines Aktiendepots eine Gebühr entrichten. Als aktiver Trader benötigst du Echtzeit-Kursdaten der Börse, auch hierfür musst du extra in die Tasche greifen.

Kann man Aktien jederzeit kaufen und verkaufen?

Sobald du ein Depot eröffnet hast, ja! 

Drei Einschränkungen gibt es allerdings:

  • Theoretisch könnte es vorkommen, dass du keinen Verkäufer für deine Aktie an der Börse findest. Dieses Problem tritt normalerweise nur in sehr wenig gehandelten, kaum bekannten Aktien auf. Von diesen solltest du als seriöser Anleger aber die Finger lassen.
  • Außerhalb der offiziellen Börsenzeiten musst du über alternative Handelsplätze deine Aktien kaufen. Hier könnte es ebenfalls zu Engpässen im Angebot einer bestimmten Aktie kommen, da zu diesen Zeiten wenig Aktien gehandelt werden.
  • Bei extrem hohen Kursschwankungen kann der Aktienhandel an der Börse pausiert werden. In dieser Phase ist es nicht möglich Aktien zu kaufen oder zu verkaufen.

Wieviel sollte man in Aktien investieren?

Grundsätzlich solltest du nur Geld investieren, welches du auf keinen Fall benötigst, um deinen Alltag zu bestreiten.

Welchen Anteil an deinem Vermögen du in Aktien investierst, solltest du von deinen persönlichen Anlagezielen sowie deiner Risikobereitschaft abhängig machen.

Faustregel: Je jünger du bist, desto mehr Kapital darfst du in Aktien stecken.

Mit 25 ist ein Anteil von mehr als 50% durchaus gerechtfertigt. Im Rentenalter können dagegen 20 Prozent schon viel sein.

Wie kann ich meine Aktien verkaufen?

Aktien zu verkaufen und zu kaufen geht nur über einen Broker. Dieser tritt als Vermittler auf und ist für das Handeln mit Aktien auf Rechnung des Kunden zuständig. Der Broker arbeitet entweder bei deiner Bank oder du nutzt einen Online-Broker. Je nachdem kannst du die Order telefonisch, persönlich oder online erteilen.

Wann sollte ich meine Aktien verkaufen?

Möchtest du Aktien verkaufen, ist das Timing entscheidend für die Gewinnspanne. Wann der optimale Zeitpunkt vor der Tür steht, hängt vor allem von deiner Anlagestrategie ab. Wichtig ist ein klares Regelwerk für das Verkaufen von Aktien.

Kurzfristige Trader folgen dabei meistens charttechnischen Regeln, während langfristige Aktien-Investoren mehr auf fundamentale Aspekte eines Unternehmens, oder der Gesamtwirtschaft, achten.

Für alle Anleger relevant ist die sogenannte Massenpsychologie. Erkennt ein Aktien-Investor Kaufhysterie, tut er gut daran zumindest einen Teil seiner Aktien zu verkaufen.

Wer kauft die Aktien die ich verkaufe?

Alle Privatleute und Körperschaften (Banken, Firmen etc) können dir deine Aktien abkaufen, wenn die handelnden Personen geschäftsfähig sind. An den elektronischen Börsen läuft der Handel anonym ab. Im Normalfall weißt du somit nicht, wer genau dir deine Aktien abgekauft hat.

Was passiert wenn alle ihre Aktien verkaufen?

Verkaufen alle ihre Aktien zum gleichen Zeitpunkt, steht einem großen Angebot keine oder nur wenig Nachfrage nach Aktien gegenüber. In diesem Szenario kommt es zu einem massiven Preisrutsch, der in einem Aktiencrash münden kann.

Können alle Aktien verkauft sein?

Aktien sind immer im Besitz eines Eigentümers und werden ständig gehandelt. Möchte niemand seine Aktien verkaufen aber sehr viele die Aktie kaufen, wird der Preis steigen. Dieser steigt so lange, bis er hoch genug ist, dass doch ein Aktienbesitzer bereit ist eigene Aktien anzubieten.

Demnach können Aktien kurzfristig zu einem bestimmten Preis ausverkauft sein.

Wie lange dauert es bis man die Aktien hat?

Verkaufst du Aktien physisch, wird der Betrag nach einem maximal dreitägigen Abrechnungszeitraum zur Auszahlung freigegeben.

Kann man Aktien in Frankfurt kaufen und in Stuttgart verkaufen?

Aktien kannst du innerhalb eines Landes kaufen und verkaufen wo du möchtest. Ob Parkettbörse, Xetra, Euwax oder Berlin.  Aktien in den USA kaufen und in Frankfurt verkaufen ist dagegen nur schwer umsetzbar. Dazu musst du die Verwahrart für einen hohen Aufpreis umschlüsseln lassen.

Wie lange dauert es bis eine Order ausgeführt wird?

Eine "Bestens-Order" wird immer sofort ausgeführt. Limit-Orders, sobald der Kurs der Aktie den festgelegten Limit-Preis erreichen kann. Je nachdem, wie weit dieser Preis vom aktuellen Kurs entfernt liegt,  kann es Sekunden oder Monate dauern, bis es zur Ausführung kommt.

Limit-Orders haben an vielen Börsen eine zeitliche Begrenzung. Diese liegt vielfach bei einem bis zu 360 Tagen.

Was ist eine Order bei Aktien?

Eine Aktien-Order ist der Auftrag eines Kunden oder seines Brokers zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Anzahl an Aktien. Sie wird an die Börse geschickt und kommt dort zur Ausführung. In einigen Fällen wird sie auch innerhalb des eigenen Auftragbestandes eines Brokers abgwickelt.

Was heißt Aktien bestens verkaufen?

Bestens verkaufen bezeichnet einen Orderzusatz beim Verkauf von Aktien an der Börse. Er bedeutet: Eine Aktie wird ohne ein Verkaufslimit ausgeführt und der Verkauf wird an keine weiteren Bedingungen geknüpft. Sprich: Die Aktie wird zum aktuelle bestmöglichen  Verkaufskurs am Markt veräußert.

Was ist eine Limit-Order?

Verwendest du eine Limit-Order, legst du einen maximalen Preis fest, den du für ein Wertpapier zahlen möchtest (Verkauf vice versa). Eine Order mot diesem Zusatz kommt erst zur Ausführung, sobald ein Kauf zu diesem Kurs oder besser möglich ist.

Wie funktioniert ein Stop Loss?

Eine Stop Loss Order ist ein Verkaufsauftrag, welcher zur Risikobegrenzung dient. Es wird dabei ein Kursniveau unterhalb des aktuellen Aktienkurses ausgewählt, auf dem automatisch ein Verkauf der Aktienposition stattfindet. In der Standardvariante wird der Stop Loss immer zum nächstmöglichen Kurs abgewickelt (bestens).

Wie kann man lernen mit Aktien zu handeln?

Der aktive Aktienhandel ist eine anspruchsvolle Disziplin. Hierfür ist ein Mentoring oder Coaching-Programm die beste Alternative.

Langfristiges Anlegen am Aktienmarkt ist leichter zu erlernen. Die Grundlagen dafür können im Internet studiert werden, z.B auf Blogs, Youtube oder in entsprechenden Foren.

Du meinst es ernst und möchtest in die Tiefe gehen? 

Dann los ...

Warum Aktien kaufen?

Die Antwort ist knackig kurz und simpel:

Der Kauf von Aktien ist für den Vermögensaufbau in der heutigen Zeit so gut wie ohne Alternative.

Aktien bieten das, was zum Beispiel Sparkonten schon lange nicht mehr hergeben: Rendite. 

Durch Aktien ist es möglich den Vermögensaufbau chancenreicher zu gestalten und deine Altersvorsorge voranzutreiben.

Historisch gesehen ist der Kauf von Aktien eine Erfolgsgeschichte.

Ein Investment in Aktien hat in der Vergangenheit  immer alle anderen Anlageformen wie Anleihen und Sparbuch geschlagen

Anleger, die über 30 Jahre (Zeitraum 1989 bis 2018) im DAX investiert waren, konnten alleine in 14 Jahren eine Rendite von jeweils mehr als 20 Prozent pro Jahr einstreichen.

