Solarwinds – Wie steht es um die Aktie nach dem Mega-Hack?

Mit Solarwind ist zuletzt eine Technologie-Aktie ins im Zentrum des Medien-Interesses gerückt. Der Spezialist für Netzmanagement-Software wurde Opfer einer massiven Cyber-Attacke, die bereits im März 2020 ihren Anfang genommen hat und bis Dezember unbemerkt geblieben war. Da Solarwind nicht zuletzt auch eine Überwachungs- und Verwaltungsplattform für IT-Systeme anbietet, die von US-amerikanischen Behörden und Regierungsinstitutionen genutzt wird, hat dieser Hack erwartungsgemäß ein mediales Armageddon für das Unternehmen ausgelöst. Doch wie wird es mit der Aktie nun weitergehen?

Hacker-Affäre zieht weite Kreise - Kurs bricht ein

Die Orion Plattform von Solarwinds ist eine äußerst erfolgreiche Überwachungs- und Verwaltungsplattform für IT-Infrastrukturen. Sie wird von zahlreichen Konzernen, aber auch wichtigen US-amerikanischen Institutionen genutzt, wie etwa dem Weißen Haus, dem Pentagon oder dem US Treasury Department. Als Mitte Dezember 2020 bekannt wurde, dass offensichtlich eine Cyber-Attacke im Gange ist, welche eine Sicherheitslücke der Orion Plattform ausnutzt, war der Schock in der US-amerikanischen Öffentlichkeit groß. 

Wie das System von Solarwinds letztendlich infiltriert wurde und ob der „Hack“ von Orion mit besserer Operational Security, wie durch den konsequenten Einsatz von verschlüsselter Kommunikation, hätte verhindert werden können, ist bis jetzt unklar. Selbst wenn es keine direkte Sicherheitslücke gibt, können Unternehmensnetzwerke durch menschliches Versagen in Sachen Datensicherheit schnell und oft einfach kompromittiert werden, wenn zum Beispiel Remote Access-Verbindungen mit den Unternehmensservern nicht ausreichend geschützt (Stichwort: VPN-Server) sind und Logindaten von Dritten abgefangen werden.

Nach wie vor wird untersucht, wie groß die Auswirkungen dieser Cyber-Attacke tatsächlich sind. Fest steht jedoch, dass Regierungsinstitutionen empfindlich getroffen wurden, was die Glaubwürdigkeit von Solarwinds mit einem Schlag erheblich geschädigt hat.

Es war klar, dass die Aktie von Solarwinds auf diesen Skandal mit heftigen Kursverlusten reagieren würde. Von dem erst kürzlich erreichten Allzeithoch am 11. Dezember 2020 bei ca. 23 US-Dollar, stürzte die Aktie um mehr als 40% ab, und liegt nun bei ca. 14,8 US-Dollar.

Falls du mit dem Gedanken spielst, aufgrund der aktuelle vermeintlich niedrigen Preise ein Schnäppchen zu landen, solltest du jedoch vorsichtig sein. Denn die nächste potenzielle Hiobsbotschaft schwebt bereits wie ein Damoklesschwert über dem Unternehmen.

Sammelklage von Investoren könnte kommen

Die Anwaltskanzlei Laskela Law LLC gab am 28. Dezember bekannt, dass Geschädigte Investoren der Solarwinds Corp. einen möglichen Anspruch auf Entschädigung haben könnten. Untersucht wird von dem Unternehmen, ob die Solarwinds Corp. gegen das Securities-Gesetz verstoßen hat, oder ob Treuhandpflichten im Zuge des Skandals vernachlässigt worden sein könnten. Sollte es zu einer Anklage kommen, könnte dies dramatische Auswirkungen auf den Kurs von Solarwinds haben.

Ein hoch spekulatives Investment

Es handelt sich aus den genannten Gründen daher um ein hoch spekulatives Investment. Zwar bestehen gewisse Chancen, dass sich das Unternehmen erholen könnte. Dafür müssten aber zum einen die bestehenden Verträge aufrechterhalten werden. Dem vorhergehen muss natürlich die Technische Lösung des dem Hack zugrundeliegenden Sicherheitsproblems. Zum anderen müsste die drohende Klage abgewendet werden. Ob dies der Fall sein wird, oder nicht, steht in den Sternen.

Solarwinds - ein Vorzeige-Technologieunternehmen an der Klippe

Solarwinds wurden im Jahr 1999 unter anderem von Donald Yonce, einer Walmart Führungskraft gegründet, und hat seinen Firmensitz in Austin, Texas. Bei einer Mitarbeiterzahl von derzeit 3200 Angestellten, und einem Umsatz von etwas mehr als 938 Millionen US-Dollar, handelt es sich um eines der größeren Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit und Informationstechnologie.

Seit 2009 ist Solarwinds an der Börse handelbar. Mit einem ersten Börsengang in der Höhe von 112,5 Millionen US-Dollar gelang der Start während der wirtschaftlichen Erholungsphase nach dem großen Börsencrash von 2008.

Am 4. Januar 2021 wird Sudhakar Ramakrishna, der ehemalige CEO von Pulse Secure, das Zepter bei Solarwinds übernehmen. Er löst somit den bisherigen CEO Kevin Thompson von der Unternehmensspitze ab und soll das Unternehmen aus der Krise führen.