Wie man in IPOs (Börsengänge) investiert und dabei nicht die falsche Wahl trifft

Wenn Sie in Aktien auf der IPO-Stufe investieren, können Ihre Gewinne um Dutzende Prozent steigen.

Es ist aber nicht so einfach, Firmen zu finden, die am ersten Handelstag die Investoren zu Luftsprüngen veranlassen.

Wenn es um IPOs geht, kommen einem oft die am meisten diskutierten Erfolgsgeschichten in den Sinn.

Reden wir über die Beispiele dieses Jahres (2018), sind die Aktienplatzierungen von Dropbox, dessen Aktien am ersten Handelstag um 36 % im Vergleich zum Ausgabepreis gestiegen sind, und der Firma Farfetch, einer Premium-Online-Plattform für exklusive Kleidungsmarken, deren Wertpapiere ein Wachstum um 42 % am ersten Tag zeigten, zu den bedeutsamen Ereignissen geworden.

Noch beeindruckender ist der Erfolg des Herstellers von Elektromaschinen NIO — dessen Aktien werden am zweiten Tag nach dem IPO um 85 % teurer im Vergleich zum Ausgabepreis. Man sollte sich aber nicht irren und denken, dass die Investitionen während des IPOs eine leichte Erwerbsquelle sind.

Die statistischen Angaben über die Platzierungen in den letzten zwei Jahren sind insgesamt mehrdeutig.

Betrachten wir die Geschäfte in den größten amerikanischen Plattformen (NYSE und NASDAQ) und in Hongkong, werden durchschnittlich 74 % der neuen Platzierungen am ersten Tag mit einem Plus gehandelt. Nach einem Monat des Handels verbleibt die positive Dynamik bei 69 % der vergangenen IPOs.

Wenn wir die Firmen betrachten, deren Aktien am ersten Handelstag mindestens um 10 % gestiegen sind, betragen solche im Durchschnitt nur 28 %. Nur 18 % Emissionen steigen am ersten Tag um 20 % und mehr im Preis.

Demzufolge ist es viel schwieriger, unter den gesamten IPOs die Platzierungen zu finden, die einen Durchbruch hinlegen, als es auf den ersten Blick scheint.

Wie kann man erkennen, ob ein IPO erfolgreich wird oder die Aktien keine Beachtung von Investoren bekommen? Obwohl es keine universelle Erfolgsformel gibt, existiert eine Reihe von Kriterien, die für „heiße“ Platzierungen typisch sind.

  • Branchenzugehörigkeit der Firma. Der wichtige Bestimmungsfaktor ist der Marktsektor, in dem die Firma gehandeltwird. So erregen zum Beispiel die Platzierungen in den schnell wachsenden technologischen und innovativen Sektoren mehr Aufmerksamkeit der Investoren, als IPOs der Firmen aus herkömmlichen Branchen.
  • Wachstumspotenzial und ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Investoren schätzen die Firmen mit einem langfristigen Wachstumspotenzial besonders hoch ein und sind auch bereit, ihnen Verluste und einen negativen freien Cashflow (FCF) auf absehbare Zeit zu entschuldigen. Der Hauptgrund hierfür ist das Vertrauen der Investoren auf das erfolgreiche Geschäftsmodell der Firma. Sie hoffen vielfaches Wachstum in der Zukunft und auf das Erreichen einer bestimmten Umsatzrentabilität und des Einkommens aus dem Anlagekapital durch den Ausgeber.

Die Kombination dieser Faktoren soll theoretisch die Anlagen von Investoren zu einer ertragsstarken Investition machen und die Kapitalisierung der Firma vergrößern.

  • Ruf und Bekanntheit der Firma. Die bekanntesten Platzierungen werden oft von Firmen durchgeführt, die den Verbrauchern vertraut klingen. Und das ist berechtigt. Wenn die Investoren ihr Geld in den IPO der Firma anlegen, die keine Handelsgeschichte (Beschaffung der Fremdmittel in Form von Obligationen) und oft keine offenkundige Berichterstattung hat, müssen sie sich weitgehend auf die Prognosen von Managern und Beratungsbanken verlassen.

Es ist viel einfacher, wenn die Privatgesellschaft dem breiten Publikum schon gut bekannt ist, in den Massenmedien nicht in einem schlechten Licht dargestellt wurde, in keine berühmten gerichtlichen Verhandlungen verwickelt wurde und zuverlässige, vertrauenswürdige Top-Manager an der Spitze des Unternehmens stehen.

  • Platzierungsort. Die Statistik zeigt, dass die Platzierungen an den US-Börsen am ersten Tag erfolgreicherer sind (78 % neuer IPOs in den USA zeigen eine positive Dynamik am ersten Tag, während bei HKEX diese Zahl nur 57 % beträgt).
  • Tätigkeit der Organisatoren von IPOs. Ein wichtiges Merkmal für die Effektivität der Tätigkeit von Investitionsbanken ist das sogenannte Überschreiben des Platzierung-Journals — Nachfrageüberschuss der Aktien. Das ist ein gutes Erfolgszeichen für zukünftige IPOs.

Die positive Aktiendynamik wird oft von privaten Investoren geschaffen, die die Wertpapiere nach dem Handelsanfang kaufen und die Ideen für Investitionen aus den fachbezogenen Online-Quellen und sozialen Medien entnehmen. So wird der positive Informationskontext im Internet auch zu einem Erfolgsfaktor.

Gleich nach dem IPO weisen die Aktien oft eine erhöhte Volatilität auf, was weitgehend darauf zurückzuführen ist, dass die neuen Wertpapiere keine breite Zustimmung auf dem Markt haben.

Fazit

Bei einer guten IPO Investition spielen die Faktoren der Organisatoren einer Aktienplatzierung genauso eine Rolle, wie der Platzierungsort, der Ruf und die Bekanntheit der Firma, das Wachstumspotential des Geschäftmodells sowie die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Schenken sie diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit bei ihrer Analyse.

Dies ist ein Gastbeitrag von freedom24.com