Möchtest du auf einen Blick alles über Aktien wissen? 

Dann sicher dir das "Aktienhandel lernen Factsheet" - kostenlos!  Alles zum Thema Aktien kaufen und Handel übersichtlich in einem PDF zusammengefasst.

Klicke dazu jetzt auf den gelben Button!

Wenn du dir das Factsheet sicherst, trägst du dich auch in meine Liste ein , und erlaubst mir, dir weitere nützliche Mails zum Thema Trading zu schicken. Dies kannst du mit nur einem Klick widerrufen, indem du den Abmeldelink am Ende der Mails verwendest. Ich halte mich an den Datenschutz

Doch aufgepasst: Der DAX büßte auch in drei Jahren mehr als 20 Prozent ein.

Aber im Schnitt lag die Jahresrendite beim DAX trotz teilweise heftiger Schwankungen bei etwa 7,2 Prozent per annum.

Im Vergleich zu rein spekulativen Handelsinstrumenten bieten Aktien mehr als die Aussicht auf deutliche Kursgewinne.

Weitere Vorteile, die du dir als Anleger durch das Kaufen von Aktien sicherst:

  • Eine Aktie beteiligt dich an der Quelle der Produktivität (Unternehmen).
  • Aktien bieten dir als Investment einen vergleichsweise guten Inflationsschutz.
  • Du wirst Miteigentümer der Firma und erhältst einen Gegenwert für dein Investment.
  • Du hast eine große Auswahl an Wertpapieren.
  • Aktien befinden sich langfristig in einem stetigen Aufwärtstrend.

Noch ein Punkt, weshalb es sich lohnt Aktien selbst zu kaufen:

Die allermeisten Fondsmanager sind ihr Geld nicht wert

Einerseits erwirtschaften die professionellen Geldverwalter keine Überrendite zur Benchmark (Aktien-Index) und andererseits lassen sie sich auch noch fürstlich entlohnen.

Wenn das keine guten Gründe sind Aktien in Zukunft auf eigene Faust zu kaufen?

Hier findest du die Renditen beliebter deutscher Investmentsfonds im Überblick.

Glaube mir: Diese Renditen bekommst du selbst besser hin - dazu günstiger!

Doch du musst die wichtigen Grundlagen kennen und verstehen. Und ganz wichtig: Anwenden.

Aktien kaufen trumpft alternative Anlageinstrumente

Andere beliebte Finanzinstrumente wie:

  • Forex
  • Optionsscheine
  • CFDs
  • Zertifikate

..sind im Gegensatz zu Aktien kein Investment im klassischen Sinne.

Warum?

Sie beteiligen dich nicht am Unternehmen!

Solche Wertpapiere haben ihren Namen nicht verdient, denn du erhältst (bis auf Ausnahmen) keinen Realwert im Austausch für dein Geld.

Aktien handeln lernen: 3 Börsenweisheiten für Anfänger

Für deinen Erfolg beim Aktienhandel ist eine systematische Anlagestrategie die Grundvoraussetzung.

Die Strategien der Investorenlegenden George Soros, Warren Buffett und Peter Lynch stellen ein solides und nachweislich erprobtes Fundament dar.

Beginnst du mit dem Aktienhandel, macht es durchaus Sinn deine Regeln an grundlegenden Börsenweisheiten auszurichten.

Hier sind drei der größten Weisheiten aus dem Börsenuniversum:

“Lass deine Gewinne laufen lassen, und begrenze die Verluste”

Hintergrund: Kein Mensch weiß, ob das nächste Investment aufgeht. Wirft es Gewinne ab musst du maximal davon profitieren, denn du wirst beim Aktien kaufen auch mal ins Klo greifen. Verluste zu begrenzen ist vor allen Dingen im gehebelten Trading überlebenswichtig.

“Investiere nur Geld, auf das du längerfristig, oder sogar dauerhaft, verzichten könntest”

Hintergrund: Du weißt nie, wann du dein Aktien-Investment im Gewinn verkaufen kannst. Im ungünstigsten Fall ist es erst nach vielen Jahren möglich. Bist du zwischendurch auf das eingesetzte Kapital angewiesen, um zB Anschaffungen zu finanzieren, musst du dich möglicherweise mit Verlust aus der Aktie zurückziehen. 

“Plane als Privatanleger mit einem langen Anlagehorizont”

Hintergrund: Nur so wirst du vom langfristigen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten zu einer hohen Wahrscheinlichkeit profitieren.

Wo günstig Aktien handeln und Depot einrichten?

Die Grundregel lautet:

Bei langfristigen Investments reicht ein Wertpapierdepot deiner Hausbank. Tradest du aktiv und schichtest dein Depot mehrmals pro Monat um, ist meistens ein Spezialbroker für den Aktienhandel die bessere Alternative

Hier ein solider Aktienbroker:

· Interactive Brokers

Günstige Depotbanken und Online-Broker sind zum Beispiel:

· DEGIRO
· Cortal Consors

Bei den beiden folgenden Anbietern bekommst du verzögerte Kursdaten mit einem semiprofessionellen Charttool (kostenlos), um Aktienkurse analysieren zu können:

Wichtig:

Ein Echtzeit-Datenfeed (Börsenkurse) kostet immer eine Gebühr, egal bei welchem Anbieter

Wie kaufe ich Aktien in der Praxis?

Bevor du eine Anlagestrategie umsetzen kannst, musst du wissen, wie du Aktien in der Praxis orderst.

Handelsplattformen sind in ihren Grundzügen immer ähnlich aufgebaut ...

Dein Weg zum erfolgreichen Aktienkauf

10 Schritte:


1.

Depot bei einem Broker/Bank eröffnen

2.

 Im Depot einloggen

3.

Ordermaske aufrufen

4.

Transaktionsart auswählen (kaufen oder verkaufen)

5.

Wertpapierkennnummer eingeben (WKN, ISIN)

6.

Stückzahl eingeben

7.

Börse auswählen (Handelsort)

8.

Orderart auswählen (Limit, Stop)

9.

Gültigkeitszeitraum der Order festlegen

10.

Wertpapiere ordern (Order zum Broker/Bank schicken, dort wird sie direkt ausgeführt oder an die Börse weiterleitet)

Hier siehst du, wie die Eingabe dieser Daten aussieht:

Aktien kaufen - Orderarten - Ordereingabe - Plattform - Flatex

Lass dich nicht irritieren, wenn du nicht alle Felder verstehst. Jeder Broker bietet eine gut verständliche Hilfe an.

Spezialbroker haben ihre Ordereingabe oft etwas anders aufgebaut:

Forex Broker Eingabemaske Order GBE Beispiel kaufen verkaufen

Aktien kaufen: Die erste Order

Gehen wir kurz die Bezeichnungen der oben gezeigten Standard-Ordermaske durch:

  • Wertpapier (Kennnummer) (WKN oder ISIN)

Die WKN findest du, wenn du nach deiner Lieblingsaktie im Internet suchst. 

Gebe sie direkt in die Ordermaske deiner Bank ein, damit weiß der Broker, welche Aktien du überhaupt kaufen möchtest. 

  • Stückzahl

Die Stückzahl gibt an wie viele Aktien du kaufen willst. Die richtige Anzahl berechnest du mit Hilfe von Money-Management Regeln.

  • Handelsort

Viele Aktien können an mehreren Börsen gehandelt werden. Bei deutschen Aktien macht meist der Handel über das XETRA System Sinn und ist auch sehr kostengünstig und zuverlässig.

  • Limit

Hier kannst du ein Preislimit eingeben bis zu dem du die Aktien kaufen möchtest. Explodiert zum Beispiel der Kurs einer Aktie innerhalb eines Tages um 15% nach oben, vermeidest du so, diese Aktien viel teurer einzukaufen, als du ursprünglich beabsichtigt hast. Für das Risiko-Management ist das sehr wichtig.

