Beinträchtigt Zocken die Kreditwürdigkeit?

Ja, das könnte schön sein, ein Häuschen mit Garten ....

In den eigenen vier Wänden statt zur Miete wohnen ist für viele Deutsche das Ideal. Für rund 42 Prozent der Bundesbürger hatte sich dieser Wunsch im Jahr 2018 bereits erfüllt. Möglich gemacht haben das in einer Vielzahl der Fälle Kreditinstitute, die die fehlende Summe als Hypothek zur Verfügung gestellt haben.

Bevor allerdings das Geld den Besitzer wechselt, sind einige Hürden zu nehmen. Das dient sowohl der Sicherheit der Geldgeber wie auch der des Kreditnehmers. Schließlich muss die Rückzahlung gewährt sein, um Haus oder Wohnung nicht wieder zu verlieren. Das System hat sich bewährt. Im vergangenen Jahren waren nur 1,7 Prozent aller Hypothekennehmer oder Mieter im Rückstand, was Zahlungen anbelangt.

Wer sich Wohneigentum zulegen möchte, sollte sich vorher seine eigenen Finanzen gut angucken. Abgelehnte Kreditanträge lösen sich nämlich nicht in Luft auf, sondern werden als Daten festgehalten. Jemand, der diverse Anträge gestellt hat, die sämtlich abgelehnt wurden, kann sich damit auch für die Zukunft schaden, weil die Kreditwürdigkeit negativ beeinflusst werden kann.

Um eine Bonitätsprüfung zu bestehen, schauen die Kreditinstitute sich nicht nur Einnahmen und Ausgaben genau an. Wer ein hohes Einkommen besitzt, aber zum Luxusleben neigt und deshalb diverse Kreditkarten ausschöpfen muss, hat schlechtere Aussichten als ein Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Einkommen und sparsamen Angewohnheiten.

Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Mitgliedschaften in teuren Sportstudios, gelegentliche Besuche im Online-Casino oder eine Schwäche für Designermode die Kreditwürdigkeit schmälern, wenn es um Hauskredite geht.

Wer seine Rechnungen prompt begleicht, jeden Monat seine Kreditkartenrechnungen bezahlt und mit maßvollen Einsätzen spielt, die eine gesunde Einstellung zum Zocken zeigen, hat gute Karten bei der Bonitätsprüfung.

Werden Rechnungen allerdings erst nach der zweiten Mahnung beglichen oder des öfteren vergessen, um dann mit der vierten, fünften oder sechsten Kreditkarte bezahlt zu werden, bei der dann wiederum nur die Zinsen getilgt werden, wird bei den Kreditinstituten kaum Gefallen finden.

Eine schlechte Zahlungsmoral hat langwierige Folgen, selbst wenn sich die finanziellen Angewohnheiten längst gebessert haben und unbezahlte Rechnungen oder Schulden für Luxushobbys der Vergangenheit angehören.

Pünktlich bezahlte Raten, ohne Zeitverzug zurückgezahlte Kredite und ein ausgewogenes Konto schlagen hingegen positiv zu Buche. Zu den Dingen, die im Zweifelsfall die Entscheidung zu Gunsten des Kreditantragsteller ausfallen lassen können, gehört zudem Übersichtlichkeit. Ein oder zwei Privatkonten machen einen besseren Eindruck als wenn mit einem Dutzend Banken gearbeitet wird. Das gleiche gilt für die Anzahl der Kreditkarten.

Kundentreue wird in Deutschland ebenfalls geschätzt. Wer sein Girokonto seit Jahren beim gleichen Geldinstitut hat, wird im Regelfall als zuverlässiger empfunden als jemand, der ständig seine Geschäftsbeziehungen wechselt.

Im Zweifelsfalle lassen sich vor dem Antrag auf einen Hauskredit auch Selbsteinkünfte einholen. Einmal im Jahr darf bei der SCHUFA kostenlos angefragt werden, welche Daten dort gespeichert sind. Fehler sollten sofort gemeldet und korrigiert werden, damit nicht das Schuldenmachen einer anderen Person die eigene Kreditwürdigkeit schmälert. Um auf Nummer sicher zu gehen, ob die eigenen Finanzen den Hauskredit zulassen, bietet zudem die Verbraucherzentrale Beratungen an, um schon vorab zu prüfen, wie realistisch der Traum vom Häuschen mit Garten tatsächlich ist.