  • Gültigkeit

Hier gibst du vor, wie lange deine Order gültig bleiben soll. Meist kannst du das Ende des Tages, des Monats oder ein beliebiges Datum eingeben. So kannst du zum Beispiel sicher gehen, dass deine georderte Aktie erst gekauft werden soll, wenn ihr Preis unter ein bestimmtes Limit fällt, auch wenn das einige Tage dauern sollte.

Wenn alle Angaben in Ordnung sind berechnet das System der Bank das Gesamtvolumen deiner Order und die  Kosten.

Danach musst du nur noch den Button "Kaufen" oder "Eingaben übernehmen" drücken und deine erste Aktienorder wird ausgeführt.

Natürlich kannst du eine Order auch stornieren, jedoch nur, wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgewickelt wurde.

Achtung: Nicht wenige Broker (Hausbanken) berechnen dafür saftige Zusatzgebühren.

Online Aktien handeln - Die Kosten

Deine Kosten beim Aktien handeln online können stark variieren.

Entscheidende Faktoren sind:

  • der Zeitrahmen deines Handelsstils (wirkt sich auf deine Handelsfrequenz aus; höhere Frequenz = mehr Kosten)
  • dein Broker
  • die Börse über welche die Transaktion abgewickelt wird.

Investierst du langfristig und benötigst keine Intraday Kursdaten reicht für das Handeln mit Aktien das Depokonto deiner Hausbank.

Die Ordergebühren sind hier zwar etwas höher als bei einem Spezialbroker, doch es ist bequem, denn du musst kein neues Konto eröffnen oder eine Mindesteinlage vorweisen.

Jetzt folgen zwei Kosten-Beispiele aus der Praxis:

  • Im ersten Fall wird langfristig investierst und kein kostenpflichtiger Datenfeed benötigt
  • Das zweite Kostenbeispiel zeigt einen aktiven Trader

Kosten für den langfristigen Aktien-Kauf

Kontogebühren: keine
Kosten für Datenfeed: keine
Transaktionskosten: 2 EUR + Volumenanteil 0,008% (bei deutschen Aktien), über 200 ETFs einmal pro Monat kostenfrei handelbar.
Kontoübertrag (bei Brokerwechsel): 10 EUR pro Position

Deine Kosten pro Jahr, bei 1k und 10k EUR investiertem Kapital, mit dem in Deutschland günstigsten Aktienbroker:

Fondssparen einmal pro Monat mit ausgwählten ETF : 0 EURO

Einzelaktien Investment (Halfturn):

Volumen 1k

 

Deine Kosten für das Traden bei Degiro - 1 Transaktion - Volumen 1000 EUR
Die Kosten für eine Aktien-Transaktion im Volumen von 1000 EUR bei DEGIRO Quelle: DEGIRO

 

Volumen 10k

 

Einmaliger An und Verkauf von Aktien im Wert von 10k über DEGIRO
Diese Kosten beziehen sich auf einen reinen Ankauf von Aktien (Halfturn) im Wert von 10k EUR über DEGIRO. Stand August 2018 – Quelle: DEGIRO

Roundturn Kosten für An-und Verkauf mal 2 (vollständige Transaktion)

  • 5,12 EUR einmalige Transaktion (Volumen 1k) 
  • 15,20 EUR einmalige Transaktion (Volumen 10k
  • 61,44 EUR bei einem Aktienkauf pro Monat im Volumen von jeweils 1k
  • 182,40 EUR bei einem Aktienkauf pro Monat im Volumen von jeweils 10k.

Vergleiche diese Preise mit den Gebühren deiner Hausbank und entscheide, ob du deine Aktien dort kaufen möchtest

Die Kosten des Marktzugangs über den Broker sind für Privatkunden an der Börse eine entscheidende Einflussgröße für die Rendite.

Der von Brokern vielfach angepriesene Service ist nebensächlich und treibt deine Kosten in die Höhe.

Der Service sollte lediglich das Mindestmaß, wie:

  • sichere, einfache Handelsplattform
  • Orderstornos per Telefon
  • schnellen technischen Support

abdecken.

Kosten für den aktiven Aktienhandel

Der Handel über die Hausbank erübrigt sich, wenn du aktives Trading mit Aktien betreibst, denn:

Sämtliche Gebührenmodelle der Geschäftsbanken benachteiligen einen aktiven Trader zu Gunsten der Bank

Dies wird dir natürlich kein Bankmitarbeiter auf's Brot schmieren. 

Wenn du nachhakst, rechtfertigen sie ihre hohen Gebühren oft mit dem 'tollen' Beratungsservice.

Aber du hast ja zum Glück Optionen!

Die Lösung: Ein Spezialbroker für aktive Aktienhändler. Diese Broker honorieren eine hohe Handelsfrequenz:

Aktien Trading Provisionen Interactive Brokers Standard Account (Aktien kaufen)

Kosten-Beispiel  aktiver Trader:

Handel über Interactive Brokers bei 5000 EUR Volumen pro Trade und einen Trade pro Tag (250 Handelstage pro Jahr).

Kontogebühren: keine
Datenfeed: 15 EUR
Transaktionskosten: ca. 2000 EUR

Gesamt: 2015 EUR.

Der monatliche Mindestumsatz bei einigen Spezialbrokern ist ein Nachteil für wenig aktive Trader:

Mindestgebühren Umsatz für aktive Trader bei Interactive Brokers
Bei normaler Handelsfrequenz eines durchschnittlichen Traders brauchst du dir um die Mindestumsätze keine Sorgen zu machen. Quelle: Interactive Brokers

Auch Mindesteinlagen auf dem Trading-Account erschweren es einigen Tradinginteressierten Fuß zu fassen:

Mindesteinlage Tradingkonto Interactive Brokers USA
Jeder seriöse Profibroker verlangt erhöhte Mindesteinlagen für ein Trading Account Quelle: Interactive Brokers

Aktienhandel Einstieg: 3 Wirkmechanismen, die du kennen musst

Für den Einstieg in den Aktienhandel solltest du drei Wirkmechanismen kennen, die sich drastisch auf deinen Erfolg als Anleger auswirken:

  • Die Rendite Risiko Gleichung
  • Das Konzept der Diversifikation
  • Theorie versus Praxis

Sehen wir uns das mal genauer an ...

#1 Die Rendite Risiko Gleichung

Glaubst du, einige Unternehmen zahlen 5% Zinsen p.a. an ihre Kapitalgeber, andere aber nur 2% p.a - und das aus reiner Nächstenliebe?

Wohl kaum!

Der Zusammenhang ist so einfach wie durchschlagend:

Rendite entsteht durch Risiko

Würde es keine Entschädigung in Form einer höheren Rendite geben, würde kein Investor auf die Idee kommen, sein Geld in ein riskanteres Unternehmen zu stecken.

Dies ist der Grund weshalb Unternehmen denen es finanziell schlechter geht, höhere Zinsen zahlen müssen, um an Geld zu kommen.

Kein Investor bekommt Rendite geschenkt

Mach dir das unbedingt klar!

Bei Aktien greift dieser Mechanismus ganz genauso.

Du musst unbedingt darauf achten für welche Risiken du Kompensation - in Form von Rendite - erhältst. Und vor allem: Wie ist das Verhältnis zwischen Risiko und Kompensation?

Rendite entsteht zwar nur durch ein eingegangenes Risiko, aber ein seriöser Investor sucht keine hochriskanten Projekte. Im Gegenteil!

Er möchte:

  • möglichst wenig riskieren
  • eine sehr gute Kompensation erhalten
  • und das noch in möglichst kurzer Zeit.

Die Rendite Risiko Gleichung muss deshalb differenziert betrachtet werden. Keine Rendite ohne Risiko. Doch für bessere Renditen muss nicht zwingend auch das Risiko steigen.

Was ist überhaupt mit Risiko bei Aktien gemeint?

An erster Stelle ist es das Risiko von Wertschwankungen (Preisschwankungen der Aktie an der Börse). 

Kaufst du eine Aktie kann sie im Wert steigen oder fallen.

Je stärker der Preis einer Aktie schwankt, desto höher ist unter bestimmten Umständen dein Risiko als Investor 

Wieso kann das Risiko durch Preisschwankungen erhöht sein?

Ganz einfach: Weil die Chancen steigen, dass du dich aus deinem Investment mit Verlust verabschieden musst.

Kein Mensch hat unendlich viel Zeit und muss irgendwann sein investiertes Kapital abziehen, sonst braucht er es erst gar nicht anzulegen.

Dieser Umstand macht den Ausgang eines Investments umso unsicherer, je stärker dessen Wert im Zeitverlauf schwankt.

Es heißt aber auch: Wenn dein Anlagehorizont sehr langfristig ausgerichtet ist und du nicht auf dein investiertes Kapital angewiesen bist,  nimmt der Einfluss dieser Risikokomponente auf dein Kapital drastisch ab

Untermauert wird das durch eine Aussage des legendären...

Warren Buffett

Einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten

"Risk comes from not knowing what you are doing"

Eine Risikodefinition aus der Finanzbranche

Alle aus der Finanzindustrie verwenden dagegen aussschließlich Kursschwankungen, um das Risiko eines Investments zu beziffern. Die Finanzindustrie nennt es Beta und Beta setzt die Kursschwankungen einer einzelnen Aktie mit dem Gesamtmarkt ins Verhältnis.

Abgeleitet wird daraus:

  • Beta > 1 = risikoreiche Aktie
  • Beta < 1 = weniger risikoreiche Aktie

In meinen Augen ist das zu kurz gedacht. Vielleicht aus Unwissenheit, vielleicht jedoch sogar absichtlich.

Diese Betrachtungsweise auf das Risiko führt dazu, dass der Aktienlaie eine Aktie nur noch als Objekt betrachtet, welches im Preis schwankt.

Um dieses Problem zu entschärfen muss maximal diversifiziert werden. Und wer kann das besser für "Kleinerna" erledigen, als die Profis von der Bank mit ihren extra dafür entwickelten Finanzprodukten?

Der zugrunde liegende Wert der Aktie (das Unternehmen) gerät damit aus dem Blickfeld.

Die universale Risikodefinition, bzw Gleichung lautet daher auch:

Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit * Schadenshöhe

Diese wird von sämtlichen Versicherungsunternehmen als Basis verwendet. Und wenn die nicht wissen was Risiko ist, wer dann?

Es gibt ein weiteres Risiko: Das EinzelwertrisikoDafür wirst du allerdings als Aktienbesitzer nicht entlohnt.

Dennoch kannst du es mit Konzept #2 in den Griff bekommen.

#2 Das Konzept der Diversifikation

Investierst du dein Geld in nur eine Aktie, gehst du ein erhöhtes Einzelwertrisiko ein.

Was steckt genau dahinter?

Dazu ein Beispiel aus dem Bereich Immobilien:

Viele Menschen besitzen ein selbst genutztes Wohnhaus, welches oftmals bis zu 90% ihres Vermögens darstellt.

Verschlechtert sich nun die Lage der Immobilie (Umgehungsstraße wird gebaut, Flughafen eröffnet, Supermarkt schließt ect), wird der Wert des Wohnhauses fallen und das Vermögen des Besitzers sinkt.

Sicher, das Eigenheim soll in der Regel nicht verkauft werden, aber es verdeutlicht das Konzept: Alles auf eine Karte zu setzen beinhaltet normalerweise ein erhöhtes Risiko.

Solltest du deshalb auch bei deinem Aktien-Investment das Risiko streuen und dich so vor einer Unternehmenspleite schützen?

Ich bin ehrlich: Die meisten Experten werden dir genau diesen Ratschlag geben.

Zum einen hat das damit zu tun, dass  Bankberater mit einer Fondsempfehlung mehr Provision verdienen, als wenn sie dir zu Einzelaktien raten.

Aber es geht noch tiefer und es ist ein heikles Thema.

In meinen Augen ist die vielfach gepriesene Diversifikation eine zweischneidige Geschichte.

Ob es sinnvoll ist hängt für mich von zwei Dingen ab:

1. Wie gut kannst du ein Unternehmen analysieren

2. Welches Ziel strebst du mit deinem Investment an?

Fehlt dir die Analysefähigkeit oder hast du keine Zeit dafür, sticht ein breit gestreutes Aktien-Engagement über ETFs ein Einzel-Investment aus.

Möchtest du nur die durchschnittliche Rendite eines Aktienmarktes (zB des DAX30) erzielen, gilt das umso mehr.

Anders sieht es aus, wenn du gute Analysefähigkeiten besitzt und dich nicht mit dem Durchschnitt der Dax-Entwicklung zufrieden geben willst.

Jetzt kommst du an Einzelaktien kaum vorbei.

Ist dein Risiko dann zwangsläufig erhöht?

Ich  behaupte nein und verweise im gleichen Atemzug auf den Investment Übervater Warren Buffett.

Dieser investiert nur in die solidesten Einzelaktien und setzt seine guten Analysefähigkeiten von Unternehmen sehr gezielt und weise ein.

Buffett performt den Marktdurchschnitt seit Jahrzehnten aus und ich glaube nicht, dass sein Verlustrisiko höher ist, als für Fondssparer-Laien, die ihr Geld breit streuen.

Denn noch einmal, weil es so wichtig ist:

Ein gutes Investment zeichnet sich in erster Linie gerade durch ein möglichst geringes Risiko - bei angemessen hoher Kompensation - aus.

Das Chance Risko Verhältnis ist der Dreh und Angelpunkt.

In diesem Zusammenhang musst du wissen:

Der breite Markt unterliegt Zyklen, daher musst du auch bei einem breit gestreuten Investment immer mit Kursverlusten von 50% und mehr rechnen

Merke dir: Diversifikation ist für den Durschnittsanleger vorteilhaft. Ein richtig guter Investor bündelt sein Kapital lieber in wenigen sehr gut ausgesuchten Projekten.

Fazit Risiko & Diversifikation

Breit streuen verringert das Risiko eines Totalverlustes (Unternehmenspleite).

Es bringt dir dafür nicht mehr ein, als der Marktdurchschnitt hergibt (in Verbindung mit annähernd gleichen Risiken bei den Preisschwankungen, wie bei einem Einzelaktien-Investment).

Willst du mehr Rendite als der gemeine Aktienanleger einfahren, musst du Einzelaktien herauspicken oder nur dann Aktien kaufen, wenn alle anderen schon lange nur noch verkaufen.

Was echte Diversifikation bedeutet

Um bei einer Aktien-Anlagestrategie innerhalb der Marktsegmente und Regionen effektiv zu diversifizieren,  reichen dir 3 ETFs aus.

Der Finanzwesir zeigt dir das in diesem Artikel über Aktien kaufen sehr anschaulich.

Doch sei dir bewusst: Echte Risikostreuung sieht anders aus.

Beispiel gefällig? Ok...

..du besitzt:

  • Aktien (Minderheitsbeteiligung an fremden Firmen, passives Investment)
  • Immobilien
  • Firmen (selbst aufgebaut, Mehrheitsbeteiligung, direkter Cashflow, aktives Investment)
  • Land
  • Vermarktungsrechte
  • Patente
  • Automaten
  • physisches Gold (oder anderes Warengeld)
  • wertvolles Wissen, Fähigkeiten, Kontakte und Ähnliches.

Kurz und knapp: Dein finanzielles Gesamtrisiko im Leben gut zu diversifizieren ist nicht einfach mit dem Kauf eines ETFs getan.

#3 Praxis und Theorie, zwei Paar Schuhe

Um den Aktienhandel zu lernen, solltest du dir viel Wissen aneignen, vor allem das wichtigste. Zum Glück tust du das gerade. Herzlichen Glückwunsch, es wird dir Lehrgeld an der Börse sparen helfen.

Unter dem Strich macht es aber die Umsetzung in der Praxis aus.

Du kannst dir vornehmen:

Egal was passiert - kracht die Börse zusammen (und das wird sie immer wieder), bewahre ich Ruhe und stoße meine Aktien nicht ab, sondern halte sie, bis die Kurse sich erholt haben!

Der Ansatz ist richtig.

Aber wie reagierst du in der Praxis, wenn dein Aktiendepot tatsächlich mit 50% im Minus steht?

Vielleicht überkommt dich doch die Panik. Immerhin hast du keinerlei Erfahrung damit.

Auf der anderen Seite:

Was machst du, wenn eine einzelne Aktie von dir um 100% an Wert gewinnt, innerhalb weniger Monate?

Frisst die Gier dann dein Gehirn, wie es so schön heißt, und du kaufst gierig mehr von dieser Aktie (zu teuren Preisen)?

Sind wir ehrlich: Du weißt es einfach nicht!

Und je höher dein Aktien-Investment in harten Euro-Beträgen ist, desto unsicherer wird die Prognose bezüglich deines Verhaltens werden.

Wenn du das Aktien handeln lernen willst, musst du immer deine Psyche mit einplanen.

Es gibt 2 simple  Möglichkeiten für Anfänger, um die Emotionen beim Aktienhandel zu dämpfen:

  • setze klare Regeln mit fundiertem Hintergrund
  • schwäche dein Risiko ab, indem du schlau diversifizierst.

Wann und welche Aktien kaufen?

Jetzt geht es an's Eingemachte!

Alles was du bisher gelernt hast, stellt die Basis für deinen Erfolg an der Börse dar. 

Was dir weiterhin fehlt  ist eine erprobte Anlagestrategie.

Merke dir:

Wer an der Börse ohne solide Strategie antritt hat schon vor dem ersten Kauf einer Aktie verloren

Die einen handeln täglich, die anderen langfristig.

Die einen schwören auf technische Chartanalysen, bei denen lediglich der Kursverlauf in die Entscheidung einfließt, wieder andere auf die fundamentale Analyse von Firmen.

Wenn du keine Zeit und Lust hast stundenlang Börsenkurse zu beobachten, verfolge einen langfristigen Ansatz.

Zudem zeigen Studien: Mehr als 95% aller Daytrader verlieren Geld .

Wichtig: Es gibt viele Wege die für dich funktionieren können. Vor allem musst du aber den Weg finden, der für dich der richtige ist.

Jeder Mensch besitzt eine andere Summe...

  • Risikokapital
  • unterscheidet sich bei der Zeit
  • der Risikobereitschaft
  • des Anlagehorizonts und
  • der Erfahrung mit dem Aktienhandel. 

Deshalb existiert da draußen keine Wunderwaffe, die für jeden Investor optimal funktioniert.

Du musst herausfinden was für dich zählt, was deine Ziele sind, und mit welchen Methoden du diese erreichen kannst


Entweder du investierst durch passives Fondssparen entspannt in ETFs, oder du machst dich auf den Weg eines Warren Buffett und setzt das sogenannte Value-Investing um.

Oder du tradest aktiv.

Nur eine gute ausgearbeitete Strategie zwingt dich zu systematischem Handel und erzeugt reproduzierbare Ergebnisse.

Genau aus diesem Grund werde ich dir jetzt eine langfristige Anlagestrategie und eine kurzfristigere Aktienstrategie verraten, die dauerhaft positive Renditen in deinem Aktiendepot sprießen lassen.

Außerdem werde ich das beliebte Fondssparen unter's Brennglas nehmen und dir zeigen, warum du bei dieser Art des Investierens lieber zweimal hinschauen solltest.

Der Buy and Hold Ansatz

Von Buy and Hold (kaufen und liegenlassen) wirst du bereits etwas gehört haben, habe ich Recht?

Es bedeutet Aktien einmal zu kaufen und dann möglichst lange in den eigenen Beständen zu halten, um so von der ganz langfristigen Wachstumskurve der Wirtschaft und Unternehmen zu profitieren.

Die Idee ist nicht blöd und außerdem hat diese Art der Geldanlage in Aktien einige klare Vorteile gegenüber dem aktiven Trading ...

..dazu zählen:

  • niedrigste Kosten
  • wenig Arbeitsaufwand und Stress
  • wenig Spezialwissen nötig.

Auch beim Buy and Hold gibt es, wie beim Traden, unterschiedliche Herangehensweisen.

Eine sehr populäre und eine weniger populäre, aber sehr effektive, stelle ich dir jetzt vor.

Fondssparen: Die gehypte Methode

Gerade in den vergangenen Jahren ist das sogenannte Fondssparen in Mode gekommen. Aber was bedeutet Fondssparen genau, wie funktioniert Fondssparen im Detail?

Ich mach’s kurz:

Beim Fondssparen legst du als Investor pro Monat einen immer gleich großen Betrag am Aktienmarkt an

Sagen wir immer 10% deines Nettogehalts.

Bei 2000 EUR wären das 200 Euro. Damit kannst du natürlich nur Aktien kaufen, die im Preis nicht zu teuer sind.

Unter anderem um dieses Problem zu umgehen und gleichzeitig eine breite Streuung des Investments zu gewährleisten, wurden die weiter oben genannten ETFs erfunden.

Diese bilden einen Aktienkorb oder Index ab und die einzelnen Fondsanteile sind so im Nennwert gestückelt, dass du auch mit kleineren Beträgen regelmäßig dazukaufen kannst.

Und warum Fondssparen, wo soll der Vorteil sein (technisch, mathematisch)?

Fallen die Kurse zwischendurch, kaufst du automatisch mehr Fondsanteile zu günstigeren Preisen (Cost Average Effekt).

Dies wirkt sich positiv auf den langfristigen Durchschnitts-Kaufpreis deiner Fondsanteile aus, denn dieser sinkt dadurch. Damit soll das schwierige Timing beim einmaligen Aktien Investment umgangen werden.

So die geschönte Theorie in der Retrospektive des perfekten Kursverlaufs.

Denn, alles ist eine Frage des betrachteten Zeitraums und deiner Investmentziele. Sprich: Wann du mit deinem Investment startest und wann du das Geld wieder brauchst, bzw. wann du aussteigst.

Der Cost Average Effekt wurde bereits wissenschatlich untersucht.

Christoph Geiler hat dieses Thema in seiner Finanzküche zu einem hübschen Süppchen zusammengebraut. Das Ergebnis: Cost Averaging war und ist wohl eher eine Werbemasche von Fondsvertrieblern.

Fondssparen - ein Kompromiß für Aktienlaien

Die Uniprofessoren haben Sparpläne gegen eine zeitlich willkürliche Einmalanlage getestet (zB Startzeitpunkt Jahresbeginn).

Hierbei weisen Sparpläne zwar ein geringeres Risiko (definiert als Depot-Schwankungen) auf, doch dies wird durch eine niedrigere langfristige Rendite erkauft.

Je länger das Investment dauert, desto mehr gleichen sich die Werte bei den Kontoschwankungen beider Anlagestrategien an.

Die Renditedifferenz allerdings nicht (Stichwort schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis)!

Das Risiko von Deposchwankungen ist nur dann ein erhöhtes Risiko, wenn du nicht weißt was du tust

Renditetot Fondssparen?

Nicht zwingend, aber:

Jeder Mensch hat nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, bis sich das eigene Investment auszahlen muss.

Als Fondssparer nimmst du keine Gewinne mit.

Deine Haltedauer der Fondsanteile orientiert sich an dem Zeitpunkt in deinem Leben, an dem du das investierte Geld wieder brauchst.

Du investierst zeitlich losgelöst, ohne Rücksicht auf sich immer wiederholende Marktzyklen.

Die Zeitspanne für ein lohnenswertes Investment (egal wo), ist in aller Regel zeitlich begrenzt. Fondssparen ignoriert diese Tatsache

Sei dir unbedingt über Folgendes im Klaren: Es kann nicht nur Gewinner an der Börse geben.

Selbst wenn das viele Finanzleute ihren potentiellen Kunden im Umfeld von ETFs und Sparplänen gerne Glauben machen wollen.

Fondssparen als adequate Alternative zum nicht mehr rentierenden Sparbuch oder Bundesanleihen anzupreisen ist unseriös. Alleine die Wörter Fonds und Sparen passen nicht zusammen. 

Es suggeriert eine falsche Sicherheit.

Ein Sparer spart sein Geld risikolos (ausgenommen Geldverlust und Kaufkraftverlust), während ein Fondskäufer teilweise ein erhebliches Risiko eingeht, da er ein Investment tätigt.

Investoren, die es sich so bequem machen wie ETF Sparer, bezahlen die überdurchschnittlichen Gewinne der Top-Profis (zB Warren Buffett).

Was bleibt: Beim Fondssparen wirst du langfristig für dein eingegangenes Risiko schlecht ausbezahlt.

Genau das Gegenteil möchtest du als guter Investor erreichen. 

De Facto ist ein Fondssparer kein guter Investor (es geht hier nur um mathematische Gesichtspunkte, nicht psychologische).

Fazit Fondssparen

Eine Outperformance zum breiten Markt ist mit Fondssparen nicht gewollt, aber auch nicht möglich. Unter Chance Risiko Gesichtspunkten schneiden Fondssparpläne nicht gut ab.

Das Risiko bei dieser Strategie ist unter Umständen deutlich höher, als vielfach angenommen wird. Die Ausgangslage des Anlegers und der große Börsenzyklus, ist für die Risikoeinschätzung hochrelevant. 

Kursschwankungen sind einerseits ein Risiko, andererseits eine Riesenchance für Anleger. Es hängt davon ab, wie du mit ihnen umgehst.

Wenn du dich aus psychologischen oder finanziellen Gründen für einen Sparplan entscheidest, verfolge wenigstens eine durchdachte Strategie:

3 Tipps für Fondssparer

  • Starte deine Zukäufe mit einer niedrigen Frequenz und Volumen (zumindest wenn sich dein Anlagehorizont über Jahrzehnte spannt und ein Bullenmarkt schon längere Zeit am Laufen ist). Erhöhe die Kaufaktivität erst, sobald die Kurse deutlich fallen (mindestens 10% vom Allzeithoch).
  • Sollte gerade ein Crash (mindestens 50% Kursverlust vom Allzeithoch) stattgefunden haben, dann starte möglichst schnell und kaufe aggressiv dazu. Mit steigenden Kursen senkst du dann die Frequenz. Behalte dir in diesem Fall vor, ab einem gewissen Zeitpunkt Gewinne abzusichern.
  • Immer Anlageziele, Alter und Charakter bei der Auswahl einer Strategie genau berücksichtigen. So ist Fondssparen (zum Schließen der Rentenlücke) kurz vor dem Ruhestand, und in einem bereits lange vorherrschenden Bullenmarkt, eine echte Zeitbombe für dein Kapital. Auch als Fondssparer musst du deutliche Verluste aktzeptieren können. Ein risikoscheuer Charaktertyp, wird damit enorme Probleme bekommen, wenn es an der Börse zur Sache geht.

Aktienhandel lernen: Nutze das stetige Pendel Börse

Aktienkurse pendeln in weitem Bogen um den langfristigen und fairen Durchschnittspreis der Unternehmen.

Diese Tatsache darfst du nicht als 'igittigitt eine Schmeißfliege' betrachten und mit Hilfe der 'Fliegenklatsche Fondssparen' angeekelt draufhauen.

Nutzt du einfach einen anderen Blickwinkel, stellt dieses zyklische Auf und Ab der Börse eine enorme Chance für gute Investitionen dar.

Dies wussten auch schon ganz andere Börsengrößen, wie zum Beispiel...

Andre Kostolany

Börsenikone

Beim Tiefstand der Kurse haben die Hartgesottenen die Papiere und die Zittrigen das Geld, auf dem Höhepunkt des Booms, die Hartgesottenen das Geld und die Zittrigen die Papiere.

Aktienhandel lernen: Die Crashkauf Strategie

Die Pendelmetapher führt uns zu einer alternativen langfristigen Buy and Hold Anlagestrategie.

Ich nenne sie den Crashkauf.

Wenn du als Investor die Geduld, das Geld und die Psyche hast auf einen Marktcrash zu warten, um dann dein Geld auf einmal im Aktienmarkt unterzubringen, sieht ein Aktiensparplan noch eine ganze Ecke älter aus, als bei einem willkürlichen, einmaligen Einstieg.

Bei dieser Strategie sinkt das Risiko und steigt die Kurschance gleichzeitig

Das Risiko sinkt, weil sich die Chancen erhöhen mit Gewinn aus dem Investment herauszukommen.

Der Grund: Du steigst nicht blind in eine weit fortgeschrittene Aktienhausse ein und kaufst überteuert Aktien.

Sprich: Du timest den Kursverlauf.

Achtest du beim Timing auf die richtigen Anhaltspunkte, ist das nicht so schwierig, wie es gerne dargestellt wird. Und es ist ein Muss, wenn du überdurchschnittlich gute Renditen möchtest.

Wie stark das Depot zwischendrin schwankt, kann dir als Langfristinvestor egal sein. Der zugrundeliegende Trend ist seit hundert Jahren aufwärts gerichtet.

Aktien kaufen im Crash: Eine Anleitung

Konkret wartest du auf einen Mindestkurseinbruch (in der Regel ab 50% vom Allzeithoch) am breiten Aktienmarkt.

Findet dieser statt, kaufst du auf einen Schlag, oder in maximal zwei bis vier Tranchen Anteile von marktbreiten ETFs.

Wenn du gute Unternehemensanalyse-Fähigkeiten hast, kannst du auch ausgewählte Einzelaktien kaufen.

Noch einmal:

Wer überdurchschnittliche Renditen möchte, muss den Markt "timen"

Um eine Überrendite zu erwirtschaften musst du etwas anders machen, als die Masse. 

Wieso die Masse lieber Fonds bespart anstatt die Crashkauf-Strategie zu verfolgen? Drei interessante Anhaltspunkte dafür findest du im gelben Kasten:

Grundvoraussetzungen zum Crashkauf

  • Du brauchst enorme Geduld, um auf sehr wenige gute Kaufgelegenheiten warten zu können.
  • Du benötigst zu diesem Zeitpunkt ausreichend Kapital. Du musst also die Disziplin aufbringen, über viele Jahre hinweg Geld für den Zweck eines gezielten Aktien-Investments abzuzweigen, zu parken und nicht mehr anzufassen. Oder du schaffst es, illiquide Mittel in kurzer Zeit zu Cash zu machen.
  • Du musst viel Mut haben, damit du im Ernstfall auch tatsächlich gegen den kurzfristigen Trend und die Katatrophenstimmung am Aktienmarkt in großem Umfang tätig werden kannst und deine Aktien auch tatsächlich kaufst.

Diesbezüglich muss ich nochmal Kostolany zitieren:

Andre Kostolany

Börsenikone

Am schwersten aber ist es, eine selbständige Meinung zu haben, das Gegenteil von dem zu machen, was die Mehrheit tut.

Nur unter einer Bedingung fährst du möglicherweise schlechter als ein Fondsparer:

Sollten die Aktienmärkte während deiner noch zur Verfügung stehenden Lebensspanne nicht mehr rechtzeitig und ausgiebig zusammenkrachen.

Infografik "Aktien kaufen im Börsencrash, Fondssparen vs Einmalanlage"

Den nächsten Börsencrash richtig nutzen - Aktien kaufen ETFs und Fondssparen

Aktiver Aktienhandel - Wissenswertes

Kaufen und liegenlassen ist nicht dein Ding?

Dann musst du jetzt nochmal genau hinsehen.

Weil es so wichtig ist:

Um aktives Trading zu betreiben, solltest du sehr gute Gründe haben. Es ist so einfach aber dennoch kapieren es viele Möchtegerntrader nicht:

Du produzierst als Trader wesentlich mehr direkte Kosten als ein Langfristinvestor

Beim kurzfristigen Traden ist der Kostennachteil pro Trade zu den Profis nach wie vor am größten.

Dieser Nachteil muss erstmal reingeholt werden (dafür benötigst du einen klaren Vorteil am Markt).

Um das zu schaffen musst du eine Tradingnische für dich finden und ein Experte in diesem Bereich werden.

Im Kontext des sogenannten Marktvorteils fallen mir vor allem zwei Begriffe ein:

Du musst aber nicht nur einmal in zehn Jahren diszipliniert agieren, wie beim Crashkauf-Investment, sondern mitunter täglich oder zumindest wöchentlich.

Das macht das Aktien traden für Anfänger so verflixt kompliziert. Der Lohn für professionelles Trading (nicht zwingend in Vollzeit) kann jedoch gewaltig sein.

Übrigens: Deine Disziplin als aktiver Aktien-Trader wird zu einem Großteil von einer soliden und optimal zu deiner Persönlichkeit passenden Trading Strategie erzwungen..

..und nicht etwa durch Meditation oder Couchbesuche beim Psychologen!

Eine passende Trading Strategie zu finden kostet dich die meiste Zeit als Tradinganfänger

Du bist der Meinung so eine Strategie für das Aktien traden online findest du in absehbarer Zeit niemals alleine?

Das kann sogar zutreffen, doch Gute Neuigkeiten!  Es gibt eine kleine Abkürzung dorthin 😉

Wenn du langfristig Aktien mit zweistelligen Renditen handeln möchtest, dann ...



Schlussglocke

Aktienhandel lernen ist für Privatanleger fast alternativlos, wenn du weiterhin Zinsen bekommen möchtest. Du erwirbst mit Aktien Sachwerte und beteiligst dich direkt an der Produktivität einer Firma. Dies ist im Wortscase ein Vorteil gegenüber Finanzinstrumenten, die fast ausschließlich Spekulationszwecken dienen (Forex, CFDs, Zertifikate etc). Doch als Aktieninvestor oder Trader benötigst du eine erprobte und schlüssige Strategie, ansonsten wird deine Rendite ein Produkt des Zufalls bleiben. CoinFlip Trading wird dich dabei unterstützen.

P.S. Möchtest auf einen Blick alles über Aktien kaufen und verkaufen wissen?

Dann sicher dir das "Aktienhandel lernen Factsheet" - kostenlos! Die wichtigsten Punkte über den  Aktienhandel in einem PDF zusammengefasst.

Klicke dazu jetzt auf den gelben Button!

Wenn du dir das Factsheet sicherst, trägst du dich auch in meine Liste ein , und erlaubst mir, dir weitere nützliche Mails zum Thema Trading zu schicken. Dies kannst du mit nur einem Klick widerrufen, indem du den Abmeldelink am Ende der Mails verwendest. Ich halte mich an den Datenschutz

  • Hi Ingmar,

    Zum Thema ETFs kann ich dir nur zustimmen. Ich fürchte, hier setzen sich viele gar nicht mit dem Thema auseinander, und/oder unterschätzen die ganze Sache.

    Wie immer im Finanzmarkt sollte man sich mit seinem Produkt, dem Markt den man handelt, und vor allem mit sich selbst auskennen.

    Klar, langfristig betrachtet laufen Märkte eigentlich immer nach oben. Aber nur eigentlich, eine Garantie gibt es nicht. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht so ist, gering ist.

    Dabei geht es aber leider nie geradewegs nach oben, sondern es kommt zu kleineren und größeren Korrekturen (letztere auch Crash genannt). Und auch hier gibt es keine Garantie, wie hoch die Korrektur ausfällt. Im günstigen Fall sind es nur 30%. Sie könnte aber auch 50%, 70% oder höher ausfallen.
    Das werden viele nicht aushalten. Hier wird das Vertrauen fehlen. Der Bullenmarkt im DAX begann 2009. Seither gab es nur zwei Korrekturen, die sehr moderat ausgefallen sind. Das wird nicht ewig so bleiben. ETFs gibt es noch nicht so lange. Eine richtig große Korrektur ist in der Historie also noch gar nicht vorhanden.
    Und wie gesagt, der Bullenmarkt läuft schon sehr lange. Zum jetzigen Zeitpunkt wird kein Trendtrader mehr einsteigen. Selbst kurzfristigere Swingtrader auf höheren Timeframes halten die Füße still.

    Hier sehe ich zwei Probleme die grundsätzlich etwas mit dem Finanzhandel zu tun haben.
    Erstens:
    Auch in einer riesigen Korrektur (oder Crash) wird weiterhin nachgekauft. Das ist eine Strategie, die kaum ein Trading Anfänger ohne Erfahrung aushält. Die Angst ist viel zu groß. Gerade am Anfang warten die meisten lieber auf das wahrscheinliche Ende der Korrektur, und ganz ängstliche dann zusätzlich noch auf eine Bestätigung.
    Was hier von den „ETFlern“ ohne praktische Trading Erfahrung erwartet wird, ist Trendtrading ohne Stopps auf einer hohen Zeitebene. Also die Tradingart, die die höchsten psychologischen Anforderungen an einen Trader stellt. Und letzter haben wenigstens noch einen Stopp im Markt.

    Zweitens:
    Runter läuft es viel schneller und damit auch steiler als rauf. Auch den Umgang damit muss man erst lernen. Es ist etwas völlig anderes so etwas in einer Kurshistorie zu sehen als es selber durchzustehen. Es ist schon komisch, wenn man Geld in einem viel kürzeren Zeitraum viel schneller verliert, wie man es auf der anderen Seite verdient. Und woher sollen Laien eigentlich das Vertrauen haben, dass sie dann, auch wieder ohne Erfahrung, dringend in ihre Strategie brauchen? Wie lange hält das Vertrauen in einer größeren Korrektur, wenn alle Medien gleichzeitig den ganzen Tag nur den „Crash“ zum Thema haben, und mit unzähligen Anleger Interviews führen, die sich beklagen ihr Geld verloren zu haben.
    Mal sehen wie viele bis zum Ende durchhalten…

    Sorry dass sich mein Post ein wenig zynisch anhört, aber ich spreche aus meinen eigenen Erfahrungen, die ich am Anfang als Traderin gemacht habe.
    Hinzu kommt, dass es bisher in der Geschichte der Börse jedes mal so war.

    VG
    Birgit

    • Danke Birgit für deine Meinung zum ETF Boom.

      Deine Bedenken sind psychologischer Natur. Was zumindest für mich als Trader völlig nachvollziehbar ist. Und die allermeisten Fondsparer werden sich genau deshalb womöglich schon bald verwirrt umschauen und sich wie im falschen Börsenfilm fühlen.

      Vom technischen Ansatz her kommt Fondsparen in meinen Augen jedoch genauso bedenklich rüber. Eine Zeitbombe würde ich es nicht nennen, weil der Grundansatz nicht ganz verkehrt ist.

      Aber einfach das Zusammenspiel aus willkürlichem Kaufzeitpunkt der Aktien und faktisch begrenzter Laufzeit des Investments durch die eigene Lebensplanung/spanne, im Zusammenspiel mit den immer wieder auftretenden Börsenzyklen, stellt für mich eine vielfach unterschätzte Sprengladung dar. Selbstverständlich wird es erfolgreiche Fondssparer geben, aber bei den meisten kommt dieser Erfolg durch Glück und nicht durch cleveres Investmentkalkül zustande.

      Und wenn sie auf Benchmark Niveau rentieren bleibt die Frage nach dem Risiko, welches sie dafür tatsächlich eingegangen sind, im Raum stehen.

      Zum jetzigen Zeitpunkt wird kein Trendtrader mehr einsteigen. Selbst kurzfristigere Swingtrader auf höheren Timeframes halten die Füße still.

      Es gibt Studien zum amerikanischen Markt, die nahelegen, dass der Großteil des aktuellen Bullenmarktes längst nur noch von Aktienrückkäufen großer Unternehmen getragen wird. Von den Corporate Boards vielfach auf Pump finanziert, um höchstwahrscheinlich kurzfristig möglichst maximal finanziell profitieren zu können. Klingt das gesund für dich? Und was ist, wenn die Zinsen weiter steigen?

      Es muss und wird wieder heftigst krachen.

      Und jetzt stell dir vor, du hast – in einem 9 Jahre dauernden Bullenmarkt – als Kleinerna mit 60 angefangen deinen Fondsparplan zu starten, um deine Rente in 5 bis 10 Jahren aufzubessern. Weil du von dem idiotensicheren Aktiensparen gehört hast. Heikel, heikel…

      Wann und unter welchen Umständen würde es für dich in Frage kommen, einen Fondsparplan umzusetzen?

      VG Ingmar

    • Für mich persönlich würde es unter keinen Umständen in Frage kommen, auch wenn ich keine Traderin wäre. Ich bin mit 54 Jahren viel zu alt. Da schließe ich mich deinem Grund aus dem Artikel an. Wenn ich Pech habe….

      Es gibt viele schöne und einfache Trading Strategien die mehr bringen, und nicht so viele “bescheuerte” Sachen machen, vor denen jeder Tradinganfänger gewarnt wird.

      Als Traderin mag ich allerdings ETFs. In Punkto Kosten sind die als Tradinginstrument unschlagbar:-)

      VG
      Birgit

    • Als Traderin mag ich allerdings ETFs. In Punkto Kosten sind die als Tradinginstrument unschlagbar:-)

      ja, absolut. ETFs als Anlage-Instrument sind eine gute Erfindung. Wenn du die richtigen verwendest. Da muss man ja auch etwas die Augen offen halten, wie diese aufgebaut sind.

      Runter läuft es viel schneller und damit auch steiler als rauf. Auch den Umgang damit muss man erst lernen. Es ist etwas völlig anderes so etwas in einer Kurshistorie zu sehen als es selber durchzustehen.

      Exakt!

      Was den Sparplan Boom befeuert, ist für mich eine Mischung aus Anlagenotstand, dem Zeitpunkt des Auftauchens von ETFs und dem Internet mit seinen vielen Möglichkeiten Dinge zu vermarkten. Richtig los ging es erst nach der letzten Finanzkrise. Fast alle jetzigen Fondssparer haben keinen blassen Schimmer, was an der Börse alles Möglich ist und wie übel es zugehen kann.

      Selbst die meisten ‘Experten’, die auf den Zug ETF Investments aufgesprungen sind und diese überall als unschlagbare Allzweckwaffe zum sicheren Investieren anpreisen, haben noch niemals einen echten Börsenkrach miterlebt. Das sind teilweise junge Kerle Anfang zwanzig, die hier meinen mitreden zu können und gerade die super Diversifikationseigenschaften von ETFs hervorheben.

      Solche Leute verharmlosen das Ganze Problem oftmals sicher nicht mal absichtlich.

      Dein Alter wollte ich gar nicht wissen! Aber jetzt, wo es raus ist: Da würde ich mir das mit dem Aktiensparen auch gut überlegen.

      Ohje, wie komm ich aus der Nummer wieder raus?

      Alleine schon Aktien und Sparen in einem Wort, da kann irgendetwas nicht ganz zusammenpassen.

      VG

  • …und gerade die super Diversifikationseigenschaften von ETFs hervorheben…

    Die Aussage finde ich auch sehr komisch.

    In den letzten beiden großen Korrekturen (Crashs) ging der ganze Markt in die Knie. Erst 2000 das Platzen der Dotcom Blase, und anschließend 2008 der Bankencrash.
    In Wirklichkeit werden ja keine unterschiedlichen Märkte gehandelt. Der ganze Finanzmarkt hängt zusammen und ist ein gigantisch großer Markt. Wirkliche Diversifikation geht nur so wie du es schon beschrieben hast.

    Fast alle jetzigen Fondssparer haben keinen blassen Schimmer, was an der Börse alles Möglich ist und wie übel es zugehen kann

    Das glaube ich auch. Wenn es einen unsicheren Ort auf dieser Welt gibt, dann ist es die Börse. Dort sollte man nicht ohne Ziel, Plan und Sicherung hingehen.

    Die jetzigen Fondsparer betrachten überwiegend auch einen viel zu kleinen Zeitraum, ab Ende des Bankencrashs. Geht man nur ein kleines bisschen weiter zurück, sieht es schon wieder ganz anders aus.

    Vielleicht hilft auch ein kleines Beispiel zum besseren Verständnis. Weil jetzt eh alle wissen wie alt ich bin, gehe ich von mir aus.
    Wir schreiben das Jahr 1999. Ich bin 35 Jahre alt und steige, wie viele andere auch, in den Aktienhandel ein. Als Instrument wähle ich ETFs (Hinweis: die gab es damals noch nicht), die sollen ja so sicher sein. Oh, und ich habe noch 50.000,00€ über, (auch den € gab es noch nicht), die ich auch gleich in meinen Sparplan reinpacke.
    Kurze Zeit später im Jahr 2000 platz die Dotcom Blase. Aber egal, man muss sowas bei ETFs ja aussitzen. Ich bin jetzt 36 Jahre alt.
    Irgendwann ist es auch vorbei und der Kurs fängt wieder an zu steigen. Mein Geld hat sich verringert, aber jetzt geht es ja Bergauf, bis…
    2008 die Bankenkrise ihren Auftritt hat. Der Kurs des DAX hat zu diesem Zeitpunkt den Stand erreicht wo wir im Jahr 2000, kurz nach meinem Einstieg, waren. Und wieder geht es weit nach unten. Ich bin jetzt 44 Jahre alt….na Klasse.
    Ein Jahr später ist auch dieser Rücklauf vorbei und es geht wieder auffärts. Den Kursstand den der DAX schon mal in 2000 und in 2008 erreicht hatte, wird erst im Jahr 2013 wieder erreicht. Mittlerweile bin ich 49 Jahre alt. 13 Jahre sind jetzt vergangen…..

    Solche Zeiträume sind nicht ungewöhnlich. Das ist der Grund warum ich selbst als junger Mensch keinen der jetzigen Sparpläne wählen würde. Und wäre ich damals schon so alt gewesen wie heute….

    Und wo ich schon mal am Verbreiten schlechter Nachrichten bin……
    Wenn es wieder so weit ist, reden bestimmt wieder alle davon, wieviel Geld täglich an der Börse verbrannt wird.
    Hey Leute, glaubt denen nicht. Es wird kein Geld verbrannt, es gibt kein Lagerfeuer. Das Geld wandert nur in die Taschen anderer Händler. Überwiegend in die Taschen derer, die das Spiel berherrschen. Die Börse ist kein Ort an dem Geld geschaffen oder vernichtet wird. Es wird nur umverteilt.
    The winner takes ist all!

    VG
    Birgit

    • Hi Birgit,
      schönes Praxisbeispiel.

      In den letzten beiden großen Korrekturen (Crashs) ging der ganze Markt in die Knie. Erst 2000 das Platzen der Dotcom Blase, und anschließend 2008 der Bankencrash.

      Das Problem als Fondssparer ist: Kein Mensch weiß, wie heftig die nächste Korrektur ausfällt und wann sie auftritt. Sie könnte nach den zwei heftigen Crashs auch moderat sein und viele Fondssparer hätten alles richtig gemacht. Ich will hier nur auf eine unterschätzte Gefahr aufmerksam machen. Fondssparen ist kein Selbstläufer!

      Ich habe kürzlich einen Jahreschart des Dow oder S&P500 gesehen, seit 1950. Da wirkten selbst die großen Crashs wie Halbstarke. Also grundlegend kommt definitiv keiner am Aktienmarkt vorbei. Trotzdem spielt die Auswahl der Anlagestrategie eine erhebliche Rolle, wenn du wirklich gut (im Sinne vom Risk to Reward) investieren möchtest. Meistens ist eben nicht das optimal, was jeder tut. Und Fondssparen ist mittlerweile Mainstream.

      Die Börse ist kein Ort an dem Geld geschaffen oder vernichtet wird. Es wird nur umverteilt.

      oh wie wahr, wie wahr! Fast schon irre, dass viele Leute das tatsächlich glauben. Da siehst du, wie die Medien deine Weltsicht unbewusst beeinflussen können, wenn du faul bist oder dir der Background fällt.

      VG

  • Es ist notwendig, über das moralische Problem des Trading Bescheid zu wissen
    Unten für Informationen
    htps://sites.google.com/site/tradingonlineamoralproblem